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Falsche Kundenrezensionen

Sicherer Black Friday-Einkauf: So entlarvt Ihr Fake-Bewertungen im Internet

Ein Internetnutzer vergibt auf Amazon eine Bewertung
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Viele Online-Unternehmen, wie etwa Amazon, kämpfen gegen gekaufte Bewertungen auf ihren Webseiten.

Ob Restaurantbesuch, Hotelbuchung oder Shopping: Kundenbewertungen im Internet sind für viele Nutzer ausschlaggebend für ihre Kaufentscheidung. Aber was ist, wenn diese Bewertungen gefälscht sind? Wie Ihr Fakes erkennt, was Ihr dagegen tun könnt und welche Konsequenzen sie nach sich ziehen können, erfahrt Ihr hier.

Bewertungen von Produkten und Dienstleistungen im Netz sind extrem wichtig. Vor einem Kauf, beim Download von Apps oder auf der Suche nach Restaurants, Hotels und sogar Ärzten – Verbraucher können sich zuerst die Erfahrungen anderer Kunden ansehen.

Das ist grundsätzlich eine gute Sache für den Wettbewerb am Markt. Die Endverbraucher können davon profitieren. Es hat aber auch eine Schattenseite: Gerade weil Bewertungen so wichtig sind und sich so viele Nutzer darauf verlassen, gibt es rund um die Sterne und Daumen viel Missbrauch.

Das Geschäft mit den falschen Kommentaren

Wie viele Bewertungen im Netz tatsächlich gefälscht sind, weiß niemand. Manche Studien gehen laut finanztip.de von 10 bis 15 Prozent aus, andere von 30 oder mehr

Bei kleinen Händlern oder Dienstleistern stellt der Anbieter die Lobreden oft selbst ins Netz. Solche Fälschungen sind in der Regel relativ plump und schnell enttarnt.

Mittlerweile gibt es aber auch Agenturen, die sich auf die zweifelhafte Marketing-Strategie spezialisiert haben, im Auftrag eines Dritten Fake-Rezensionen zu schreiben. Lob gegen Geld. Hinter den professionellen Texten stecken meist echte Menschen mit mehreren Profilen auf verschiedenen Portalen. Deren Fälschungen erkennen selbst Experten nicht sofort.

Welche Ziele verfolgen Fake-Bewertungen?

Bewertungen im Internet stellen nach wie vor einen wichtigen Aspekt bei Kaufentscheidungen oder anderen Vertragsabschlüssen dar. Laut einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) haben Bewertungen im Internet und Meinungen aus dem Freundes- oder Familienkreis für 61 Prozent der Befragten einen größeren Einfluss als Werbung. Bei der Urlaubsentscheidung verlassen sich laut HolidayCheck sogar 71 Prozent der Verbraucher auf die Bewertungen anderer Kunden zu Hotels und Unterkünften.

Fake-Bewertungen vermiesen daher nicht nur Kunden den geplanten Urlaub, sondern beeinflussen auch die Unternehmen, die durch viele Retouren oder Beschwerden sowohl Kunden als auch Geld verlieren.

Die Ziele solcher Fakes sind also eindeutig:

Gute Fake-Bewertungen sollen einen Anbieter besonders gut dastehen lassen. Je besser sein Produkt in der Gesamtreputation zu sein scheint, desto mehr lockt es Verbraucher an. Oft greifen Unternehmen auf diesen Schachzug dann zurück, wenn echte Kundenbewertungen eher schlecht oder nur mittelmäßig ausfielen.

Schlechte Fake-Bewertungen hingegen sollen zum Beispiel einen Konkurrenten in besonders schlechtem Licht erscheinen lassen. Zu viele negative Bewertungen können potentielle Kunden abschrecken und erhöhen in der Folge die Chance, dass diese ein besser bewertetes Unternehmen - vielleicht das eigene - suchen.

Die meisten Portale versuchen mittlerweile, mit automatisierten und manuellen Filtern sowie mit Hilfe ihrer Nutzer gegen gefälschte Bewertungen vorzugehen.

Fünf Tipps, um Fake-Bewertungen zu erkennen

Für Verbraucher ist es sehr schwierig, eine Fake-Bewertung als solche zu erkennen. Aber es gibt einige Anhaltspunkte, die darauf hinweisen können, dass es sich um eine falsche Bewertung handelt - egal, ob gut oder schlecht:

  • Veröffentlichung der Bewertung: Stammen die Bewertungen zum Beispiel unmittelbar aus den Tagen nach der Markteinführung eines neuen Produktes, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um eine Fake-Bewertung handelt, die dazu dient, das Produkt zu pushen. Produkte werden aber nicht nur nach oben gepusht. Auch negative Bewertungen können ein Fake sein. Etwa, wenn ausdrücklich ein Produkt der Konkurrenz angepriesen wird.
  • Länge der Bewertung: Echte Verbraucher und Bewerter neigen dazu, sich kurz zu fassen. Umfangreiche, stark ausgeschmückte und detailreiche Rezensionen können daher auf Fake hinweisen.
  • Schreibstil der Bewertung: Sind die Beschreibungen besonders blumig und zum Beispiel gespickt mit Anekdoten, die die Vorzüge des Produktes beschreiben, weist das auch auf falsche Bewertungen hin. Echte User geben eher weniger aus ihrem eigenen Leben preis. Auch die Nennung der vollständigen Produktbeschreibung oder eine eher werbliche Schreibe kann auf Fake hinweisen. Auch bei vielen Superlativen oder positiven Adjektiven im Wortlaut in einer Bewertung ist Vorsicht angebracht. Perfekte Rechtschreibung oder Grammatik muss hingegen nicht unbedingt Merkmal einer Fake-Bewertung sein.
  • Andere Rezensionen des Bewerters: Ihr könnt auch andere Rezensionen eines bestimmten Bewerters gegenchecken. Immer gleich klingende oder immer super gute Rezensionen verweisen eher auf einen Fake-Bewerter. Oder Ihr googelt einzelne Abschnitte oder Sätze von Bewertungen einfach mal. Sind diese so oder so ähnlich auch woanders zu finden, ist ein Fake wahrscheinlich.
  • Überblick verschaffen: Verlasst Euch nicht nur auf die ersten drei oder vier Bewertungen und bleibt auch nicht nur bei den guten - oder schlechten - hängen. Werfen Sie einen Blick auf das Gesamtbild - und auf andere Portale, um zu sehen, ob der Gesamteindruck bei den Bewertungen sich ähnelt oder stark abweicht.

QUELLE: anwalt.org

Was kann ich tun, wenn mir etwas verdächtig vorkommt?

  • Das Profil des Bewerters prüfen: Klingt der Name unglaubwürdig? Und wie sind die Bewertungen formuliert?
  • Nichtverifizierte Käufer ignorieren: Bei kostspieligen Anschaffungen gilt es auf die Verifizierung des Käufers zu achten. In diesem Fall kann ein Käufer nur durch das Portal selbst verifiziert werden. Dadurch besteht eine Garantie, dass der Artikel selbst getestet wurde.
  • Sortieren nach eigenen Bedürfnissen: Am hilfreichsten ist es, nach den eigenen Kriterien wie “neueste Bewertungen” zu suchen und zu sortieren. Falls möglich, einen Filter etwa auf “Alter des Bewertenden” oder den zu bewertenden Reisezeitraum legen.
  • Filter für Amazon-Rezensionen: Für Amazon-Produkte gibt es mittlerweile einen eigenen Filter für persönliche Kriterien. Auf der Seite ReviewMeta gibt man den passenden Link zum Amazon-Produkt ein und daraufhin werden jegliche Fake-Rezensionen automatisch aussortiert.
  • Melde-Button für Fake-Bewertungen: Kunden können unterschiedliche Seiten vergleichen und auf Testportale wie das von Stiftung Warentest zurückgreifen. Internetseiten sollten auf jeden Fall einen Melde-Button für gefälschte Bewertungen sowie einen eigenen Prüfprozess für Bewertungen haben. Durch Melden und Überprüfen können so auch die Kunden beim Aufdecken von Fakes mithelfen.

Auf das eigene Gefühl verlassen und das Gesamtbild sehen

Einen hundertprozentigen Schutz vor falschen Bewertungen gibt es nicht. Im Zweifel solltet Ihr Euch auf Euer Gefühl verlassen: Wenn Euch an einer Bewertung etwas merkwürdig vorkommt, ist es das vermutlich auch.

Grundsätzlich gilt laut finanztip.de: „Messt der einzelnen Bewertung nie zu viel Gewicht bei, selbst wenn es sich vermutlich nicht um eine Fälschung handelt. Nicht jeder Restaurantbesucher ist ein seriöser Kritiker, notorische Nörgler gibt es immer. Ware kann defekt sein, Servicepersonal einfach einen schlechten Tag haben, Apps haben gerade zu Beginn oft technische Kinderkrankheiten. Auch bei ehrlichen Bewertungen ist daher genaues Hinsehen gefragt.”

Bei Amazon bewerten Kunden zum Beispiel oft eher die Lieferung als das Produkt. Wenig hilfreich sind auch mehrere Jahre alte Bewertungen. Restaurants haben seitdem vielleicht den Koch gewechselt, Apps mit Updates Fehler korrigiert. Und manchmal werden die Kommentare auch für Shitstorms gegen Anbieter missbraucht, obwohl das bewertete Produkt damit gar nichts zu tun hat.

Wichtiger als die einzelne Meinung ist also das Gesamtbild: Wie viele Bewertungen gibt es und welche Durchschnittsnote ergibt sich daraus? Fünf Sterne sind dabei nicht zwingend besser als vier - Es kommt immer auf die Gesamtzahl der Bewertungen an.

Tipp

Online-Bewertungen sollten bei Ihrer Entscheidung für oder gegen ein Produkt, eine Dienstleistung oder andere Angebote im Idealfall außer Acht bleiben – oder zumindest an die letzte Stelle treten. Bessere und verlässliche Einblicke bieten Ihnen seriöse Tests oder Rezensionen von Prüforganisationen wie Stiftung Warentest.

Fake-Bewertungen als unlauterer Wettbewerb

Ob Unternehmen nun mit guten Fake-Bewertungen das eigene Angebot besser dastehen lassen oder durch negative Bewertungen Konkurrenten schlecht machen wollen: In beiden Fällen liegt bei gewerbsmäßigen Marketingmaßnahmen eine wettbewerbswidrige Handlung vor, heißt es auf den Seiten von anwalt.org.

Schwierig ist es jedoch, nachzuweisen, dass es sich bei Fake-Bewertungen um bezahlte oder mit anderen Gegenleistungen verbundene Marketingmaßnahmen handelt.

Sind Fake-Bewertungen strafbar?

Zu unterscheiden ist hier in der Regel zwischen negativen und positiven Fake-Bewertungen. Eine gute Bewertung, die das Angebot eines Dienstleisters in besonders gutem Licht erscheinen lassen soll, erfüllt in aller Regel keinen Straftatbestand. Ein Betrugsversuch lässt sich zumindest regelmäßig nicht nachweisen.

Anders hingegen kann es bei einer schlechten Fake-Bewertung aussehen, die zum Beispiel dazu dienen soll, einen potentiellen Konkurrenten schlecht zu machen. Je nach Sachlage können unter Umständen zwei Straftaten erfüllt sein: Verleumdung und/ oder Beleidigung.

Eine schädliche Fake-Bewertung kann laut den Experten von anwalt.org zudem Schadensersatzansprüche des Betroffenen gegen den Verursacher begründen. Auch der Erlass einer Unterlassungserklärung kann folgen. Die falschen Bewertungen sind dann außerdem sofort zu löschen.

as

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