Wander-Tipp: Von der Mühlau auf den Brünnstein

Der schönste Aussichtspunkt im Landkreis Rosenheim

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Das Ganze ein bisschen näher betrachtet zeigt die große Erschließung des Berges.

Oberaudorf – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es von der Mühlauf auf einen herrlichen Aussichtspunkt.

Ganz versteckt liegt der Brünnstein nahe der deutsch-österreichischen Grenze. Lediglich aus dem Inntal oder auf dem Weg zum Sudelfeld zeigt er sich zeitweise als wuchtige Mauer. Und dennoch gehört der Brünnstein zu einem der beliebtesten Gipfel der Region. Nicht zuletzt wegen seines bombastischen Panoramas, das von Hochkönig, den Hohen Tauern ab der Glocknergruppe bis zu den Bergen um Innsbruck reicht. Trotzdem sei an dieser Stelle gesagt, dass durch das schlechte Wetter der letzten Wochen noch viel Schnee in den Alpen liegt und deshalb von einer Besteigung momentan noch abgeraten wird.

Wander-Tipp: Auf den Panoramaberg Brünnstein

Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Brünnstein, 1.634 Meter (Westgipfel), bzw. 1.614 Meter (Ostgipfel), Mangfallgebirge 

Höhenmeter der Wanderung: Circa 970 Meter 

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Wanderparkplatz Mühlau, 83080 Oberaudorf (kostenlos) 

Gehzeit: Circa drei bis dreieinhalb Stunden 

Schwierigkeit: Bis zum Brünnsteinhaus leichte Bergwanderung auf Forstweg, dann steiler und ausgesetzter Steig (Felsklammern und Seil kurz vor dem Gipfel) 

Einkehrmöglichkeiten: Brünnsteinhaus, 1345 Meter 

Wann sollte man aufpassen? Ab dem Brünnsteinhaus ist Trittsicherheit geboten 

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 3/5 Punkte: Besonders die Passage ab dem Brünnsteinhaus ist blutigen Anfängern abzuraten. 

Für Familien mit Kindern geeignet? 4/5: Das steile Schrofengelände zum Schluss und die Länge der Tour sind Faktoren, die den Genuss einschränken könnten. 

Für Hunde geeignet? 4/5: Kein Problem für bergerfahrene Hunde, kleinere und ängstliche Vierbeiner sollten jedoch zuhause bleiben. 

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 5/5: Mit Fug und Recht kann behauptet werden, dass der Brünnstein der tollste Aussichtspunkt des Landkreises ist. Zumal er noch auf Schusters Rappen erobert werden muss, während man auf den nahen Wendelstein bequem mit der Zahnradbahn kutschiert werden kann.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Die Aussicht: Großglockner, Großvenediger, Olperer, Zugspitze, nur vier prominente Berge, die vom Brünnstein aus bewundert werden können. Aber auch ein toller Blick ins Inntal und ins Alpenvorland mit der Stadt Rosenheim ist erwähnenswert.

Abwechslung: Die Tristesse der Forststraße ist ab dem Brünnsteinhaus perdü, an dessen Stelle tritt ein aufregender Steig über Schrofengelände, am Schluss müssen auch die Hände zum Einsatz kommen.

Massenfreundlichkeit: So abschreckend er auch aussieht, durch seinen regen Besuch ist der Berg massenfreundlich. Unterwegs oder auf dem Gipfel werden sich immer wieder Möglichkeiten für einen netten Ratsch ergeben.

Hinter dem restlichen Mangfallgebirge mit der gezackten Rotwand erhebt sich die Zugspitze.

Wir starten vom Wanderparkplatz Mühlau, der zwischen dem Sudelfeld und Oberaudorf liegt. Durch die Ausschilderung („Brünnsteinhaus“) ab Oberaudorf ist er aber gut zu finden. Auf dem eintönigen Forstweg, der im Winter eine Rodelstrecke ist, gehen wir durch den Wald. Nach einer guten halben Stunde gelangen wir an eine Lichtung mit dem Ortsteil Rechenau. 

Noch von fern grüßt bereits unser heutiges Ziel. An den wenigen Häusern vorbei tauchen wir wieder in den Wald ein. Eine Dreiviertelstunde nach dem Start kommen wir an einem Holzdepot vorbei. Der Weg wird nicht aufregender, aber durch die gute Beschilderung können wir uns sehr schlecht verlaufen. Nach gut eineinviertel Stunden lichtet sich der Wald langsam, aber sicher und auf einmal erscheint der Brünnstein schon sehr nah. 

Eine halbe Stunde später sind wir schon am Brünnsteinhaus angelangt. Nun lassen wir den öden Forstweg hinter uns und beginnen mit immer größer werdendem Panorama in Richtung Süden unseren Gipfelanstieg. Weiterhin gut ausgeschildert und markiert wird der weiche Bergwaldboden immer steiniger, auch kleinere Schneefelder sind hin und wieder zu queren. 

Die Glocknergruppe (von links nach rechts:): Hoher Tenn, Kleines und Großes Wiesbachhorn, Bratschenköpfe, Klockerin, Hohe Riffl, Bärenköpfe und Johannisberg.

Kurz vor dem Gipfel müssen wir noch einmal mit den Händen anpacken: Zum Glück ersparen uns Felsklammern und ein Drahtseil größere Anstrengungen. Kaum diese Etappe gemeistert, stehen wir schon auf dem 1.614 Meter hohen Ostgipfel mit seiner kleinen Kapelle. Wem der Trubel auf dem Gipfel zu viel ist, der kann mit einem Mehraufwand von 15 bis 20 Minuten noch den Westgipfel besteigen. 

Diese Variante ist aber technisch versierteren Bergfreunden vorbehalten, da der Weg erstens sehr ausgesetzt und zweitens mit keinerlei Hilfsmitteln wie Seilen oder „Bierhenkeln“ präpariert ist. Abstieg wie Aufstieg.

Simon Schmalzgruber

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