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Ursachen, Auswirkungen und Spar-Tipps

Preisschock bei Lebensmitteln: Warum unser Essen immer teurer wird

Lebensmittel
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Preisschock bei Lebensmitteln

Das Leben wird teurer, viele Preise steigen kontinuierlich. Das spüren Verbraucher auch beim Lebensmittel-Einkauf immer deutlicher. Viele Produkte in unseren Supermärkten sind im Vergleich zum Dezember 2021 deutlich kostspieliger geworden. Doch welche Produkte genau wurden teurer - und wieso? Tipps wie Ihr beim nächsten Einkauf Geld sparen könnt.

Welche Produkte teurer geworden sind

Viele Lebensmittel sind innerhalb des letzten Jahres deutlich teurer geworden. Vor allem Gemüse (plus 9,2 Prozent), Öl oder Milchprodukte und Eier (plus 5,5 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (plus 4 Prozent) steigen im Preis. Laut den Daten des Statistischen Bundesamts kletterten die Preise im September 2021 um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Wir zeigen Euch ein paar Beispiele:

Der Verbraucherpreisindex Deutschland vergleicht die Preise immer mit dem Vorjahresmonat. Die neuesten Zahlen beziehen sich auf Dezember 2020 und 2021 und die daraus errechnete Preissteigerung:

Lebensmittel-Preissteigerung innerhalb des letzten Jahres in Prozent
Dezember 2021 im Vgl. zum Vorjahresmonat (Dez. 2020)

Gurken35,6
Speiseöle18,8
Kartoffeln17,2
Butter16,9
Kohl16,0
Eier15,3
Nudeln10,0
Joghurt7,2
Säfte5,8

 Quelle: Verbraucherpreisindex Deutschland

Darum steigen die Preise

Weltweit sind Lebensmittelpreise so hoch wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr - das zeigt die aktuelle Berechnung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, FAO. Doch wieso eigentlich? Der Anstieg der Lebensmittelpreise hat verschiedene Gründe:

  • Die Corona-Pandemie: Durch sie wurden weltweit Lieferengpässe ausgelöst und Produktionen unterbrochen. Transporte von Lebensmitteln sind weiterhin schwierig, da immer wieder Kapazitäten fehlen. Vielerorts fehlte oder fehlt es an LKW-Fahrern genauso wie an Arbeitskräften bei der Ernte - auf Grund von Corona-Ausbrüchen und den damit verbundenen Schutzmaßnahmen und Bewegungseinschränkungen. Diese Auswirkungen merken wir dann beim Bezahlen an der Supermarktkasse.
  • Die Inflation: Die Inflationsrate hat in Deutschland ein Rekordniveau erreicht. Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im September um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Erstmals seit 1993 überschritt die Inflationsrate damit wieder die Vier-Prozent-Marke. Der größte Treiber für die Preissteigerung sind die Energiekosten. Aber auch die wieder angehobene Mehrwertsteuer und Lieferengpässe. Die Produkte, die wir alle täglich nutzen, werden u.a. deshalb deutlich teuer.
  • Der Rohstoffmangel: Einerseits wurde Stahl teurer, dies wirkt sich auf die Kosten von simplen Produkten wie z..B. Konservendosen aus. Es gab einen Preisaufschlag um 30 bis 80 Prozent bei Blechdosen und Deckeln. Auch Glas wurde auf Grund der hohen Nachfrage teurer, somit sind auch die Kosten für Konserven- und Marmeladengläser gestiegen. Des Weiteren herrscht einen Mangel an Plastik, hier sind Preise um bis zu 80 Prozent gestiegen. Es geht zum Beispiel um Plastiktüten, Lebensmittelschachteln und Folien.
  • Schlechte Ernten 2021: Aus Sicht der Landwirte war der Sommer 2021 kein guter. Es regnete zu viel – mal stark, teilweise ständig. Das zeigt sich ganz aktuell bei der Getreideernte. Sie fiel unterdurchschnittlich aus. Der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS, meldet, dass die Landwirte sowohl weniger Winterweizen als auch Roggen geerntet haben als noch im Frühjahr erwartet.

Fünf Spar-Tipps:

Damit Ihr beim nächsten Einkauf strukturierter seid und Geld sparen könnt, haben wir Euch fünf Spar-Tipps zusammen gestellt.

  • 1. Gerichte für die Woche planen: Viele Familien nehmen sich bspw. am Wochenende Zeit, um die Mahlzeiten für die kommende Woche zu planen. Der Vorteil: Planung spart Geld. Wenn schon festgelegt ist, was gekocht wird, kauft man gezielter ein. Und verbraucht folglich auch gleich die frisch gekauften Sachen. Tipps für eine gute Planung findet Ihr hier.
  • 2. Einkaufszettel schreiben: Ob auf dem Handy oder auf Papier, das Schreiben eines Einkaufszettels hält Euch davon ab, spontan Produkte einzukaufen, die man eigentlich gar nicht braucht. Dies verursacht unnötige Kosten und in den meisten Fällen geraten die spontan gekauften Lebensmittel im Kühlschrank sowieso wieder in Vergessenheit und werden schlecht.
  • 3. Auf Wochenmärkte gehen: Der Wochenmarkt muss nicht immer am teuersten sein – auch wenn viele das vermuten. Immer wieder zeigen Preisvergleiche, dass der Wochenmarkt auch günstige Angebote hat. Beispielsweise ist unverpacktes Obst oder Gemüse im Vergleich zum Angebot im Supermarkt oft billiger. Kurz vor Ende vieler Märkte kann man auch noch Rabatte bekommen. Man sollte auf jeden Fall Preise vergleichen.
  • 4. Lebensmittel richtig lagern, damit weniger verdirbt: Lebensmittelverschwendung ist neben allen Folgen für die Umwelt auch teuer. Wichtig ist es Ordnung zu halten und auf die richtige Aufbewahrung zu achten - damit nichts aus dem Blick gerät, verdirbt und am Ende im Müll landet. Wer Bescheid weiß, wie welche Lebensmittel gelagert werden sollen, merkt, dass vieles so deutlich länger hält: Beispielsweise brauchen es Kartoffeln dunkel und kühl, sonst treiben sie aus. Außerdem gehören Tomaten nicht in den Kühlschrank. Bananen werden, wenn sie neben Äpfeln lagern, schneller reif oder überreif usw. Auch das Einkochen, Einwecken und Einfrieren spart Zeit und Geld.
  • 5. Leitungswasser trinken: Immer wieder zeigen Untersuchungen und Tests, dass Leitungswasser mindestens genauso gut ist wie teures gekauftes Mineralwasser. Wer in einem Gebäude mit neueren Leitungen wohnt, kann das Wasser problemlos trinken und spart sich Einkauf, Kisten schleppen und vor allem Geld.

Was können wir in Zukunft erwarten?

Man könnte meinen die Preise hätten nun ihr Maximum erreicht und würden in Zukunft nicht weiter ansteigen, jedoch planen mehr als zwei Drittel der Nahrungsmittelhersteller in Deutschland in den kommenden Monaten weitere Preiserhöhungen. Das seien so viele wie nie zuvor im wiedervereinigten Deutschland. „Somit dürften die Nahrungsmittelpreise in diesem Jahr ein maßgeblicher Inflationstreiber werden. Die Teuerung in den Supermärkten fängt jetzt erst an“, sagte Christian Janze von der Beratungsfirma EY. „Die Erzeugerpreise ziehen stark an, das hat am Ende dann auch Auswirkungen auf die Verbraucherpreise, vor allem nach der nächsten Ernte.“ Es stehe ein „Preisschock“ bevor.

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