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Tierische „Ausbrüche“ in der Region

Ob entlaufen oder auf der Alm: So schützt man sich vor Kuh-Attacken

Collage: Eine Polizistin beim Einsatz mit entlaufenen Kühen am 4. Mai/Weidevieh
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Derzeit halten entlaufene Kühe die Polizei auf Trab. Aber auch bei Wanderungen kommt es immer wieder zu kritischen Situationen.

Ausgebüxte Rinder halten derzeit Polizei und Landwirte in der Region in Atem. Gleich mehrere Fälle gab es in den letzten Tagen, bei einem Einsatz mussten sogar drei Tiere erschossen werden, weil sie eine Gefahr vor allem für den Straßen- und Schienenverkehr geworden sind. Auch auf Almweiden kommt es immer wieder zu gefährlichen Begegnungen zwischen Wanderern und Kühen.

Landreise - Kühe sind an sich friedliche und auch neugierige Tiere. Sehen sie aber für sich und vor allem für ihre Jungtiere eine Gefahr, können sie durchaus aggressiv werden und angreifen. Meist entstehen Unfälle auf Almen durch Unwissen und auch Unvorsichtigkeit. Laut Statistik der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege sind über den Sommer auf den über 1000 Almen und Alpen in Bayern rund 50.000 Rinder, im Nachbarland Österreich sind es noch einige mehr, nach Angaben von alm.at sind dort auf gut 8400 Almen sogar rund 300.000 Rinder über die Sommermonate. Der Wander-Boom der letzten Jahre sorgte in den Bergen oft für wahre Völkerwanderungen, die Wild- wie auch Nutztiere in ihrer Ruhe stören.

Dummdreiste Challenge bringt Tiere in Gefahr

In den letzten Jahren kam noch ein äußerst fragwürdiger TikTok-Trend dazu, der immer wieder aufflammt: bei der Kulikitaka-Challenge hatten Nutzer sich dabei gefilmt, wie sie wedelnden Handbewegungen auf Kühe zugerannt waren und die Weidetiere so erschreckt hatten. TikTok hat die Videos zwar gelöscht, dennoch kommt es immer wieder zu ähnlichen Vorfällen, die die Tiere so in Panik versetzten, dass sie für sich und andere zur Gefahr werden. Um gefährliche Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen, sollte man einige Regeln beachten:

Richtiges Verhalten bei Weidetieren:

  • Kontakt mit den Kühen vermeiden, diese nicht streicheln oder füttern
  • Ruhig verhalten, schnelle Bewegungen oder Schreien vermeiden, die Tiere sind schreckhaft
  • Einen großen Bogen um Mutterkühe machen, vor allem mit Hunden! Die Rinder beschützen ihre Kälber und greifen notfalls auch an
  • Hunde immer an der kurzen Leine führen, bei einem Angriff den Hund sofort ableinen, da er in der Regel schneller ist als eine Kuh. Sich dann selbst in Sicherheit bringen
  • Sollte ein Weidevieh den Weg versperren, großzügig umgehen
  • Bei Herannahen ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren, ausweichen - bei einem Angriff sollte man sich groß machen und rückwärts weggehen - nicht rennen
  • Sollten die Tiere unruhig werden, die Weide sofort verlassen
  • Gekennzeichnete Wege beachten, Gatter nutzen und wieder schließen, nicht über Zäune steigen und durch eine Kuhherde laufen
  • Rücksicht nehmen und sich respektvoll gegenüber Tieren und Natur verhalten

Begegnung mit entlaufenen Tieren:

Auch wenn man einer entlaufenen Kuh begegnet, sollte man sich genauso verhalten, um nicht selbst in Gefahr zu geraten: Ruhig bleiben, sich zurückziehen und sofort die Polizei verständigen. Große Tiere auf der Fahrbahn bedeuten automatisch: Mit dem Auto besonders vorsichtig und möglichst vorhersehbar fahren. Ansonsten bringt man schnell nicht nur die Tiere selbst, sondern auch sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.

.„Nicht alle Tiere bleiben entspannt, wenn Autos schnell und lautstark an ihnen vorbeifahren“, erklärt Achmed Leser, Unfallexperte vom TÜV Thüringen. Wer überholen will, achtet daher auf möglichst großen Abstand und verzichtet unbedingt auf Hupen und Aufheulen des Motors.

Aktuell sind in den Bereichen Palling und Wimberg Kühe „auf der Flucht“

Besondere Vorsicht ist derzeit in der Region um Palling (Landkreis Traunstein) geboten: zwei der entlaufenen Rinder konnten gegen 7.15 Uhr in der Nähe Unterhafing gesichtet und eingefangen werden. Es bleiben aber weiterhin zwei Kühe verschwunden, die trotz intensiver Suche des Besitzers nicht gefunden werden konnten. Wer die Tiere sichtet, soll sich bitte umgehend bei der Polizeistation Traunreut unter Telefon 08669/86140 melden.

Ausgebüxte Rinder im Landkreis Mühldorf am 4. Mai 2022

Ausgebüxte Rinder im Landkreis Mühldorf am 4. Mai 2022
Ausgebüxte Rinder im Landkreis Mühldorf am 4. Mai 2022 © fib/Eß
Ausgebüxte Rinder im Landkreis Mühldorf am 4. Mai 2022
Ausgebüxte Rinder im Landkreis Mühldorf am 4. Mai 2022 © fib/Eß
Ausgebüxte Rinder im Landkreis Mühldorf am 4. Mai 2022
Ausgebüxte Rinder im Landkreis Mühldorf am 4. Mai 2022 © fib/Eß
Ausgebüxte Rinder im Landkreis Mühldorf am 4. Mai 2022
Ausgebüxte Rinder im Landkreis Mühldorf am 4. Mai 2022 © fib/Eß
Ausgebüxte Rinder im Landkreis Mühldorf am 4. Mai 2022
Ausgebüxte Rinder im Landkreis Mühldorf am 4. Mai 2022 © fib/Eß

Die Flucht von sechs Kühen im Bereich Erharting und Niedertaufkirchen (Landkreis Mühldorf) endete für drei leider tödlich. Sie mussten aufgrund der Gefahrenlage an Bundesstraße und Zugstrecke erschossen werden. Zwei konnten eingefangen werden, eine ist noch unterwegs, auch hier gilt in diesem Bereich weiterhin erhöhte Vorsicht. Sichtungen bitte umgehend der Polizei Mühldorf unter 08631/3673-0 oder dem Notruf 110 melden.

si