Wander-Tipp: Auf das Dach Rosenheims

Durch die Rosengasse auf den Großen Traithen

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Ein letztes Mal Kräfte bündeln, von hier aus nur noch eine halbe Stunde auf den Gipfel des Großen Traithen.

Sudelfeld – Jeden Freitag finden Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal führt uns die Tour durch die Rosengasse auf den Großen Traithen im bayerischen Voralpenland. Der Gipfel ist vielleicht nicht so bekannt wie der Wendelstein, für ruhesuchende Wanderer also genau das Richtige:

Wie bei vielen Bergen führen auch auf den Großen Traithen (1852m) mehrere Wege. Die vorgeschlagene Tour führt von der Rosengasse in knapp drei Stunden auf den Gipfel. Oben angekommen wird man von einem Panorama belohnt, das man unten vielleicht nicht erwartet hätte.

Ganz so bekannt wie der nördliche Wendelstein ist er nicht und bei weitem versteckter – der Große Traithen. Dabei überragt er ihn um 14 Meter, was ihn zur höchsten Erhebung des Landkreises Rosenheim macht, auch wenn der Gipfel mit dem Landkreis Miesbach geteilt werden muss. Da keine Bergbahn hinauf führt, bleiben die wirklichen Menschenmassen aus, ein großer Pluspunkt, für den, der die Einsamkeit sucht. Dafür kann man allerlei andere Zeitgenossen sehen: Kühe auf den Almwiesen, Gämse, oder mit sehr viel Glück auch Steinböcke.

Die Wanderung im Überblick

  • Berg/Gipfel: Großer Traithen, Mangfallgebirge
  • Höhenmeter der Wanderung: 752 Meter 
  • Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Berggasthof Rosengasse, Rosengasse 1, 83080 Oberaudorf, erreichbar von Oberaudorf, Brannenburg über die mautpflichtige Tatzelwurmstraße oder Bayrischzell. Der Fahrweg zum Gasthof ist ausgeschildert. Parkgebühr 3 Euro (Gebühren werden bei Verzehr im Gasthof verrechnet.)
  • Gehzeit: 2–3 Stunden aufwärts, 2 abwärts. 
  • Schwierigkeit: Mittelschwere bis schwere Bergwanderung, je nach Umfang. 
  • Einkehrmöglichkeiten: Berggasthof Rosengasse, am Ausgangspunkt oder Fellalm (1621m) auf dem Fellalmsattel zwischen Großem und Kleinem Traithen.
  • Wann sollte man aufpassen? Besonders nach Niederschlägen ist es nass. Zum einen kann die Tour zu einer Schlammschlacht werden, außerdem sollte man nicht unterschätzen, dass die steileren Passagen durch Gestein sehr glitschig sein können. Rutschgefahr!
  • Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 1/5 Punkte: Trittsicherheit und Orientierungsvermögen sollte auf jeden Fall vorhanden sein.
  • Für Familien mit Kindern geeignet? 3/5: Durch vergleichsweise kurze Wege hinauf selbst für kleinere Kinder ab circa 5 Jahren gut zu schaffen. Allerdings sollten die frei weidenden Kühe und die schmalen Pfade nicht unterschätzt werden.
  • Für Hunde geeignet? 4/5: Bis auf eine kleine Stelle mit zwei Trittstufen keine größeren Abhänge auf dem Weg. Dennoch teilweise steil, darum eventuell Leine mitnehmen.
  • Lohnt der Gipfel-Ausblick? 5/5: Bei guter Sicht herrliche Ausblicke auf Chiemsee, Simssee, Alpenvorland mit Rosenheim, Sudelfeld, Inntal, Kaisergebirge und die Eisriesen der Hohen Tauern mit Großglockner und Großvenediger sowie der Zillertaler Alpen.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

  • Der Streckencharakter: Man geht kaum auf breiten Forstwegen, vielmehr auf Pfaden und Steigen, die durch die teilweise dichte Vegetation führen. Man möchte sich dabei schon fast wie ein Expeditionist fühlen. 
  • Aufwand/Nutzen: Durch die kurze Strecke hinauf kann man die Tour auch spontan als Halbtages- oder Feierabendtour (bei guter Kondition) absolvieren und wird für dem Aufwand mit einem tollen Panorama belohnt.
  • Ruhe und Einsamkeit: Wer diese Tour unter der Woche geht, dem wird auffallen, dass dort weitaus weniger los ist als am benachbarten Wendelstein oder am Sudelfeld. Insofern ist die Wanderung auch eine Tour für denjenigen, der die Menschenmassen leid ist.            

Startpunkt ist die Rosengasse, von wo aus es anfangs noch über einen asphaltierten Fahrweg geht. Diesen verlassen wir nach einer guten Viertelstunde, als die ersten hundert Höhenmeter bereits geschafft sind zugunsten eines schmaleren Pfades. Dieser schlängelt sich erst noch durch Wiesen, schon bald aber erreichen wir einen Wald, der durch seinen reichhaltigen Schatten besonders in heißen Sommertagen zum angenehmsten Teil der Tour wird.

Dem Wendelstein einen Gruß hinüber werfen

In den Lücken sehen wir immer wieder den Wendelstein herübergrüßen, den wir uns aber für ein andermal aufheben. Nachdem wir uns einige Zeit durch die üppige Vegetation bewegt haben, folgt ein Felsblock, der mit zwei Trittstufen entschärft worden ist. Nach einer guten Stunde ab der Rosengasse erreichen wir den Traithenkessel, der bereits auf 1.500 Metern über dem Meer liegt. Ab hier kann man rechts den leichteren Weg einschlagen und gelangt in 1 3⁄4 Stunden zum höchsten Punkt der Tour oder man hängt noch eine halbe Stunde dran und gelangt auf schwerere, aber definitiv schönere Weise über das Steilner Joch auf den Gipfel. Da der schwerere Weg mit „schwarz“ gekennzeichnet ist, bleibt dieser Pfad jedoch Bergfreunden mit einer gewissen alpinen Erfahrung vorbehalten. 

Von drüben grüßt der Wendelstein, hier zeigt er sich von seiner Südseite.

Nach weiterem Weg durch die nun von überwiegend aus Latschen bestehenden Vegetation kommt man zu einer Weggabelung: wer zuerst den Kleinen Traithen (1722m) angehen möchte, der hält sich rechts, wir entscheiden uns aber, zuerst dem Großen aufs Dach zu steigen.Hier müssen wir aufpassen: nach Niederschlägen kann die Tour zu einer matschigen Angelegenheit werden. Ebenso ist der Weg nicht immer gut markiert, weswegen wir uns auf ein bisschen Orientierungsvermögen verlassen müssen. Da der Gipfel aber immer in Sichtweite ist, wird dieses Können dennoch nicht allzu sehr in Anspruch genommen. 

Nach der Etappe durch den Morast kommen wir nun zum Fellalmsattel. Hierbei wird der Wanderer vor drei Wahlen gestellt: entweder rechts zum Gipfel des Kleinen Traithen, oder man stärkt sich an der nahe gelegenen Fellalm mit einer leckeren Schorle oder man nimmt den Gipfelsturm in Angriff. 

Wanderung auf den Großen Traithen

Die Mühe wird belohnt!

Der Blick über den Brünnstein (halbrechts mittig) aufs Inntal hinunter.

Nach dem Passieren der Kuhweide (Achtung, nicht jeder Wanderer ist bei den Kühen gleichermaßen willkommen, besondere Vorsicht ist bei Hunden geboten!) benötigt man lediglich noch eine Dreiviertelstunde durch Latschen und Gestein, ehe man auf dem Dach des Landkreises Rosenheim steht. Oben angekommen erfreut ein kaum enden wollendes Panorama das Wandererauge: Neben dem Alpenvorland mit der Stadt Rosenheim, Sims- und Chiemsee blickt man rüber zum Inntal und dem Kaisergebirge, in der Ferne überstrahlen die Gipfel und Gletscher der Hohen Tauern und Zillertaler Alpen die Erhebungen der Kitzbüheler Alpen und im Westen grüßen Zugspitze, Karwendel, Rofan und das Mangfallgebirge. D er verdiente Lohn für getane Arbeit! Der Abstieg erfolgt wie der Aufstieg oder man steigt über das Steilner Joch ab.

Simon Schmalzgruber

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