Wander-Tipp: G'schichtn vom Samerberg

Zur Krokusblüte auf den Heuberg

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Samerberg – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es von Samerberg auf dem Heuberg.

Samerberg: Eine verstreute Gemeinde, die neben vielen gleichen Nachnamen auch für einen leichten Aufstieg zum Heuberg bekannt ist. Obwohl er sich besonders vom Inntal aus schroff und abweisend zeigt, führt ein nicht allzu schwerer Weg auf die eher unscheinbare Graskuppe, die von den felsigen Nachbargipfeln Kitzstein und Wasserwand eingerahmt wird. Wie der Name schon vermuten lässt, dient dieser Berg den Bauern schon seit langem der Heuernte. Doch nicht nur reich an Heu ist der Berg zur richtigen Jahreszeit, sondern auch Meere aus Krokussen sind im Frühjahr zu bestaunen.

Krokuspracht am Heuberg

Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Heuberg, 1.338 Meter 

Höhenmeter der Wanderung: circa 550 Meter

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Parkplatz Schweibern, Schweibern 1, 83122 Samerberg 

Gehzeit: Eineinhalb – Eindreiviertel Stunden 

Schwierigkeit: Bis zu den Daffnerwaldwalmen leichter Weg, dann schmalerer und schwierigerer Steig. 

Gut zu sehen ist auch der pyramidenförmige Aufbau des Olperers, mit 3476 Metern zweithöchster Berg der Zillertaler Alpen.

Einkehrmöglichkeiten: Daffnerwaldalmen, 1.060 Meter 

Wann sollte man aufpassen? Nach den Almen entfaltet sich die ganze Pracht der Heuberg-Krokusse. Um diese Schönheit zu bewahren, bitte auf dem Weg bleiben! 

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 4/5 Punkte: Nach den Daffnerwaldalmen stauen sich die Menschenmassen, die an schönen Tagen den Gipfel anpeilen. Diese könnte das Sicherheitsempfinden von Anfängern beeinträchtigen. 

Für Familien mit Kindern geeignet? 5/5: Durch die Kürze der Tour und die leichte Erreichbarkeit tut sich der Heuberg vor allem als Familienberg hervor. 

Für Hunde geeignet? 5/5: Neben Familien wird der Berg auch von vielen Hundebesitzern bestiegen, da sich zumindest bis zum Heuberg keine technischen Schwierigkeiten für den vierpfotigen Begleiter ergeben. 

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 5/5: Die Hohen Tauern sind mit der Venediger- und Reichenspitzgruppe nur teilweise zu sehen, dafür aber die Zillertaler Alpen. Außerdem herrliche Tiefblicke ins Inntal runter, nach Rosenheim, an schönen Tagen sogar bis München!

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Die Kürze: Nicht mal zwei Stunden braucht man, um auf dem Eckpfeiler der Chiemgauer Alpen zu stehen. Dementsprechend ist er aber auch gut besucht. 

Die Aussicht: Die Aussicht vom Heuberg ist wirklich einmalig. Auch wenn er mit seinen 1.338 Metern zu den eher kleineren Bergen der Chiemgauer Alpen zählt, schadet das dem Panorama nicht. 

Krokusse: Ungefähr zwei Fußballfelder groß ist die Fläche aus lila und weißen Krokussen oberhalb der Daffnerwaldalmen. Ein Muss also für den Frühjahrswanderer!

Auf geht's

Wir starten unsere Tour auf dem Parkplatz Schweibern, der etwas schwer zu finden ist. Wir sollten früh dran sein, da es bei schönem Wetter hier schnell sehr voll wird. Durch den Wald laufen wir über eine Forststraße, die immer wieder mal durch ausgetretene Pfade abgekürzt werden kann. Recht monoton und selten allein kommen wir nach einer guten halben Stunde zur ersten Krokuswiese. 

Jenseits der Radarkuppeln der ehemaligen US-Kaserne Bad Aibling versinkt die Millionenmetropole München im Dunst.

Bereits hier ergeben sich erste Blicke ins Alpenvorland. Keine fünf Minuten später gelangen wir an eine Kreuzung, von der wir nur noch 20 Minuten bis zu den Daffnerwaldalmen haben. Über die Forststraße weiter geht es aus dem Wald und schon sind sie erreicht. Eine Erfrischung ersparen wir uns vorerst, denn bei gutem Wetter muss man schauen, ob man überhaupt einen Platz bekommt – von der Wartezeit ganz zu schweigen.

 Zwischen den zwei Häusern und am großen Wegweiser vorbei wechseln wir nun auf den schmalen Steig. An unzähligen Menschen vorbei schrauben wir uns nun in die Höhe. Nach einem kurzen Gegenanstieg sieht man nun die Krokusse in ihrer ganzen Pracht erblühen. Ein wahrhaftiges Blumenmeer, das unbedingt gewahrt bleiben muss, leider ist das bei so vielen Bergwanderern nicht selbstverständlich. 

Nachdem wir die Krokusse hinter uns gelassen haben, geht es wiederum in den Wald. Besonders in diesem Frühjahr sind noch einige Unwetterschäden auszumachen, weswegen in der Wegfindung improvisiert werden muss. Da es hier aber vor anderen Bergfreunden wimmelt, muss man sich keine Sorgen machen, dass man sich verirrt oder gar versteigt. An der felsigen Wasserwand vorbei geht es nun die letzten Meter auf die sanfte Kuppe des Heubergs. Berg Heil! Wer noch nicht genug hat, kann auch noch die Gipfel des Kitzsteins (1.398 Meter) und der Wasserwand (1.367 Meter) mitnehmen. Bei diesen Gipfeln sind jedoch Kletterfertigkeiten erforderlich, sodass sich der normale Wanderer lieber mit dem Heuberg-Gipfel begnügen sollte. Abstieg wie Aufstieg.

Simon Schmalzgruber

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