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So entwickeln sich die Preise

Energie, Lebensmittel, Freizeit: Was 2023 alles teurer wird

Collage aus Geldbeutel mit Scheinen und Münzen und einer Grafik zu Wachstum
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Auch 2023 werden die Preise in den verschiedensten Branchen deutlich steigen.

In Geschäften, Restaurants, an Tankstellen sowie bei Heizkosten und Strompreisen: Überall klettern die Preise im Eiltempo. Laut Statistischem Bundesamt sind Waren und Dienstleistungen 10,4 Prozent teurer als im Oktober 2021. Was erwartet uns im nächsten Jahr? Viele Hersteller und Anbieter aus verschiedensten Branchen erhöhen die Preise deutlich.

Bereits seit Jahresbeginn schnellen die Preise für Strom nach oben. Spätestens seit dem Krieg in der Ukraine ziehen auch die Preise für Gas, Heizöl und Benzin sowie für Lebensmittel deutlich an. „Die Inflationsrate erreichte mit +10,4 Prozent einen neuen Höchststand in Deutschland,“ sagt Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes.

Hauptursachen sind laut Thiel nach wie vor enorme Preiserhöhungen bei den Energieprodukten. Aber man beobachte zunehmend auch Preisanstiege bei vielen anderen Waren und Dienstleistungen. Besonders spürbar für die privaten Haushalte seien mittlerweile die steigenden Preise für Nahrungsmittel. Weitere Gründe sind laut statista.com Lieferengpässe durch die Corona-Pandemie und die Rücknahme der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung.

Nahrungsmittel deutlich teurer

Die aktuell hohe Inflation belastet viele Haushalte. Besonders spürbar ist das beim wöchentlichen Einkauf. Die Lebensmittelpreise sind um bis zu 80 Prozent gestiegen. Dazu kommt, dass Hersteller manche Preise versteckt erhöhen: gleiche Packungsgröße, aber weniger Inhalt. Diese Praxis ist vor allem bei Chips verbreitet. 

Laut Verbraucherzentrale waren die Lebensmittelpreise in den vergangenen 20 Jahren weniger angestiegen als andere Lebenshaltungskosten. Zwischen 2000 und 2019 lag die Teuerung durchschnittlich noch knapp unter 1,5 Prozent, der Preisanstieg von Oktober 2021 zu Oktober 2022 liegt jedoch bei 20,3 Prozent.

Es sind aber nicht alle Lebensmittel und Verbrauchsgüter gleichermaßen betroffen. Teurer wurden im Oktober 2022 im Vorjahresvergleich vor allem folgende Nahrungsmittelgruppen (Beträge jeweils auf- und abgerundet):

  • Fette: Sonnenblumen- und Rapsöl +81 Prozent, Butter +55 Prozent, Margarine +40 Prozent
  • Milchprodukte: Frische Milch je nach Sorte zwischen +33 und +43 Prozent, Joghurt +25 Prozent, Quark +57 Prozent, Sahne +43 Prozent
  • Gemüse: Gurken +37 Prozent, Paprika +29 Prozent, Spargelkonserve +31 Prozent
  • Fleisch: Schweinefleisch +19 Prozent, Rinderhackfleisch +38 Prozent, Geflügelfleisch +30 Prozent, Fleischwurst +23 Prozent
  • Mehl, Brot und Getreideerzeugnisse: Weizenmehl +38 Prozent, Nudeln +33 Prozent, frische Brötchen +21 Prozent, Knäckebrot +33 Prozent
  • Saucen: Senf +26 Prozent, Mayonnaise +32 Prozent

Quelle: Verbraucherzentrale

Genaue Prognosen sind laut Verbraucherzentrale nicht einfach, aber die Lebensmittelpreise werden vermutlich erst mal hoch bleiben und sogar noch weiter steigen. Das bedeutet, dass Sie heute für dasselbe Geld weniger bekommen als vor einem Jahr. Eine Packung Butter kostet heute rund drei Euro, ein halbes Kilo Bratwurst über fünf Euro, ein Laib Brot knapp vier Euro.

Was verursacht die Preissteigerungen?

Viele Faktoren verändern die Situation in der Landwirtschaft und der Lebensmittelwirtschaft. Die Kosten für Energie, Düngemittel und Futtermittel sind stark gestiegen, Arbeitskräftemangel und Mindestlohn verteuern die Personalkosten

Aber: Nicht alle Preissteigerungen bei Lebensmitteln sind nachvollziehbar. Deshalb ist ein kritischer Blick der Politik und des Kartellamtes auf Handel und Lebensmittelhersteller notwendig, um zu prüfen, ob Unternehmen die Lage nutzen, um die eigenen Erträge zu verbessern. Die Verbraucherzentrale NRW hat die politisch Verantwortlichen sowie die Kartellbehörden aufgefordert, hier einmal genauer hinzusehen.

2023 wird teuer - Kosten steigen in einigen Bereichen weiter

Heizen 

Heizen wird in diesem Winter zum Luxus. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, verteuerte sich Haushaltsenergie mit +55,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat besonders stark: So haben sich die Preise für Erdgas mit +109,8 Prozent mehr als verdoppelt, die Teuerung für Fernwärme betrug +35,6 Prozent

Auch das Heizen mit anderen Energieträgern wurde teurer: Die Preise für Brennholz oder Holzpellets erhöhten sich um 108,1 Prozent, die Preise für leichtes Heizöl lagen um 82,8 Prozent über dem Vorjahresmonat. Strom verteuerte sich um 26,0 Prozent. Nicht nur für die Haushaltsenergie, auch für Kraftstoffe mussten die Verbraucher mit +22,3 Prozent deutlich mehr bezahlen.

Mieten

Die Nettokaltmieten sind zwar mit +1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat nur gering gestiegen, in der Jahresentwicklung stieg der Wohnungsmietindex aber stetig an.

Ähnliches lässt sich bei der Entwicklung der Immobilienpreise erkennen. Die teuersten Städte mit dem höchsten Mieten-Niveau befinden sich in erster Linie in Süddeutschland. Deutlicher erhöhten sich mit +14,8 Prozent die Preise für Renovierung und Reparatur von Wohnungen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Durch das Auslaufen des 9-Euro-Tickets fielen bereits im September 2022 die Preise-Entlastungen im öffentlichen Regional- und Personennahverkehr weg. Binnen Jahresfrist verteuerten sich laut Statistischem Bundesamt im Oktober 2022 die Preise sowohl für Bahntickets im Nahverkehr (+2,5 Prozent) als auch für die kombinierten Tickets für Bahn, Bus und Ähnliches (+2,0 Prozent).

Urlaub und Freizeit

Urlaub im Ausland mit einer schönen Flugreise? Das wird für viele Menschen 2023 nicht mehr möglich sein. Wie der ADAC berichtet, heben mehrere Airlines ihre Flugpreise stark an. Bis zu 46 Prozent Preissteigerung gegenüber 2022 soll es geben, im Vergleich zu 2021 verdoppeln sich die Preise mancher Airlines sogar.

Auch, wer in Deutschland bleibt und mit seiner Familien etwa in einen Freizeitpark fahren möchte, muss mehr Geld ausgeben als bisher. So erhöht zum Beispiel der Europapark in Rust seine Preise deutlich. Andere Parks, Zoos und ähnliches werden seinem Beispiel sicherlich folgen. 

Streamen: Netflix

Leider werden nicht nur Freizeitbeschäftigungen außer Haus teurer, auch für Filme- und Serien-Marathons müssen einige Nutzer künftig tiefer in die Tasche greifen – nämlich all diejenigen, die sich einen Account teilen. 

Teurere Abos erlauben das Streamen über bis zu fünf Profilen gleichzeitig. Allerdings ist das Account-Sharing von Netflix nur für Personen aus einem Haushalt gedacht, nicht für einen ganzen Freundeskreis etwa. 

Bislang ist das Teilen des Netflix-Accounts nur in lateinamerikanischen Ländern begrenzt. Ab dem Frühjahr 2023 sollen aber auch in Mitteleuropa die Märkte strenger kontrolliert werden. Kunden können dann entweder das bestehende Profil eines geteilten Accounts in einen eigenständigen ändern oder einen Aufpreis für „Unter-Konten“ zahlen. Günstigere Alternative: das neue Netflix-Abo mit Werbung abschließen.

Sonstiges: Rauchen, Krankenkasse, Erbe

Das neue Jahr 2023 bietet einen Grund mehr, das Rauchen aufzugeben. Denn im Januar wird die Tabaksteuer in Deutschland angehoben

Die Krankenkassenbeiträge steigen 2023 ebenfalls. Und besonders gemein ist die Tatsache, dass Verbraucher darüber nicht direkt informiert werden müssen. 

Etwas, das vermutlich nur Wenige auf dem Schirm haben und das einen in der Regel auch nicht oft betrifft, kann dennoch sehr ärgerlich sein: Erben wird durch das Jahressteuergesetz 2023 ab Januar teurer, wie unter anderem merkur.de berichtet – auch das Erben von Immobilien. Bei der Bewertung von Immobilien gelten ab Anfang nächsten Jahres neue Maßstäbe.

Offizielle versus persönliche Inflationsrate

Mit dem Inflationsrechner des Statistischen Bundesamtes könnt Ihr Eure monatlichen Konsumausgaben für einzelne Güterbereiche entsprechend des eigenen Verbrauchsverhaltens anpassen und Eure persönliche Inflationsrate berechnen. Ob diese unter oder über der offiziellen liegt, hängt davon ab, was in Eurem Einkaufswagen landet.

Aus einer Liste könnt Ihr die Dinge auswählen, die Ihr normalerweise einkauft. Der Rechner zeigt Euch dann, wie viel teurer die entsprechenden Artikel durchschnittlich geworden sind und wie viel mehr Ihr heute im Schnitt für Euren Einkauf zahlt.

Darüber hinaus bietet das Preis-Kaleidoskop des Statistischen Bundesamtes einen Überblick über die Preisentwicklung und die Gewichte verschiedener Güter.

Hilfen vom Staat

Das dritte Entlastungspaket wurde von der Bundesregierung verabschiedet und umfasst kurzfristige Hilfen, Reformen bei Wohngeld und Bürgergeld, zahlreiche steuerliche Maßnahmen und Maßnahmen, um die Entwicklungen bei den Energiepreisen zu dämpfen. Bereits im Oktober 2022 trat so die Senkung der Umsatzsteuer auf Gas und Fernwärme von 19 auf 7 Prozent in Kraft.

Mit dem Inflationsausgleichsgesetz verhindert die Bundesregierung zusätzliche Belastungen für Bürgerinnen und Bürger, indem Effekte der sogenannten kalten Progression ausgeglichen werden. Lohnsteigerungen zum Ausgleich der Inflation kommen so auch tatsächlich an, ungewollte Steuerbelastungen werden vermieden.

Außerdem übernimmt der Bund die Kosten für den Dezember-Abschlag für Gas und Wärme. Damit entlastet er Gas- und Fernwärmekunden spürbar, um den Zeitraum bis zur Gaspreisbremse zu überbrücken.

Diese Bremse bedeutet, dass für private Haushalte, kleine und mittlere Unternehmen (mit einem Gasverbrauch unter 1,5 Mio. kWh im Jahr) sowie Pflegeeinrichtungen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen der Gaspreis von März 2023 bis April 2024 auf 12 Cent brutto pro Kilowattstunde begrenzt werden soll, für 80 Prozent des Jahresverbrauchs vom Vorjahr.

as

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