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Brennholz wird knapp und teuer

Nachgefragt beim Kaminkehrer: Altpapier, Textilien, Möbelteile - was darf verheizt werden?

Collage aus Kaminkehrer, Kaminofen und rauchendem Schornstein
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Dietmar Haas von der Kaminkehrer-Innung Oberbayern weiß genau, was in welchem Ofen verbrannt werden darf - Müll auf jeden Fall nicht.

Die Nachfrage nach Brennholz und Pellets für den heimischen Kamin steigt. Die Preise schießen in die Höhe und manch ein Ofenbesitzer hat schon jetzt Schwierigkeiten, überhaupt genügend Brennstoff für den Winter zu bekommen. Doch auf welche Alternativen darf man zurückgreifen? Darf man seinen Müll einheizen?

Es stimmt - aus Abfall lässt sich Wärme gewinnen. Und ja, Müllverbrennung in speziellen Kraftwerken gehört sogar zu den erneuerbaren Energiequellen, in die einige Hoffnung gesetzt wird. 

Aber: Das gilt nicht für den Kaminofen im heimischen Wohnzimmer. Er ist keine Müllverbrennungsanlage. Es ist streng geregelt, in welchem Ofen was verheizt werden darf. „Die Idee, aufgrund der Kostenexplosion, Hausmüll zu verbrennen, ist sicher nicht abwegig. Jedoch sollte dies tunlichst unterlassen werden. Feuerstätten sind nur mit den für sie zugelassenen Brennstoffen zu betreiben”, sagt Dietmar Haas, Technischer Innungswart der Kaminkehrer-Innung Oberbayern.

Und Altpapier, Kunststoffe, Textilien, Möbelteile oder Bioabfälle sind kein zulässiges Brennmaterial. Je nach Feuerstelle sind ausschließlich Scheitholz, Briketts oder Pellets sowie Kohle erlaubt. „Nur ein vorschriftsmäßiger Betrieb von Feuerungsanlagen kann die Gesundheit und Sicherheit gewährleisten”, so Haas.

Die Bundesimmissionsschutz-Verordnung von 2010 regle laut dem Experten, was genau in welchem Ofen verbrannt werden darf. Wer trotzdem Abfälle verheizt, der begeht laut Dietmar Haas eine Ordnungswidrigkeit. Es droht ein Bußgeld vom zuständigen Landratsamt, wobei die Spanne bei Privatpersonen von 100 Euro bis 100.000 Euro reicht.

Warum sind die Vorschriften für die Verbrennung so streng?

Unsere Natur ist zu schützen.” Die Umwelt wird laut Experte Haas durch giftige Abgase und Verbrennungsrückstände, die beim Verbrennen im Ofen entstehen, belastet. 

Wer nicht zugelassene Brennstoffe verwendet, schadet aber nicht nur der Umwelt. Auch Gesundheitsschäden für Menschen seien nicht auszuschließen. Nicht ohne Grund sind bei professionellen Müllverbrennungsanlagen aufwändige Rauchgasreinigungen vorgeschrieben. Bei der Verbrennung unzulässiger Substanzen werden gesundheitsschädliche, teils krebserregend Stoffe wie Dioxine oder Formaldehyd freigesetzt.

Darüber hinaus ist übrigens auch der Brennwert nicht hoch. Man erzeuge eher Rauch, als wirklich für Wärme zu sorgen, heißt es von Seiten des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks. 

Wenn Ihr also Alternativen zu Holz sucht, könnt Ihr es beispielsweise mit Holzbriketts versuchen, eventuell ergänzt durch Reisig oder Zapfen - wenn Euer Ofen dafür zugelassen ist.

Private Müllverbrennung hinterlässt Spuren

Für den Experten sei es einfach, zu erkennen, ob jemand Abfall in seinem Holzofen verheizt. „Das kann schnell nachgewiesen werden, indem man zum Beispiel Brennstofflager kontrolliert oder die Asche analysiert”, so Kamin-Experte Haas. 

Vielleicht ein Grund, warum trotz gestiegener Kosten für Brennstoff die Fälle von illegaler häuslicher Müllverbrennung in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken sind. Vielleicht liegt es auch am gestiegenen Umweltbewusstsein der Bürger.

Aber angesichts der Energiepreise und steigenden Zahl an Ofen-Käufen wird es künftig vielleicht wieder häufiger vorkommen? „Wir sind keine Propheten. Jedoch haben wir immer wieder auf Innungs-Ebene Kundenanfragen zu Rauch- und Geruchsbelästigungen.”

Tipp

Unter www.schornsteinfeger.de findet Ihr viele Informationen für Verbraucher, anschaulich erklärt mit Lehrvideos.

as

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