Rundwanderung im Schönramer Moor

Durch die „Fuizn“

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Auf der Wanderung durch das Schönramer Moor schauen wir über den extra für den Torfabbau angestauten See hinweg.

Schönram – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es jedoch nicht auf einen Berg, sondern durch das Schönramer Moor.

Eines der größten Hochmoore Südostbayerns liegt mitten im Rupertiwinkel: das circa 56,2 Hektar große Schönramer Moor, das von den Einheimischen auch als „Fuizn“ bezeichnet wird. So unscheinbar es auch auf der Landkarte erscheint, so reichhaltig ist die Geschichte rund ums Moor: nach der letzten Eiszeit, der Würm-Eiszeit, also vor circa 10.000 Jahren, bildete sich die Filz nach Abschmelzen des Saalachgletschers. 

Im Laufe der Jahrtausende wurde in einem langwierigen Prozess ein Hochmoor. Dieses wurde durch anthropogene Eingriffe in den letzten Jahrzehnten empfindlich gestört. Besonders in den Zwischenkriegsjahren und nach dem Zweiten Weltkrieg war der aus dem Areal gewonnene Torf ein begehrtes Heizmaterial. Endgültig beendet wurde der Torfabbau erst vor 20 Jahren. Seitdem kann sich die Natur wieder erholen, zumal die „Fuizn“ nun ein Naturschutzgebiet ist.

Die Wanderung im Überblick

  • Berg/Gipfel: Schönramer Moor 
  • Höhenmeter der Wanderung:
  • Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Parkplatz „Heidewanderung“, kurzer Abzweig auf der Strecke zwischen Schönram und Laufen 
  • Gehzeit: 1 – 1 1⁄2 Stunden 
  • Schwierigkeit: Sehr einfach 
  • Einkehrmöglichkeiten: Keine 
  • Wann sollte man aufpassen? Dadurch, dass das Schönramer Moor Naturschutzgebiet ist, sollten die Wege tunlichst nicht verlassen werden! 
  • Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 5/5 Punkte: Nicht zu lang, nicht zu kurz, dazu keine Schwierigkeiten: ideal für Einsteiger! 
  • Für Familien mit Kindern geeignet? 5/5: Nicht nur weil die Strecke einfach ist, ist diese Wanderung für Familien toll. Viele Tafeln am Wegesrand animieren die Kinder zum mitraten, sodass diese Wanderung nie langweilig wird. 
  • Für Hunde geeignet? 5/5: Solange der Hund angeleint ist, gibt es auch für Herrchen wie Frauchen keinerlei Barrieren, sodass selbst die kleinsten mitgehen können! 
  • Lohnt der Gipfel-Ausblick? 1/5: Dadurch, dass die Wanderung ebenerdig verläuft und zudem die Bäume die Sicht versperren, kann man die nicht so weit entfernte Bergwelt kaum genießen. Lediglich das Staufenmassiv setzt sich eindrucksvoll in Szene.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

  • Leichte Erreichbarkeit: Während bei anderen Touren teils lang oder schwierig angefahren werden muss, ist der Wanderparkplatz beim Moor sehr leicht zu erreichen! 
  • Das Naturerlebnis: Nicht nur aufgrund der geologischen Geschichte ist die „Fuizn“ interessant, sondern auch, was kreucht und fleucht: neben dem Heidekraut können Tiere wie Birkhühner, Kreuzottern oder der Hochmoor-Bläuling gesichtet werden. 
  • In der Kürze liegt die Würze: Während bei den Bergtouren meistens viele Stunden für Auf- und Abstieg investiert werden müssen, kann man die Moorwanderung auch unter der Woche nach Feierabend machen.
Die herbstliche Heidelandschaft schaut nochmal schöner aus, wenn unsere Berge dahinter sind.

Wir starten am großen Parkplatz und gehen einen langen und breiten Weg entlang. Unterwegs treffen wir erst auf ein kleines, verwitterndes Türmchen, dann auf die ersten Zeugnisse der Vergangenheit: unschwer ist an den geometrisch geformten Kuhlen zu erkennen, dass an jener Stelle früher Torf abgebaut wurde. Eine Informationstafel, die daneben steht, gibt in Wort und Bild wieder, wie der Abbau früher vonstatten ging. Nicht lange, circa fünf Minuten später, erreichen wir den großen Moorsee, in dem an der anderen Seite unzählige Pfähle ragen: See wie Pfähle sind ebenfalls ein Relikt vergangener Tage. Nachdem wir die Uferlinie des Hochmoors hinter uns gelassen haben, geht es bald in die erste Kurve. Übrigens: der Name Hochmoor rührt daher, dass das Moor über den Grundwasserhorizont hinaus, also in die Höhe gewachsen ist, nicht etwa, weil es auf großer Höhe liegt. 

Eine letzte scharfe Kurve an einem größeren Rastplatz vorbei.

Nun geht es weiter auf einem schmaleren, mit Hackschnitzeln belegten Wegerl. Der See ist nun weiter entfernt und es ist nun erlaubt, an der ein oder anderen Stelle etwas weiter in die Natur einzutauchen. Der Blick auf Staufen wird frei, vielleicht können wir auch jetzt eines der seltenen Moortiere sehen. Nach weiteren 20 Minuten geht es in eine weitere Kurve. Kurz durch den Wald gelangen wir darauf an eine Lichtung, an der uns ein Rastplatz zum Innehalten einlädt. Bald nehmen wir wieder eine Rechtskurve und der Weg wird wieder steinig, ist aber weiterhin nicht schwer. Dieser letzte Abschnitt vermag monoton erscheinen, weil er schnurgerade verläuft. Das ist aber der Tatsache geschuldet, dass auf eben jenem Wege früher die Trasse der Moorbahn, die den Torf abtransportierte, verlief. Auch hier ist noch einmal Gelegenheit zum Rasten. Nach nochmal 20 Minuten kommen wir schließlich an unseren Ausgangspunkt zurück. 

Wem der Moorpfad noch nicht genug Informationen gegeben hat, der kann sich für eine Führung durch die „Fuizn“ anmelden, für die die Gemeinde Petting die Biologin Frau Dr. Künkele bereitgestellt hat. Die Führung findet bei genügend Interessierten stets am Donnerstag zwischen 9.30 Uhr und 11.30 Uhr statt. Anmelden kann man sich bei der Touristinfo Petting unter der Nummer 08686/200, für Familien wird ein Unkostenbeitrag von sechs Euro, für erwachsene Einzelpersonen von drei Euro erhoben.

Ab in die "Fuizn" - Die Wanderung durch das Schönramer Moor

Simon Schmalzgruber

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