Wander-Tipp: Von Maria Alm aufs Breithorn

Eine besondere Tour mit „Herr der Ringe“-Flair im Salzburger Land

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Markante Gipfel über Saalfelden: das Persail- (links) und das Breithorn.

Maria Alm – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wandertipp. Heute geht es ins Steinerne Meer, nämlich auf einen höheren Gipfel mit dem Esprit der beliebten Fantasy-Trilogie. Langsam aber sicher geht der Bergsommer zu Ende.

Auf den höheren Bergen hat es bereits geschneit und es wird nicht mehr lange dauern, bis der Schnee dauerhaft liegen bleibt. Wer noch einmal hoch hinaus will, sollte also schnell sein.

Die Wanderung im Überblick 

  • Berg/Gipfel: Breithorn, Steinernes Meer, 2504m 
  • Höhenmeter der Wanderung: 1370 Meter 
  • Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Parkplatz Sandten, 1150m, erreichbar von Maria Alm 
  • Gehzeit: 4 – 5 Stunden hinauf, 3-4 hinab 
  • Schwierigkeit: Für das Steinerne Meer verhältnismäßig einfach, da schnell zu erreichen und technisch nicht allzu schwierig. Trotzdem alpine Tour! 
  • Einkehrmöglichkeiten: Riemannhaus, 2177m 
  • Wann sollte man aufpassen? Ab Riemannhaus etwas schlechte Beschriftung des Weges, Gefahr, sich zu verirren. 
  • Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 2/5 Punkte: Zwar ist die Tour nicht allzu lang, aber dennoch sollte der alpine Charakter nicht unterschätzt werden.
  • Für Familien mit Kindern geeignet? 2/5: Das Gleiche gilt für Kinder: Erfahrung sollte vorhanden sein. Wenn die Tour zu lange ist, kann man diese auch beim Riemannhaus beenden. 
  • Für Hunde geeignet? 3/5: Mit Bergerfahrung eine tolle Tour auch für den tierischen Begleiter! 
  • Lohnt der Gipfel-Ausblick? 5/5: Herrliche Ausblicke auf die gesamten Berchtesgadener Alpen, Steinberge, Zentralalpen und den Pinzgau mit dem Zeller See! 

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt 

  • Der Streckencharakter: Wandert man erst in einen Felsenzirkus, steigt man über sattgrüne und blühende Wiesen auf, die schlagartig in der felsigen Kargheit des Steinernen Meeres münden. 
  • Aufwand/Nutzen: Dadurch, dass der Startpunkt der Tour relativ weit oben liegt, muss man weniger Höhenmeter im Vergleich zu anderen Bergen überwinden und hat somit einen 2500er, der als Tagestour zu schaffen ist. 
  • Riemannhaus: Eingebettet in die Ramseider Scharte – dem bekanntesten Felsentor des südlichen Steinernen Meeres – zwischen Sommerstein mit seiner „Eule“ und Breithorn, liegt das Riemannhaus spektakulär. Bei tollem Panorama auf Zeller See und die Hohen Tauern bietet es sich mehr als an, hier zu rasten, zu speisen oder gar zu nächtigen. 
Nun wird klar, warum der Sommerstein auch "Eule" genannt wird.

Los geht’s beim kleinen Parkplatz Sandten, den man von Maria Alm auf einer kleinen Straße erreicht. Von dort aus geht es zuerst über einen breiten Fahrweg. Nach kurzer Zeit wird bereits der Blick auf unser heutiges Ziel, das Breithorn frei. Von hier aus erscheint es schroff und abschreckend, wie alle anderen Berge in diesem beeindruckenden Felsenzirkus. Nach gut eineinhalb Stunden ist die Talstation der Materialseilbahn erreicht, die die Güter zum Riemannhaus transportiert. Kurz davor biegen wir nach links ab und steigen nun auf einem schmäleren, kiesigen Steig nach oben. 

Nun geht es steil bergauf. Durch Wiesen, die im Frühsommer prächtig blühen, schlüpfen wir auf dem Weg zur Berghütte erst unter einem kleinen Wasserfall hindurch und müssen uns immer wieder am Seil einheben, denn rechts geht es mittlerweile ziemlich steil nach unten. Je höher wir gelangen, desto eindrucksvoller wird auch die Aussicht auf den Saalfeldner Talkessel und die schneebedeckten Hohen Tauern. Unterwegs bieten sich mehrere Stellen zur Rast und zum Verweilen an, aber wir steigen weiter gen Riemannhaus auf. 

Berg Heil!

Nach gut drei Stunden haben wir die im Sommer viel besuchte Hütte erreicht und schlagartig stehen wir in einer anderen Welt: die sattgrünen und blühenden Wiesen, wie sie auch in Rohan aus der „Herr der Ringe“- Trilogie vorkommen könnten, sind passé und wir stehen in der Kargheit des Steinernen Meeres. Diese erinnert nun viel mehr an Mordor, aber keine Angst: weder müssen wir einen Ring irgendwo versenken, noch lauern Orks und Uruk-Hai, noch gehören die Augen der nahen „Eule“, wie der Sommerstein auch genannt wird, dem Unterwelts-Herrscher Sauron. Nach einer kurzen Rast müssen wir achtsam sein und dürfen den Wegweiser zum Breithorn nicht übersehen, sonst ist man schnell auf dem Weg in Richtung Deutschland. Nun geht noch gut eineinhalb Stunden weiter, großteils über Steintreppen, die den Fan auch an den Aufstieg der Hobbits bei Minas Morgul erinnern. 

Sind alle Stufen überwunden, heißt es endlich „Berg Heil!“ Wir schauen in das von der Saalach geprägte Saalfeldner Becken tief hinab, über den Zeller See hinweg zu den schneebedeckten Hohen Tauern ebenso wie zum Hochkönig, dem Watzmann und den Rest der Berchtesgadener Alpen bis nach Salzburg. Abstieg wie Aufstieg.

Simon Schmalzgruber

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