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Brot, Kuchen, Nudeln und Pizza

Faktencheck: Macht Weizenmehl wirklich dick und dumm?

weizenmehl
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Macht Weizenmehl wirklich dick und dumm?

Mehl, überall Mehl. Eines der bedeutendsten Grundnahrungsmittel weltweit wird auch in Deutschland viel verzehrt: Pro Kopf wurden zuletzt im Mittel jährlich 83 Kilogramm Mehl verbraucht, davon 70 Kilogramm aus Weizen. Gerade diese Sorte hat bei manchen Menschen einen schlechten Ruf - doch was ist dran an der Annahme, Weizenmehl könne dick und dumm machen?

Aus was besteht eigentlich Weizenmehl?

Auch wenn alle Mehlarten fettarm sind, bestehen sie zu mindestens 70 Prozent aus Kohlenhydraten. Doch jenes Weißmehl trägt nur noch wenig wertvollen Nährstoffe in sich. Denn es enthält lediglich die Stärke des Mehlkörpers, also das Innere des Korns, und nicht die wertvollen und gesunden Inhaltsstoffe in den Randschichten. Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine werden einfach ausgesiebt.

Je höher die Typennummer einer Mehlsorte ist, desto gesünder. So ist das Vollkornmehl am gesündesten, da es dank seines relativ hohen Anteils an Ballaststoffen unsere Verdauung fördert und uns länger sättigt.

Zu den Weizenarten zählen:

  • Weichweizen
  • Hartweizen
  • Dinkel
  • Einkorn
  • Emmer

Weizenmehl macht dick und dumm?

Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist nicht der Weizen an sich problematisch, sondern der hohe Grad der Verarbeitung eines Getreides. „Aber dick und dumm ist selbst für sehr stark raffiniertes, weißes Weizenmehl nicht haltbar“, sagt der Ernährungsexperte Stefan Kabisch von der Berliner Charité.

Der Experte weist auf ein allgemeines Problem bei Ernährungsstudien hin: Wenn man die Essgewohnheiten von Menschen auswerte, sei es quasi unmöglich, eine Komponente wie Weizenmehl isoliert zu betrachten. Deshalb lasse sich dessen konkreter Effekt auf die Gesundheit kaum einzeln messen.

Es sei allerdings plausibel, dass Menschen, die viel stark verarbeitetes Weizenmehl essen, ein höheres Risiko für Übergewicht haben, so Kabisch. Dabei spielt das Hormon Insulin eine Rolle.

Insulin

Das Peptidhormon Insulin reguliert die Aufnahme von Glucose (Traubenzucker) aus dem Blut in die Körperzellen. Es wirkt blutzuckersenkend und spielt eine wesentliche Rolle bei der Therapie des Diabetes mellitus. Insulin ist der natürliche Gegenspieler des Hormons Glucagon.

Produkte die aus stark verarbeitetem Weizenmehl hergestellt werden sind bspw.: Brot, Kuchen, Nudeln und Pizza. Selbst Pommes Frites aus der Tiefkühltheke werden bei ihrer Herstellung am Ende in Weizenmehl gewälzt, um sie knuspriger zu machen.

Wenn man etwa Toast aus weißem Weizenmehl isst, das viel einfache Stärke enthält, sorgt das dafür, dass Blutzuckerspiegel und Insulinspiegel schnell ansteigen und schnell wieder abfallen. Ist das der Fall, bekommt man bald erneut Hunger. Dann isst man voraussichtlich eher wieder etwas als jemand, der ein Vollkornprodukt mit mehr Ballaststoffen verzehrt hat und bei dem Blutzucker- und Insulinspiegel langsamer steigen und sinken.

Außerdem gebe es einen vor allem statistischen Zusammenhang zwischen dem häufigen Konsum von Produkten aus stark verarbeitetem Weizenmehl und ungesunden (Ess-) Gewohnheiten allgemein, erklärt Kabisch. „Menschen, die viel Weizenmehl essen, nehmen meist auch zu viel Zucker zu sich, essen weniger Gemüse und rauchen öfter.“

Dass Weizenmehl dumm mache, dafür gebe es gar keine Belege, so der Mediziner. „Um Einflüsse auf den Intellekt nachvollziehen zu können, bräuchte man eine großangelegte, gut designte, kontrollierte Studie, die die Entwicklung über einen langen Zeitraum untersucht.“

Fünf gesunde Alternativen zum Weizenmehl

  • Vollkornmehl
  • Buchweizenmehl
  • Mandelmehl
  • Teff-Mehl
  • Kichererbsenmehl

Die Dosis ist das Gift

Wenn Ihr gerne zu Brot und Brötchen greift und in überschaubaren Maße Pizza und Pasta genießt, schadet Ihr Eurer Gesundheit nicht. Doch wenn Ihr dank der einfachen und schnellen Zubereitung Euren Ernährungsfokus auf Weizen legt, kann es durchaus sein, dass es Euch und Eurer Gesundheit nicht bekommt: Die Menge machts!

Auf eine Mangelversorgung an Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen solltet Ihr daher schnell mit einer Ernährung reagieren, die auf Gemüse und Obst ausgerichtet ist.

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