Vom Schafbachalm-Sattel auf Pillstein und Zwölferhorn

Ein populärer Berg über dem Wolfgangsee

Faistenau – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es vom Startpunkt der letzten Tour auf das Zwölferhorn.

Wie ein Fjord liegt der Wolfgangsee zwischen den oberösterreichischen Bergen im Norden und den Salzburger im Süden. Neben Mond-, Atter- und Traunsee gehört dieser zu den bekanntesten im Salzkammergut. Zusätzliche Bekanntheit erlangte der Wolfgangsee durch Orte wie St. Wolfgang oder St. Gilgen – allerdings auf Zeit: Seit 1990 sind die Übernachtungen rückläufig und haben sich seitdem fast halbiert. Der Popularität des Zwölferhorns südlich von St. Gilgen scheint das keinen Schaden genommen zu haben, führt doch eine Seilbahn bis knapp unter den Gipfel. Eine vergleichsweise ruhige Wanderung hingegen führt vom Schafbachalm-Sattel von der Südseite über den Pillstein auf den Gipfel. Auf uns wartet eine gut zweistündige innere Einkehr.

Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Pillstein, 1.478 Meter und Zwölferhorn, 1.521 Meter, Salzkammergut-Berge

Höhenmeter der Wanderung: Circa 550 Höhenmeter.

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Endpunkt der Mautstraße (Gebühr: 3 Euro, bezahlbar nur in Münzen!) am Schafbachalm-Sattel, 5324 Faistenau

Gehzeit: Zwei bis zweieinhalb Stunden.

Schwierigkeit: Einfach.

Einkehrmöglichkeiten: Schafbachalm (1.038 Meter), Arnikahütte (Knapp unter dem Gipfel)

Wann sollte man aufpassen? Durch die Seilbahn herrscht reges Treiben am Gipfel; Vorsicht vor Selbstinszenierern und Motivjäger!

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 5/5 Punkte: Kurz, Einkehrmöglichkeiten, keine technischen Schwierigkeiten: Eine Tour, die auch für Anfänger überaus machbar ist.

Für Familien mit Kindern geeignet? 5/5: Auch Kinder werden wenig Probleme auf dieser Tour haben, denn der Weg auf den Gipfel ist neben seiner Kürze auch breit und großteils schattig.

Für Hunde geeignet? 5/5: Hundebesitzer dürfen sich ebenso freuen: Sofern der Hund nicht menschenscheu ist, wird es auch für ihn keine Probleme geben!

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 4/5: Zwar gehört das Zwölferhorn mit seinen 1.521 Metern zu den eher kleineren Bergen im Salzkammergut und die Rundumsicht ist deswegen ein wenig eingeschränkt, allerdings ist einerseits der Blick hinunter zum Wolfgangsee mit den Orten St. Gilgen und St. Wolfgang schön, andererseits ergibt sich bei guter Sicht eine Schau zu den Berchtesgadener Alpen, zum Tennengebirge, dem Dachstein, den restlichen Salzkammergut-Bergen bis zum Toten Gebirge.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Flora und Fauna: Wie bei seinem Nachbarn, dem Faistenauer Schafberg, kreucht und fleucht es auch am Zwölferhorn: Neben diversen Gräsern und Blumen kreuzen oftmals bunte Schmetterlinge den Weg. Je nach Jahreszeit erfreuen auch bunte Pilze wie der Fliegenpilz das Auge des Betrachters.

Infopfad: Zwischen Pillstein und Zwölferhorn besteht ein Pfad mit Schautafeln, die beispielsweise über die Entstehung des Wolfgangsees informieren. Das Gute daran: An der Route muss nicht abgewichen werden. Informationen „to go“, im wahrsten Sinne des Wortes.

Schattig: Besonders in den Sommermonaten kann die Sonne die Tour zur Tortur werden lassen, wenn sie einem ungeschützt in den Nacken brennt. Gut, dass der Weg aufs Zwölferhorn großteils durch den Wald führt, nur der Abschnitt im Bereich der Pillsteinalmen liegt frei und dürfte somit der anstrengendste Part des Aufstiegs sein.

Möge die Bergfahrt beginnen!

Unser Startpunkt ist auch diesmal der Schafbachalm-Sattel, den wir über die mautpflichtige Sandstraße erreichen. Von dort aus geht es aber nicht wie beim letzten Mal geradeaus auf den „Foasten Schafberg“ zu, sondern nehmen den linken Weg in Richtung Zwölferhorn. Zwei Stunden sind angeschrieben, also stellen wir uns auf eine nicht zu anstrengende Tour ein. Schon der Start zeigt uns, dass der Berg sehr, sehr gutmütig ist: Die Steigung ist so gering und so breit, dass man auch problemlos mit dem Kinderwagen dort hochgehen könnte. Nach einer guten Viertelstunde gelangen wir an eine Kehre: Dort nicht nach links abbiegen, sondern weiter dem Verlauf des Weges nach rechts folgen! Keine fünf Minuten später wird zum ersten Mal der Blick zum Faistenauer Schafberg und der Loibersbacher Höhe frei. Neben einer lebhaften Flora und Fauna sehen wir auf dem Weg auch eine interessante Geologie, die uns mehrere Quellbäche sowie den Faltungsprozess der Alpen offenbart. 

Auf den "Foasten-Schafberg" und seinen Trabanten

Auf dem Weg zum Zwölferhorn blickt man hinüber zur Loibersbacher Höhe (links) und zum Faistenauer Schafberg. © Simon Schmalzgruber
Wir starten vom kleinen Parkplatz am Schafbachalm-Sattel. © Simon Schmalzgruber
Wir stellen uns auf eine gemütliche Tour ein. © Simon Schmalzgruber
Und es geht los! © Simon Schmalzgruber
Durch den Wald... © Simon Schmalzgruber
...ist es schattig... © Simon Schmalzgruber
...aber auch ziemlich monoton. © Simon Schmalzgruber
Dafür ist die Botanik sehr interessant, wie man der Körpersprache der beiden Damen entnehmen kann. © Simon Schmalzgruber
Erste Blicke zu Illingerberg (1.479 Meter) und Königsberghorn (1.621 Meter) werden frei. © Simon Schmalzgruber
Auf dem Weiterweg wird der Blick zur Loibersbacher Höhe (1.456 Meter)... © Simon Schmalzgruber
...und zum "Foasten Schafberg" (1.559 Meter) frei. © Simon Schmalzgruber
Wir steigen in die Hochfläche der Schafbergalm (1.280 Meter)ein... © Simon Schmalzgruber
...und halten uns rechts auf dem Steig. © Simon Schmalzgruber
Dieser Schwalbenwurz-Enzian ist nicht der einzige auf unserem Weg nach oben. © Simon Schmalzgruber
Nun haben wir die Hochwiesalm (1.350 Meter) erreicht! © Simon Schmalzgruber
Auf dem Weiterweg zu unserem ersten Gipfel müssen wir nochmal durch Weidegebiet. © Simon Schmalzgruber
Hinter dem markanten Doppelberg Schmittenstein/Schlenken (1.695 Meter/1.649 Meter) zeigen sich die Berchtesgadener Alpen. © Simon Schmalzgruber
Nach einer guten Viertelstunde ist unser erster Gipfel erreicht! © Simon Schmalzgruber
Unterhalb des Schobers (1.328 Meter) liegt der türkisblaue Fuschlsee, dahinter wiederum der Irrsee. © Simon Schmalzgruber
Der Gaisberg mit dem Nockstein ist von dort auch zu sehen! © Simon Schmalzgruber
Das zentral im Hintergrund aufragende Gamsfeld ist mit seinen 2.028 Metern die höchste Erhebung der Salzkammergut-Berge. © Simon Schmalzgruber
Gennerhorn (1.735 Meter), Gruberhorn (1.732 Meter) und Regenspitz (1.675 Meter). © Simon Schmalzgruber
Schmetterlinge gibt's auf der Tour ebenfalls zuhauf! © Simon Schmalzgruber
Nun warten auf uns noch 100 Höhenmeter Abstieg sowie 200 Höhenmeter Gegenanstieg! © Simon Schmalzgruber
Erst noch über Almwiesen... © Simon Schmalzgruber
...dann durch den Wald. © Simon Schmalzgruber
Auf dem letzten Stück ist der Weg steiler und schmaler... © Simon Schmalzgruber
...der aber zum Glück schnell ans Ziel führt. © Simon Schmalzgruber
Den Gipfel schmückt ein schönes, neuartiges Gipfelkreuz. © Simon Schmalzgruber
Nicht weit entfernt steht der bekanntere und erschlossenere Schafberg (1.782 Meter). © Simon Schmalzgruber
Links von den Ausläufern des Schafbergs ist der Mondsee zu erkennen. © Simon Schmalzgruber
Die wilde Welt der Salzkammergut-Berge: Sparber (1.502 Meter), Bleckwand (1.541 Meter) und Windkogel (1.547 Meter) im Vordergrund, Retten- (1.780 Meter), Bergwerks- (1.781 Meter) und Rinnkogel (1.823 Meter) im Hintergrund. © Simon Schmalzgruber
Links vom Schober liegen wiederum der Irrsee... © Simon Schmalzgruber
und der Fuschlsee mit Filbling (1.307 Meter), dem Salzburger Flachgau und Nockstein(1.042 Meter)/Gaisberg (1.265 Meter) © Simon Schmalzgruber
 © Simon Schmalzgruber
Hier erkennt man deutlich, dass der Berchtesgadener Hochthron (1.972 Meter, links) höher ist als der Salzburger (1.853 Meter). © Simon Schmalzgruber
Auch Hoher Göll (2.522 Meter), Watzmann (2.713 Meter) und Hochkalter (2.607 Meter) sind von hier zu sehen! © Simon Schmalzgruber
Hinter Gruber- und Gennerhorn ragt das Tennengebirge auf. © Simon Schmalzgruber
All diese Berge befinden sich wiederum im Postalm-Gebiet. © Simon Schmalzgruber
Rückblick auf unser voriges Ziel. © Simon Schmalzgruber
Und auch der Blick auf den Dachstein (2.995 Meter) und den zerklüfteten Gosaukamm mit der Großen Bischofsmütze (2.458 Meter) darf nicht fehlen! © Simon Schmalzgruber

Bilder

Am Pillstein-Gipfel (1.478 Meter) zeigt sich uns zum ersten Mal der Wolfgangsee.

Eine halbe bis dreiviertel Stunde nach Beginn unserer Tour gelangen wir an eine Weggabelung: Hier müssen wir den linken Weg nehmen und tauchen wiederum in den Wald ein. Schattig geht es nun steiler bergauf, mit ein bisschen Glück erblicken wir am Wegesrand Gewächse wie Fliegenpilze. Nachdem wir eine Viehsperre passiert haben, lichtet sich der Wald wieder und wir gelangen ins Gebiet der Pillstein-Almen. Dort schrauben wir uns über einen schmal gewordenen Steig nach oben und die direkt auf uns scheinende Sonne macht es für uns zusätzlich anstrengender, nach oben zu kommen. Zum Glück ist diese Passage nicht allzu lange, nach gut 20 Minuten befinden wir uns auf dem Pillstein-Sattel auf 1.371 Metern. Auf nun wieder etwas breiterem Weg geht es weiter dem Zwölferhorn entgegen, das wir bislang noch nicht zu bekamen. Das tut es erst auf dem Sattel zwischen Pillstein und Gartenberg, wo es von drüben als bewaldeter Kegel grüßt. Bald gelangen wir an eine weitere Weggabelung: Links geht es straight zum Zwölferhorn, wer die rechte, zeitlich etwas längere Option in Betracht zieht, nimmt noch den Pillstein mit, der weit weniger frequentiert als das Zwölferhorn ist. Kurz unter dem Gipfel zeigt uns ein Wegweiser einige der hier sichtbaren Berge, wie beispielsweise den Watzmann, den Dachstein oder die Loferer Steinberge. Den Gipfel selbst schmückt ein kleines, metallernes Kreuz und der Wolfgangsee zeigt sich erstmalig. 

Am Gipfel selbst steht uns der 1.782 Meter hohe Schafberg direkt gegenüber.

Da der Pillstein aber nicht der höchste Punkt unserer Tour ist, ersparen wir uns eine längere Rast und nehmen Kurs auf unser heutiges Hauptziel. Nach einem etwas steileren Abstieg vom Gipfel befinden wir uns wieder auf dem Weg und büßen ein paar weitere Höhenmeter ein. Nach zehn Minuten sind wir wieder auf dem breiten Normalweg, der uns schnell an den Fuß des Gipfels führt. An eben jenem Fuße liegt mit der Arnikahütte auch eine Einkehrmöglichkeit, welche wir nach dem Gipfelsieg in Erwägung ziehen könnten. Nach der Hütte geht esdie letzten Höhenmeter etwas schrofig hinauf. Der Steilhang sorgt nicht nur für Wanderer kurz vor dem Gipfel für höher schlagende Herzen, auch Gleitschirmflieger nutzen die Beschaffenheit des Terrains als Startplatz, welche mitunter auch um Starthilfe bitten. Nach fünf bis zehn Minuten auf dem Hang ist unser Ziel endlich erreicht! 

Auf dem dank der Seilbahn von St. Gilgenstark frequentierten Gipfel können wir vor lauter Menschen unsere verdiente Gipfeljausn und die Aussicht kaum genießen, weswegen die Versuchung, alsbald wieder von dannen zu ziehen und sich ein ruhigeres Plätzchen zu suchen, groß ist. Für unseren Abstieg nehmen wir die gleiche Route, allerdings sparen wir uns ein bisschen Zeit, wenn wir den Pillstein an der Weggabelung links liegen lassen und den breiteren Weg rechts nehmen.

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

Rubriklistenbild: © Simon Schmalzgruber

Das passende Wander-Outfit findet Ihr bei McTrek in Rosenheim/Aicherpark.




Auf den "Foasten-Schafberg" und seinen Trabanten

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Von Koppl auf den Gaisberg

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