Wander-Tipp: Klein aber fein

Kraxeln am Engelstein

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Der Ausblick vom Engelstein bei Bergen

Bergen –  Jeden Freitagnachmittag finden Sie hier unseren Wander-Tipp. Diese Wochen steigen wir auf den Engelstein. Der Gipfel zeigt sich vielleicht etwas schüchtern zwischen den anderen Bergen. Die Tour lohnt sich aber trotzdem: 

Besonders auffällig ist er nicht, der 972 Meter hohe Engelstein bei Bergen, wenn man ihn von Norden, beispielsweise von der Autobahn aus, betrachtet. Selbst wenn man sich ihm nähert, versteckt er sich lieber zwischen den Bäumen. Steht man jedoch vor ihm, diesem Felsklotz, dürfen sich die Wanderer sich auf eine kleine, aber feine Kletterei einstellen. 

Die Wanderung im Überblick

  • Berg/Gipfel: Engelstein, Chiemgauer Alpen 
  • Höhenmeter der Wanderung: Circa 300
  • Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Endweg, 83346 Bergen
  • Gehzeit: 1 Stunde hinauf
  • Schwierigkeit: Kletterei im II. Schwierigkeitsgrad, bis zur Engelsteinhöhle leichte Wanderung.
  • Einkehrmöglichkeiten: Keine 
  • Wann sollte man aufpassen? Im gesamten Klettergelände, da keinerlei Seilsicherungen vorhanden sind. 
  • Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 0/5 Punkte: Dadurch, dass man sich bereits im Schwierigkeitsgrad II. nach UIAA bewegt, sollte man definitiv vorher schon Klettererfahrung gesammelt haben. 
  • Für Familien mit Kindern geeignet? 1/5: Sind Kinder bereits gekraxelt, so ist der Engelstein ein gutes Ziel für die Klettererfamilie. Für alle anderen: lieber einen anderen Berg in der Umgebung aussuchen! 
  • Für Hunde geeignet? 0/5: Über größere, steile Felsstufen kommt selbst der größte Hund nicht. Darum kein Ziel für Hundeliebhaber! 
  • Lohnt der Gipfel-Ausblick? 4/5: Einen der schönsten Ausblicke auf dem Chiemsee hat man von dort. Und nicht nur das: Bei guter Sicht sind nicht nur weite Teile des Alpenvorlands zu erkennen, sondern auch die fernen Hügel des Bayerischen Waldes.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

  • Idealer Berg für Kletter-Einsteiger: Wer bislang nur in der Halle oder am Turm geklettert hat, für den ist diese Tour ideal, um auch mal in freier Wildbahn in den Genuss des Kletterns zu kommen.
  • Aufwand/Nutzen: Schnell ist man oben, schnell auch wieder unten und wird mit einem tollen Panorama belohnt. Perfekt als Feierabendtour, die bei einem Sonnenuntergang noch eine besondere Mystik erfährt. 
  • Ruhe und Einsamkeit: Während sich die benachbarten Gipfel Hochgern und Hochfelln regen Zulaufes erfreuen, ist es am Engelstein meist sehr ruhig. Nur hier und da trifft man auf einen anderen Bergfreund. Darum auch eine Tour für den Genießer der Stille.
Der Gipfel ist gut 972 Meter hoch.

Startpunkt ist der Endweg, einen Kilometer vor dem Weiler Kohlstadt entfernt. Diesen erreicht man über eine schmal eingeschnittene Straße, die neben der Talstation der Bergener Hochfellnbahn vorbeigeht. Vom dortigen kleinen Parkplatz geht es über eine breite Forststraße in einer guten Viertelstunde zum Ortsteil Pattenberg. Dort durch die Häuser durch, immer auf dem Weg halten beim ehemaligen Gasthof Pattenberg vorbei auf einen Trampelpfad. Das Hirschgehege links liegen lassend, gelangen wir bald wieder auf einen breiteren Forstweg. Diesem folgen wir eine gute halbe Stunde, bis wir zu einer Weggabelung kommen. Hier nicht rechts (dort geht es weiter zur Bairer-Alm, dem Zinnkopf und dem Hochwurz), sondern links durch einen schmalen Pfad bis an den Fuße des Engelsteins. Der nicht kletteraffine Wanderer kann hier einen Schlussstrich ziehen und die Engelsteinhöhle betrachten. Derjenige, der jedoch ganz hinauf will, steigt über den Pfad nahe einer Bank auf. Ganz ungefährlich ist der Aufstieg jedoch nicht, wie Gedenktafeln an verunglückte Wanderer zeigen. Mehrmals werden jetzt die Schritte wohl gewählt werden müssen und Konzentration sowie Trittsicherheit sind oberste Priorität! Allerdings ist diese Etappe auch nicht allzu lange: eine Viertel- bis halbe Stunde klebt man am Fels und man steht auf dem Gipfel. Von dort aus als Allererstes: Das Bayerische Meer und seine drei Inseln in all seiner Pracht! Über diesem können wir folgende Gebäude erkennen: den Schnaitseer Fernsehturm, die Pallinger Windräder, den Burgkirchener Kraftwerksturm, das Salzachtal und Traunstein. 

Von der Bergspitze hat man einen wunderbaren Blick über den Chiemsee.

Haben wir wirklich Glück, machen wir am Horizont die sanften Berge des Bayerischen Waldes aus. Besonders bei Sonnenauf- oder Sonnenuntergängen ist es hier mystisch – nicht zuletzt, w eil hier früher „wilde Frauen“ gelebt haben sollen, die der Sage nach in der Höhle einen Schatz bewacht haben sollen. Haben wir uns satt gesehen, steigen wir über den gleichen Weg wieder ab und gehen auf der Aufstiegsroute zurück, oder wir verlängern die Tour und steigen über Kohlstadt ab. Von dort aus bietet sich noch ein kurzer Weg Richtung Hochgern zum Wasserfall an, der besonders in heißen Sommertagen Geist und Körper erfrischt.

Auf geht's auf den Engelstein!

Simon Schmalzgruber

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