Hinweis der Redaktion: Das Wetter in den heimischen Bergen vom 17.- 19. September

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Wander-Tipp auf über 2.500 Meter

Hochalpin, wild und kräftezehrend - der lange Anstieg auf den Hohen Göll

Das Gipfelkreuz des Hohen Göll ist mit eins der schönsten in der Region.
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Das Gipfelkreuz des Hohen Göll ist mit eins der schönsten in der Region.

Schönau am Königssee – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es vom Parkplatz Hinterbrand auf den Hohen Göll. 

Der Hohe Göll: wild und uneinnehmbar erscheint der massive Bergstock mit seinen scharfen Graten, wenn man ihn von Norden, Osten oder Westen ansieht. Doch von Süden ist der „Ge”, wie er in der Ortsmundart genannt wird, gütiger. Die heutige Tour verlangt zwar nicht so steile und ausgesetzte Kletterei, dafür gilt es, einen anderen Preis zu zahlen: Der Anstieg ist lang und kräftezehrend. Eine Tour für den klettertechnisch nicht ganz so versierten, aber ausdauerstarken Bergfreund. 

Vom Parkplatz Hinterbrand auf den Hohen Göll

Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...auf dem es in der Früh schon ziemlich zugehen kann. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Es geht über eine Brücke. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Nun biegen wir links ab. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
2019 herrschte noch reger Baustellenbetrieb. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Es geht über Treppen... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...zum nächsten Wegweiser. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Rind crossing! © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Wir biegen rechts ab... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...und landen im Wald. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Entweder gehen wir so... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...oder so... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...kommen aber auf jeden Fall hier wieder raus. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Auf breitem Wege... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...geht es in Richtung Jenner. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Und wieder ein Wegweiser. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Das Schneibsteinhaus kommt in Sicht, das zu Füßen des 2.276 Meter hohen Schneibsteins liegt. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Für uns geht es links weiter... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...und lassen das Schneibsteinhaus rechts liegen. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Ein Blick hinüber zum wolkenverhangenen Watzmann, den von der Sonne angestrahlten Großen Hundstod (2.593 Meter) und ins Steinerne Meer. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Nun sind wir auf dem Torrener Joch angelangt, das den Göllstock vom Hagengebirge trennt. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Viereinhalb Stunden laut Wegweiser noch. Puh... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Etwa zwei Stunden später sind haben wir das härteste vorerst hinter uns. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Am Jägerkreuz auf 2.185 Meter. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Der Gipfel des Hohen Bretts ist bald erreicht. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Über den kalkigen Bergrücken... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...zu einem kleinen Gedenkkreuz... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...und wir sind auf dem Hohen Brett oben. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Nun geht es wieder ein paar Höhenmeter hinab... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...in Richtung Brettriedel. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Nochmal hinunter... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...und sogar am Seil... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...doch stets markiert ist der Weg. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Die letzten Meter zum Brettriedel... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...und dann sind wir oben. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Es geht wieder hinab... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...und hinab. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Wir blicken zum Torrener Joch und zum Jenner hinüber. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Ein Zwischenziel für Gipfelsammler: Der Große Archenkopf (verlangt allerdings ungesicherte Kletterei im II. Grad). © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Nun gilt es ein Schneefeld zu queren. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Von nun an nur noch bergauf. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Wer genau hinsieht, erkennt den Weiterweg. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Auf in den Schlussspurt! © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Eine Gams kreuzt den Weg. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Hier wird deutlich, dass der Hohe Göll früher mal ein Korallenmeer war. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Ein Blick hinunter ins Salzachtal. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Wir erreichen das Kuchler Kreuz. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Wolkenspiel im Gipfelbereich. © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Das Gipfelkreuz ist nun zum greifen nah... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...und endlich sind wir da! © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
Ein Blick zurück... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...und auf den Chiemsee... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...zur Reiter Alm... © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt ist der Parkplatz Hinterbrand bei Schönau am Königssee.
...und zur Ramsau hinunter. © Simon Schmalzgruber

Die Wanderung im Überblick 

Berg/Gipfel: Jägerkreuz, 2.185 Meter, Hohes Brett, 2.338 Meter, Brettriedel 2.344 Meter, Großer Archenkopf, 2.391 Meter (optional) und Hoher Göll, 2.522 Meter 

Höhenmeter der Wanderung: Circa 1.200 Höhenmeter 

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Parkplatz Hinterbrand, Scharitzkehlstraße 40, 83471 Schönau am Königssee, gebührenpflichtig (5 Euro)

Gehzeit: Sechs bis sieben Stunden einfach

Schwierigkeit: schwer (schwarz) 

Einkehrmöglichkeiten: Schneibsteinhaus, 1.668 Meter, Carl-von-Stahl-Haus, 1.736 Meter

Benötigte Ausrüstung / Kenntnisse: Festes Schuhwerk, gegebenenfalls Stöcke, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, Kletterfertigkeiten im I. Grad (schwierige Stellen sind mit Seilen entschärft), gegebenenfalls Grödel 

Wann sollte man aufpassen? Ab dem Torrener Joch und ab dem Hohen Brett sind immer wieder recht ausgesetzte Passagen, die allerdings mit Seilen gesichert ist. Hier kühlen Kopf bewahren! 

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 2/5 Punkte: Zwar ist die Tour lang und teilweise ausgesetzt, allerdings nicht allzu sehr fordernd und zudem markiert, sodass sie von ausdauerstarken Anfängern in Erwägung gezogen werden kann. 

Für Familien mit Kindern geeignet? 1/5: Lediglich konditionsstarke Familien sollten die Tour in Angriff nehmen, ansonsten ist das Hohe Brett auch ein schönes Ziel.

Für Hunde geeignet? 0/5: Hundebesitzern ist die Tour aufgrund der Länge, der Kletterpassagen, dem Nicht-Vorhandensein von Quellen sowie der Anleinpflicht im Nationalpark abzuraten. 

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 4/5: Vom Chiemsee und dem Alpenvorland über die gesamten Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, von den Salzkammergutbergen bis zu den Zentralalpen: Die Aussicht ist vom Hohen Göll sehenswert – sofern der Gipfel nicht wolkenverhangen ist. 

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt  

Ruhe und Einsamkeit: Die schiere Länge ist Abschreckung genug für diejenigen, die Bergspitzen in Sandalen erklimmen und sich dabei als die größten Gipfelstürmer fühlen - von Menschenmassen bleibt man also hier größtenteils verschont. 

Alpines Abenteuer: Die Länge lässt die Tour einerseits zu einem Abenteuer werden, andererseits ist es die kontrastreiche Strecke, die erst durch Bergwald und Almwiesen, dann über den grasigen und schrofigen Rücken des Hohen Bretts schließlich in die Kalkwüste des Hohen Gölls führt. 

Nationalpark Berchtesgaden: Lediglich der Nationalpark Bayerischer Wald ist noch älter als der, durch den diese Tour führt. Neben interessanten Pflanzen und unbelassener Natur können hier seltene Tier wie beispielsweise Gämsen beobachtet werden. 

Für wen die Tour nix ist  

Wer weder Orientierungsvermögen, noch Ausdauer oder Kletterfertigkeiten im 1. Grad besitzt, sollte diese Tour nicht gehen. 

Marsch Marsch! 

Unser Start ist am Parkplatz Hinterbrand, auf dem es bereits in der Früh ziemlich zugehen kann. Von dort aus geht es erst einmal gemütlich in Richtung Torrener Joch mit dem Carl-von-Stahl-Haus. Auf breitem Wege erreichen wir bald die Mittelstation der Jennerbahn. Kurz davor biegen wir links ab und schrauben uns über einen Steig und Serpentinen nach oben. Es kann durchaus vorkommen, dass Kühe unseren Weg kreuzen, hier ist besondere Vorsicht angebracht! Dass wir uns verirren, ist allerdings nahezu auszuschließen, denn die Route ist sehr gut ausgeschildert. Eine gute Stunde nach Beginn unserer Tour sind wir wieder auf der breiten Fahrstraße und es geht wieder weniger steil nach oben. Nun sind wir schon im Gebiet des Jenners, den wir aber rechts liegen lassen und konzentrieren uns auf unser erstes Etappenziel, das Torrener Joch.

Animal Crossing!

Der Schneibstein und das nach ihm benannte Haus kommen in Sicht, das wir allerdings auch rechts liegen lassen. Auf nun wieder schmalerem Steig geht es weiter nach oben und eine gute halbe Stunde später sind wir auf dem Torrener Joch an der deutsch-österreichischen Grenze. Hier geht es links weiter und die folgende Passage verlangt Kletterfertigkeiten bis in den oberen 1. Grad. Gefährliche Stellen sind allerdings mit dem Seil entschärft worden, sodass ein Abstürzen eher schwierig ist. Gute zwei Stunden später befinden wir uns am Jägerkreuz, das bereits auf 2.185 Metern liegt. Hier geht es über den grasigen und schrofigen Rücken des Hohen Bretts in einer halben Stunde zum Gipfel. Eine Rast bietet sich bei dieser Kulisse sehr gut an! Dann geht es an den Markierungen weiter. Mal ab-, dann wieder aufsteigend erreichen wir nach einer halben bis Dreiviertelstunde den um sechs Meter höheren Brettriedel. Von dort aus geht es an Seilen entlang wieder einige Höhenmeter nach unten und wieder einige nach oben, ehe wir in zum Fuß des Hohen Göll gelangen.

Auf dem Gipfel des Hohen Bretts.

Dem trittsicheren Bergfreund bietet sich hier die Option, einen kleinen Abstecher zum Großen Archenkopf zu machen (plus 10 Minuten), der von einem kleinen eisernen Gipfelkreuz geziert wird. So oder so müssen dann allerdings je nach Jahreszeit noch Altschneefelder gequert werden. Der Gipfel des Hohen Göll kommt näher und näher und bald finden wir uns auf einer Scharte wieder. Der Wegweiser zeigt eine Dreiviertelstunde bis zum Ziel an. Jetzt heißt es nochmal Zähne zusammenbeißen! Über den kiesigen und schrofigen Untergrund (recht mühsam zum Steigen) erreichen wir zuerst das Kuchler Kreuz auf einem kleinen Vorgipfel und dann können wir endlich sagen: Berg Heil! Für den Abstieg müssen wir wieder über den gleichen Weg nach unten, der tritt- und orientierungssichere Bergsteiger kann allerdings auch ein wenig über den Alpeltalsteig abkürzen. 

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