Wandertipp: Einfache Tour, die sich lohnt

Ebersberg punktet mit viel Abwechslung und toller Aussicht

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Über Ebersberg hinweg präsentieren sich auch Hochries, Heuberg, Kranzhorn, Kaisergebirge, Inntal und die Venedigergruppe.

Ebersberg – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es vom Ebersberger Bahnhof auf einen herrlichen Aussichtspunkt.

Wer zu Zeiten in Ebersberg unterwegs war, wo die Umgehungsstraße noch nicht existierte, dem wird der betonerne, 35 Meter Hohe Turm am Ortsausgang sicherlich aufgefallen sein. Während des Ersten Weltkrieges ersetzte dieser einen seit 1873 bestehenden Holzturm auf der Ludwigshöhe. Bereits im Ebersberger Forst, einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands, gelegen, bieten sich von ganz oben tolle Blicke über das Alpenvorland bis zu den vergletscherten Zentralalpen, der Zugspitze und nach München hinunter.

Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Ludwigshöhe, 620m

Höhenmeter der Wanderung: circa 100m

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Bahnhof Ebersberg, Bahnhofsplatz 1, 85560 Ebersberg

Gehzeit: 30-45 Minuten

Schwierigkeit: sehr leicht

Einkehrmöglichkeiten: Restaurant Akropolis, L'italiano, Seecafé am Klostersee, Al Lago, Ebersberger Alm

Wann sollte man aufpassen? An der vielbefahrenen Hauptstraße ist auf den Verkehr zu achten.

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 5/5 Punkte: Sofern man das Spazieren an Straßen gewohnt ist, sind keinerlei technischen Schwierigkeiten auf dem Weg gegeben

Für Familien mit Kindern geeignet? 3/5: Bei kleineren Kindern ist der Abschnitt an der Straße nicht empfehlenswert, deswegen lieber die Tour verkürzen und oben bei der Ebersberger Alm parken.

Für Hunde geeignet? 3/5: Auch Hundehalter sollten im Straßenverkehr aufpassen, nervöse Vierbeiner also lieber anleinen oder auch oben parken.

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 5/5: Fast so weitreichende Ausblicke wie bei der vorgestellten Tour um den Schnaitseer Fernsehturm – allerdings mit dem Plus, signifikante Gebäude Münchens klar und deutlich zu erkennen.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Die Aussicht: Nicht nur München und die Zugspitze sind bei guter Sicht zu erkennen, sondern auch die schneebedeckten Dreitausender mit der „weltalten Majestät“, dem Großvenediger sowie die 160 Kilometer entfernten Erhebungen des Toten Gebirges in Oberösterreich.

Das kulinarische Angebot: Wer die Tour verlängern will und die kulinarischen Seiten Ebersbergs entdecken will, kann auf dem Weg aus mehreren Einkehrmöglichkeiten wählen.

Abwechslung: Aus dem hektischen Trubel der Hauptstraße entflieht man, wenn die Runde am Klostersee gemacht wird. Wenn nicht, auch egal. Beide Wege treffen sich an der Heldenallee wieder. Diese zieht sich, der städtischen Bebauung immer mehr und mehr entfliehend, mit über 80 Linden zur Ludwigshöhe hinauf. Dort wartet neben dem Turm und dem Restaurant auch ein Denkmal auf, das dem großen Dichter der deutschen Romantik, Joseph von Eichendorff, gewidmet wurde.

Blick über nahezu die gesamten Bayerischen Voralpen und den Karwendel.

Zugegebenermaßen, der erste Teil der Tour ist nicht schön. Wir verlassen das Bahnhofgebäude und gehen in Richtung Norden. Das Landratsamt rechts liegen lassend, gehen wir die Eichthalstraße entlang. Von dort biegen wir in die Heinrich-Vogl-Straße ein. Weiter nordwärts vereinigt sich diese mit der Bahnhofsstraße zur Eberhardstraße. Früher, als die Umgehungsstraße noch nicht gebaut wurde, quetschte sich der ganze (Schwerlast-)Verkehr durch das enge Städtchen. Zum Glück entschärft diese seitdem die Blechlawine. 

Zuerst die Stadtverwaltung, dann die Freiwillige Feuerwehr passierend, nähern wir uns dem Klostersee. Kurz nach dem italienischen Restaurant biegen wir in die Josef-Maier-Promenade ein. Nachdem wir das Südufer abgelaufen sind, biegen wir nach rechts und schlüpfen zwischen dem kleinen

Weiher und dem Klostersee hindurch und biegen wieder nach rechts. Am Priel entlang kommen wir erst ans Seecafé, dann an ein Hotel. Vor dem Restaurant „Al Lago“ biegen wir scharf nach links und schrauben uns die Heldenallee hoch. An über 80 Linden werden wir nun vorbeigehen, die an die Ebersberger Opfer des Ersten Weltkrieges erinnern. Hin und wieder müssen wir steilere Abschnitte in Kauf nehmen, aber rasch kommen unserem Ziel näher und näher. 

Nahezu die gesamte Nordseite des zerklüfteten Karwendels ist von hier aus zu sehen.

Bald schon ist die Ebersberger Alm erreicht. Den letzten Abschnitt noch schnell hinter uns gebracht und schon stehen wir am Aussichtspunkt. Nun noch schnell die 169 Stufen steigen und wir stehen auf der obersten Plattform des Aussichtsturm, der zu besonderen Anlässen oder gegen eine Spende von 30 Euro auf Nacht beleuchtet werden kann. Von dort schweift unser Blick von München und dem Ebersberger Fort im Norden zu den verschneiten Dreitausendern der Zentralalpen im Süden, von Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, bis tief hinein nach Oberösterreich, zum Toten Gebirge. Rückweg wie Hinweg.

Simon Schmalzgruber

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