Vom Schafbachalm-Sattel auf den Faistenauer Schafberg

Eine Zweigipfeltour im hinteren Salzkammergut

Faistenau – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es von einem Faistenauer Seitental auf den unbekannteren der zwei Schafberge.

Vom Fuschlsee bis zur Traun, beziehungsweise vom Oberösterreichischen und Salzburger Alpenvorland bis zum Dachstein – so lässt sich ungefähr das Salzkammergut eingrenzen. Darum gibt es eigentlich kein „vorn“ und kein „hinten“, handelt es sich doch um ein Gebiet,das nicht nur durch eine Zufahrt erreicht werden kann. Und dennoch gibt es Gebiete, die mittlerweile von Touristen überrollt werden, ja, einige sind sogar so beliebt, dass sie schon nachgebaut wurden – der kleine Ort Faistenau zählt jedoch nicht dazu. In der höchstgelegenen Gemeinde des Salzburger Flachgaus (784 Meter) gehören große Wohnsilos für Touristen (noch) nicht zum Geburtstag, wohl auch, weil nur großteils schmale und deshalb für große Reisegruppen problematische Straßen in den Faistenauer Talkessel hineinführen. Dies bekommt man besonders zu spüren, fährt man die sandige Mautstraße zum Ausgangspunkt unserer heutigen Tour hoch. Spoilerwarnung: Die große Einsamkeit wird man hier oben trotz alledem nicht finden!

Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Loibersbacher Höhe, 1.456 Meter und Faistenauer Schafberg, 1.559 Meter, Salzkammergut-Berge

Höhenmeter der Wanderung: Circa 650 Höhenmeter.

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Endpunkt der Mautstraße (Gebühr: 3 Euro, bezahlbar nur in Münzen!) am Schafbachalm-Sattel, 5324 Faistenau

Gehzeit: Zwei bis zweieinhalb Stunden.

Schwierigkeit: Einfache Wanderung ohne technische oder konditionelle Schwierigkeiten.

Einkehrmöglichkeiten: Almen am Schafbachalm-Sattel, Schafberg-Alm (1.280 Meter), Hochwiesalmen (1.350 Meter)

Wann sollte man aufpassen? Der Gipfelaufbau des Schafbergs zeichnet sich durch steile Grashänge aus, weswegen nicht zu nah an die abschüssigen Kanten getreten werden sollte. Ebenfalls ist Vorsicht beim Durchqueren der Viehweiden geboten!

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 5/5 Punkte: Bleibt man auf dem Weg, ist die Tour für jeden zu empfehlen!

Für Familien mit Kindern geeignet? 5/5: Selbst mit den kleinsten Kindern kann der Gipfel erreicht werden und außerdem sind mehrere Einkehrmöglichkeiten auf der vergleichsweise kurzen Strecke vorhanden. Deshalb ist der „Foasten Schafberg“, wie er im regionalen Jargon genannt wird, ein durch und durch familienfreundlicher Berg!

Für Hunde geeignet? 5/5: Weder Steilstufen, noch ausgesetzte Stücke hat der Weg aufzuweisen, weswegen auch Hundebesitzer voll auf ihre Kosten kommen!

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 4/5: Nicht das Panorama wie sein prominenterer Namensvetter am Wolfgangsee besitzt der Berg, aber dennoch sind von oben das Alpenvorland, Fuschl-, Mond- und Irrsee sowie die Bergstöcke der Berchtesgadener Alpen, des Dachsteins, des Toten Gebirges und der Salzkammergut-Berge zu sehen.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Ein Berg für alle: Ob Jung, ob Alt, ob gemütlich oder rasant: Durch die gute Beschaffenheit des Weges kann jeder den Gipfel erreichen. Und: Durch diese Tatsache ist er auch sehr gut besucht!

Das kulinarische Angebot: Selten gibt es mehr Einkehrmöglichkeiten auf so kurzer Strecke. Dennoch sind diese bei gutem Wetter trotzdem allesamt vollbesetzt, was wohl einerseits der tollen, aussichtsreichen Lage geschuldet ist, aber auch andererseits der guten Bewirtung durch das sehr freundliche Personal.

Flora: Durch seine sonnenseitige Ausrichtung bietet der Faistenauer Schafberg auch einen enormen Blumenreichtum. Besonders interessant also auch für Botaniker, oder die, die es noch werden wollen!

Wir setzen uns in Gang!

Vom Gipfel aus hat man einen Blick über die gesamten Salzkammergut-Berge!

Nachdem wir uns die sandige Mautstraße auf den Schafbachalm-Sattel hochgemüht haben, geht es für uns an eben jenem los. Unser heutiges Ziel ist schon im Blick, abschreckend steil schaut er uns von dieser Seite an. Über jene Steilkante wird es nicht gehen, vielmehr weichen wir ihm erst links aus und gehen ihn zuletzt von seinem Südwestgrat an. Doch jetzt erst einmal ganz von vorn: Am kleinen Parkplatz gehen wir erst auf den Berg zu, dank der Schilder und des breiten Weges ist die Aufstiegsroute zur Hochwiesalm kinderleicht zu finden. Kinderleicht ist wörtlich zu nehmen : Der Weg büßt nur selten an Breite ein und die Steigung ist allerhöchstens moderat. Wenig spektakulär, aber zumindest schattig (in heißen Sommertagen ein Segen!) geht es gemütlich weiter nach oben. 

Mittlerweile haben wir etwas an Höhe gewonnen und durch die Bäume werden erste Blicke zum gegenüberliegenden Garten- und zum Illingerberg frei. Keine fünf Minuten später können wir unser erstes Ziel für heute, die grasbewachsene Kuppe der Loibersbacher Höhe, erspähen. Ein paar Meter später lichtet sich auch auf der rechten Seite der Wald und der „Foasten Schafberg“, wie ihn die Einheimischen nennen, zeigt sich mitsamt seiner sanfteren Südwestseite. Gute zehn Minuten später gelangen wir auf die Hochfläche der Schafbergalm. Diese lassen wir links liegen und steigen rechts auf dem nun schmaler gewordenen Steig hinauf in Richtung Hochwiesalm. 70 Höhenmeter später ist sie erreicht und wir biegen nach links ab. An den gut besuchten Bergwirtschaften vorbei wenden wir uns der Loibersbacher Höhe zu, die wir unschwierig nach weiteren 15 Minuten erreichen. Eine kurze Rast und ein Blick auf die Gebirgsinformationstafel am Gipfel sei vergönnt, doch zu lange sollten wir dort auch nicht verweilen; Von drüben scheint der „Foasten“ zu flüstern: „Ich bin auch noch da!“ 

Auf den "Foasten-Schafberg" und seinen Trabanten

Also Marschgepäck umgeschnallt und über den gleichen Weg geht’s erstmal wieder rund 100 Höhenmeter runter zur Hochwiesalm auf 1.350 Meter. Auf dem gut sichtbaren Weg geht es von dort nun dezent steil nach oben, erst noch durch Almwiesen, bald aber schon durch dichten Wald. Der bequeme, aber doch ziemlich langweilige Forstweg ist Geschichte und weicht einem schmalen Steig, derein wenig Trittsicherheit erfordert. Gut 20 bis 30 Minuten nimmt diese Wald-Etappe in Anspruch, was aber auch logisch ist: Immerhin sind's nochmal 200 Höhenmeter von der Hütte zum Gipfel. Schier plötzlich hat der Wald dann aber ein Ende und auf dem grasigen Gipfelrücken geht es in nicht mal mehr fünf Minuten zum Kulminationspunkt. Dort erwarten uns ein neuartiges hölzernes Kreuz wie auch eine Aussicht über den Salzburger Flachgau, mehreren Seen des Salzkammerguts, die Salzkammergut-Berge, den Dachsteinstock, das Tennen- und das Tote Gebirge sowie die Berchtesgadener Alpen mit ihren prominentesten Erhebungen. Berg Heil! Abstieg wie Aufstieg.

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

Rubriklistenbild: © Simon Schmalzgruber

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