Von der Laubau zu Staub- und Fischbachfall

Zwei Wasserfälle am Ursprung der Traun

Direkt unter dem Staubfall verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich!
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Unser Wander-Tipp: Von der Laubau zum Staubfall

Ruhpolding – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es vom Ruhpoldinger Holzknechtmuseum zu zwei Wasserfällen im Quellgebiet der Weißen Traun.

Wenn man von deutschen Wasserfällen spricht, fallen einem auf die Schnelle Namen wie Triberger Wasserfälle, Tatzelwurm, Königsbachfall oder Röthbachfall ein. Doch Staub- und Fischbachfall? Die sind eher noch unbekannt. Und das eigentlich zu Unrecht. Zwar sind beide Fälle nicht die höchsten und dennoch sind sie einen Besuch wert. Wer kann denn schon beispielsweise von sich behaupten, unter einem Wasserfall eine Staatsgrenze passiert zu haben? Dies ist am Staubfall möglich! Auf zu einer Tour, die mal etwas Anderes ist!

Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: keiner.

Höhenmeter der Wanderung: Circa 350 Höhenmeter.

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Parkplatz beim Holzknechtmuseum, Laubau 12, 83324 Ruhpolding, kostenlos

Gehzeit: zweieinhalb Stunden hin, zwei Stunden zurück

Schwierigkeit: Bis zur Hütte einfacher Spaziergang, dann ist etwas Trittsicherheit gefragt.

Einkehrmöglichkeiten: Hotel Restaurant Heutaler Hof, circa zehn Minuten vom Fischbachfall.

Wann sollte man aufpassen? Wenn der Steig steiler und schrofiger wird, sollte man auf seinen Tritt aufpassen. Im Bereich des Staubfalls zudem Ausrutschgefahr.

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 5/5 Punkte: Sofern man ein wenig Trittsicherheit mitbringt, ist die Tour ideal für Anfänger!

Für Familien mit Kindern geeignet? 4/5: Kinderwagengeeignet ist die Tour lediglich bis zum Brotzeithäuschen, beim Schlussspurt müssen die Kinder entweder auf die Schultern oder an die Hand genommen werden, da es rechterhand schon recht steil hinab geht.

Bilder: Die Fotos von der Tour findet Ihr hier

Für Hunde geeignet? 5/5: Schattig, technisch nicht schwierig und dazu immerfort am Fischbach entlang: Bestes zu empfehlen für Hundebesitzer! Aber: Anleinen nicht vergessen!

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 1/5: Dadurch, dass sich der Fischbach einen Canyon gegraben hat, wird es nichts mit dem großen Bergpanorama. Wer aber weiter bis ins Heutal geht, bekommt ein bisschen was von den südlichen Chiemgauer und einen kleinen Teil der Berchtesgadener Alpen zu sehen.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Eine Tour für (fast) alle: Egal ob jung, alt, dick, dünn, Anfänger oder Profi: Jeder, der halbwegs trittsicher ist, kann die Tour zum Staubfall bewältigen!

Als Sommertour geeignet: Schattig, kühl, nass. Während Bergtouren zu Sommerzeiten durch die Hitze zu einer anstrengenden Unternehmung werden, hat man‘s im Fischbachtal angenehm.

Grenzgang: Nur in seltenen Fällen bilden Wasserfälle eine Staatsgrenze. Dass man diese unter dem Staubfall auch noch überqueren kann, dürfte deutschlandweit einmalig sein!

Für wen die Tour nix ist

Nicht nur bei Wanderern ist das Fischbachtal beliebt, auch bei Mountainbikern. Demzufolge ist ein hohes Verkehrsaufkommen zu erwarten. Wer also lieber für sich bleiben möchte, sollte sich eine Tour mit weniger Betrieb suchen!

Auf geht's!

Wir starten unsere Tour am Holzknechtmuseum in der Laubau, das zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl liegt. Hier in der Laubau vereinigen sich auch die Seetraun und der Fischbach zur Weißen Traun, die sich bei Siegsdorf wiederum mit der Roten Traun zur Traun, wie sie der Chiemgau kennt, zusammenfließt. Doch wir folgen heute dem Fischbach flussaufwärts! Dafür folgen wir erst einmal allen Routen in Richtung Sonntagshorn und Co. Nach gut 20 Minuten gelangen wir an das Gelände des Trainingszentrums Ruhpolding, wo uns allerdings der Zutritt untersagt ist.

Wir marschieren weiter gen Süden und müssen mal hier, mal da abbiegen. Zum Glück ist der Weg gut beschildert, sodass wir unser Ziel auch hundertprozentig erreichen werden! Sonderlich fordernd wird’s die meiste Zeit über nicht, denn der Weg ist sowohl breit als auch fast ebenerdig. So ist der Weg bis zu einer kleinen Hütte, die wir eine gute Stunde nach Beginn unserer Tour erreichen, keiner Rede wert. Kurz danach überqueren wir eine Brücke über den Fischbach und der Weg wird nun schrofiger und steiler. Durch das Laub vom letzten Herbst und den schmaler gewordenen Weg ist nun etwas Trittsicherheit gefragt.

Wir gewinnen an Höhe und es wird immer eindrucksvoller, hinunter zum Fischbach zu sehen, der sich hier tief eingegraben hat. 20 bis 25 Minuten nach der Hütte ist es dann so abschüssig, dass die Wegkante durch Geländer abgesichert wurde, sodass ein Abstürzen ausgeschlossen ist. Nicht viel später haben wir dann schon den Staubfall erreicht! Gut 200 Meter stürzt das Wasser von hier in die Tiefe, wodurch der Staubfall tatsächlich zu den höchsten Wasserfällen Deutschlands gehört.

Unter diesem schlüpfen wir nun durch und auf einmal sind wir schon in Österreich! Von dort aus geht es über den sehr gut präparierten und mit Treppen entschärften Steig weiter zum Fischbachfall, den wir in weiteren 20 Minuten erreicht haben. Dieser ist etwas weniger spektakulär, aber dennoch einen Besuch wert. Wer noch weiter ins Heutal möchte, braucht von hier weitere 15 Minuten. Dort kann man entweder weiter zum Fischbach gehen und den Ursprung der Traun ergründen oder einkehren. Für den Rest geht’s auf der gleichen Strecke wieder zurück!

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

Das passende Wander-Outfit findet Ihr bei McTrek in Rosenheim/Aicherpark.




Hochfelln mal anders

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Von der Laubau aufs Sonntagshorn

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Durch das Fischbachtal zum Staubfall

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Auf zu Geigelstein und Konsorten

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