Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Corona-Maßnahmen Schuld?

RS-Virus oder grippaler Infekt? So erkennt man den Unterschied

Kinderarzt untersucht Kind
+
Auffallend viele Kinder machen seit einigen Wochen Atemwegsinfekte durch

Nicht nur Corona oder Influenza, auch der RS-Virus macht derzeit vor allem kleinen Patienten das Leben schwer - Kinderarztpraxen und Kliniken sind überfüllt. Eine RSV-Infektion kann besonders für Babys und Kleinkinder lebensgefährlich werden. Woran man diese erkennt und wie man dann vorgehen sollte.

Husten, Schnupfen und erhöhte Temperatur - oft haben kleine Kinder gefühlt den ganzen Winter über einen Infekt. Doch nicht alle Infekte verlaufen harmlos. Wie in den vergangenen Jahren, macht auch in diesem Winter RSV die Runde. Mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) macht fast jedes Kind in seinem Leben einmal Bekanntschaft - das Virus ruft eine Atemwegserkrankung hervor, Husten, Fieber und Schnupfen sind die Folge. In diesem Jahr ist die Situation aber außergewöhnlich. Im Zuge der Pandemie ist nicht nur die Personallage in den Krankenhäusern extrem angespannt - durch die Corona-Schutzmaßnahmen hatten viele Kleinkinder noch keine Berührung mit RSV. Eine regelrechte Infektionswelle ist jetzt die Folge, die auch ältere Kinder betrifft.

Gefährlich vor allem für Babys und Kinder mit Vorerkrankungen

Gefährlich wird RSV aber vor allem für Säuglinge und Kinder mit chronischen Erkrankungen. Sie können so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen, um Sauerstoff zu erhalten. Einen der Hauptgründe für die derzeitige Welle sehen die Mediziner in den Corona-Maßnahmen. Normalerweise steckten sich 90 Prozent aller Kinder in den ersten beiden Lebensjahren mit dem RS-Virus an. „Das hat nicht stattgefunden, dann fehlen die Antikörper, deshalb haben wir jetzt diese ausgeprägte Welle“, erläuterte Matthias Keller, Leiter der Kinderklinik Dritter Orden in Passau und Vorsitzender der süddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Eine erste Studie gebe zudem den Hinweis, dass auch der Nestschutz der Säuglinge schlechter wirke, weil die Mütter mangels Konfrontation mit dem Virus weniger Antikörper in der Muttermilch hätten.

Kinder leiden unter Dauer-Infektionen

„Die Pandemie hat die Infektwellen über das Jahr, die normalerweise einem gewissen Rhythmus erfolgen, verschoben, so dass wir seit einem Jahr eine kontinuierliche Infektwelle haben“, zählte Dominik Ewald, Vorsitzender des hiesigen Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, einen weiteren Faktor auf. Krippen- und Kindergartenkinder seien ebenso wie Grundschüler einem andauernden Infektstress ausgesetzt, der das Immunsystem nie richtig zur Ruhe kommen lasse. Gleiches gelte für das medizinische Personal, das entsprechend ausgedünnt sei.

RSV ist ein altbekanntes Virus, an dem beinahe jeder mal in seinem Leben erkrankt und das oft mehrfach. Für Erwachsene und ältere Kinder ist diese Erkrankung kein Problem, gefährlich wird es für Säuglinge und Kleinkinder. Eine Impfung gegen den Erreger gibt es derzeit nicht.

Eine RS-Virus-Infektion zu erkennen ist nicht leicht, denn zunächst unterscheidet sie sich nicht von anderen Atemwegserkrankungen. Schnupfen oder eine laufende Nase, Fieber oder erhöhte Temperatur, Husten und Abgeschlagenheit sind die Begleiterscheinungen fast eines jeden grippalen Infekts, so auch des RS-Virus. Dennoch gibt es Unterschiede - hier sollten Eltern hellhörig werden und umgehend ärztlichen Rat einholen.

Vorsicht ist geboten bei folgenden Anzeichen:

  • Schwierigkeiten beim Atmen
  • Trockener Husten
  • Atemgeräusche besonders beim Ausatmen: das kann pfeifend, knisternd oder zischend sein
  • Wenn das Kind müder wirkt, als man es sonst kennt und apathisch ist
  • Schwierigkeiten beim Füttern oder Essen
  • Wenn das Kind Essen und Trinken verweigert oder dieses erbricht

Eine RSV-Infektion ist in der Regel eine Tröpfcheninfektion, kann laut RKI aber auch über Hände oder Gegenstände übertragen werden. Die Infektion kann zu einer Bronchiolitis führen, einer Entzündung der kleinen Bronchien. Es bildet sich Schleim, der gerade kleinen Kindern und Säuglingen das Leben schwer macht. So kann eine RSV-Infektion dann unter Umständen auch zu einer Lungenentzündung führen, welche für Kinder immer lebensbedrohlich ist.

Im Zweifel immer zum Arzt!

Wenn Kinder, insbesondere Kleinkinder und Babys, an schweren Atemwegserkrankungen leiden, die mit Husten und Fieber einhergehen, sollte immer und umgehend ein Kinderarzt konsultiert werden. Mildere Verläufe können auch zuhause kuriert werden, wichtig ist ausreichend trinken und viel Ruhe. Bei Verschlechterung des Allgemeinzustands muss man auch hier immer einen Arzt zu Rate ziehen.

si/dpa

Kommentare