Von Adlgaß auf den Zwiesel und den Zenokopf

Eine Zweigipfeltour im Staufenmassiv

+
Auf geht's auf den Zwiesel!

Inzell/Adlgaß - Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es in das Staufenmassivs, auf den Zwiesel und seinem Nachbarn, dem Zenokopf.

Hochstaufen, Mittelstaufen, Hinterstaufen. Letzterer ist allgemein als Zwiesel bekannt (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Stadt im Bayerischen Wald oder dem Zwiesel bei Bad Tölz).Auch wenn es der Name zuerst vermuten lässt, ist nicht der Hochstaufen der höchste Punkt der Staufengruppe, die zugleich der östliche Abschluss der Chiemgauer Alpen ist. Vielmehr ist es sein westlicher Nachbar Zwiesel, der sein Gegenüber um elf Meter überragt. 

Die Wanderung im Überblick 

  • Berg/Gipfel: Zwiesel und Zenokopf, Chiemgauer Alpen, 1782m, beziehungsweise 1756m 
  • Höhenmeter der Wanderung: 1290 Höhenmeter
  • Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Parkplatz Adlgaß, Adlgasser Str., 83334 Inzell 
  • Gehzeit: 3 1⁄2 Stunden hinauf, 3 hinab. 
  • Schwierigkeit: Mittelschwere bis schwere Wanderung, die mehrmals mit Trittstufen oder Seilen abgesichert ist. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung.
  • Einkehrmöglichkeiten: Forsthaus Adlgaß, wenige Minuten vom Parkplatz entfernt. 
  • Wann sollte man aufpassen? Besonders bei den Seilsicherungen begibt man sich in absturzgefährdetes Gelände, hier ist sicherer Halt am Seil gefragt. 
  • Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 1/5 Punkte: Durch die Passagen am Seil wird die Tour für Anfänger knifflig. Darum lieber auf den einfacheren Hochstaufen ausweichen, der ebenfalls vom Parkplatz zu erreichen ist. 
  • Für Familien mit Kindern geeignet? 2/5: Auch für Kinder können die Seilsicherungen zum Verhängnis werden. Eine tolle Tour jedoch für Kinder mit Bergerfahrung. 
  • Für Hunde geeignet? 2/5: Für trittsichere Hunde ein Vergnügen, allerdings gibt es ab dem Forsthaus Adlgaß keine Möglichkeit mehr, die Wasservorräte aufzufüllen. 
  • Lohnt der Gipfel-Ausblick? 4/5: Der Blick in die Hohen Tauern bleibt großteils verwehrt, schöne Blicke jedoch in die Berchtesgadener Alpen, hinunter zum Frillensee und nach Bad Reichenhall sowie weit ins Alpenvorland. Bei sehr guten Sichtverhältnissen (besonders im Herbst) Weitsicht bis in den Bayerischen Wald. 

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

  • Ruhe und Einsamkeit: Während der einfachere Aufstieg von der Südseite auf den Zwiesel gut besucht ist, ist man von Norden her ziemlich einsam unterwegs. 
  • Aus eins mach zwei oder sogar drei: Nicht nur der Zwieselgipfel wird erreicht, sondern auch der Zenokopf. Konditions- und Trittstarke können danach noch den Gamsknogel ansteuern, der eine Stunde Gehzeit vom Zenokopf entfernt liegt. 
  • Der Streckencharakter: Nicht nur über Stock und Stein, Misch- und Latschenwälder geht es, sondern auch über Holzbretter, auf eiserne Trittstufen und steiles wie flaches Gelände. 
Links vom vorbeifliegenden "Salamigeier" liegt der Waginger See.

Wir starten unsere Tour am großen Wanderparkplatz Adlgaß, an dem eigentlich immer ein Platz frei ist. Erst geht es auf einem Asphaltweg zum Forsthaus Adlgaß hoch, kurz davor biegen wir jedoch in den Biergarten ab. Es wäre töricht, sich jetzt das erste Bier zu bestellen, aber für den Rückweg merken wir es uns schon einmal vor. Wir gehen durch das Drehkreuz, kurz durch die Wiese und sind gleich im Wald. Der Weg wechselt nun mehrmals von schmalem Steig zu Fahrweg und umgekehrt. Dann geht es aber endgültig auf dem schmalen Wegerl weiter, der mitunter matschig sein kann. Nach gut 1 1⁄4 Stunden werden erste Blicke zum Salzachtal und zum Chiemsee frei, das restliche Alpenvorland versperrt noch der Teisenberg. 

Der Zwieselgipfel ist erreicht!

Der Weg wird immer steiler und aus dem Mischwald werden zunehmend Latschen. Nicht mehr weit bis zur Einschartung zwischen Zwiesel und Gamsknogel und wir müssen zum ersten Mal die Hände zur Hilfe nehmen. Die Trittstufen sind aber wenig schwierig zu überwinden. Nun zeigt sich auch der Frillensee, der zu den kältesten Gewässern in ganz Mitteleuropa gehört, da seine Temperatur selbst im Sommer selten im zweistelligen Bereich liegt. Eine Viertelstunde nach den Trittstufen stoßen wir auf den nächsten Wegweiser. Nur noch eine halbe Stunde bis zum Zwieselgipfel! Der Weg dorthin ist aber noch steiniger und noch schwerer. Mindestens einmal müssen wir uns jetzt am Seil einhalten, wir müssen uns auf dem letzten Abschnitt der Tour nun ziemlich konzentrieren. Aber dann ist auch schon der Zwieselgipfel erreicht! Dort verbleiben wir nicht lange und steigen in weiteren zehn Minuten zum Zenokopf hinunter. 

Von dort ist der Blick zum gegenüberliegenden Staufen und auf Reichenhall runter noch ein Stück eindrucksvoller. Insgesamt aber ist das Panorama auf der ganzen Tour toll: weit ins Alpenvorland bis hin zum Bayerischen Wald kann man bei guter Sicht sehen! Auf der anderen Seite sieht man auf sämtliche Bergstöcke der Berchtesgadener Alpen mit dem Kulminationspunkt Hochkönig im Süden. Abstieg wie Aufstieg.

Auf geht's auf den Zwiesel!

Simon Schmalzgruber

Zurück zur Übersicht: Chiemgauer Alpen

Kommentare

Das passende Wanderoutfit finden Sie bei McTrek in Rosenheim/Aicherpark.

Von Weißbach auf's Ristfeuchthorn

Von Weißbach auf's Ristfeuchthorn

Wahrlich majestätisch: Die Staufen-Überschreitung

Wahrlich majestätisch: Die Staufen-Überschreitung

Kurz und knackig auf die Steinplatte

Kurz und knackig auf die Steinplatte

Der Unternberg: Ein schöner Aussichtspunkt über Ruhpolding

Der Unternberg: Ein schöner Aussichtspunkt über Ruhpolding