Von Fuschl auf den Schober

Auf die Kalkpyramide überm Fuschlsee

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Der Schober vom circa zehn Kilometer entfernten Nockstein.

Fuschl a. See – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es oberhalb von Fuschl auf den Schober.

Wer aus den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land seinen Blick gen Salzkammergut-Berge wirft, der wird den Schober kaum registrieren. Zu sehr stiehlt ihm der direkt dahinter liegende Schafberg die Schau. Und dennoch ist der Schober ein lohnendes Ziel. Nicht nur, weil der Berg auf Schusters Rappen erklommen werden muss, sondern auch, weil der Gipfel mit einem t ollen Panorama inklusive den bekanntesten Seen des westlichen Salzkammerguts aufwartet.

Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Schober, Salzkammergut-Berge, 1.328 Meter 

Höhenmeter der Wanderung: 404 Meter 

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Forsthaus Wartenfels, Vordereggstraße 32, 5303 Thalgau 

Gehzeit: Circa eineinhalb Stunden 

Schwierigkeit: Je nach Route „schwarz“ oder „rot“ 

Einkehrmöglichkeiten: Forsthaus Wartenfels am Startpunkt der Tour 

Wann sollte man aufpassen? Besonders auf der „schwarzen“ Route teils ausgesetzte wie seilversicherte Stellen. Anfänger sollten definitiv die leichtere Route benutzen. 

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 3/5 Punkte: Nicht nur aufgrund des vergleichsweise schwierigen Anstiegs, sondern auch wegen des bei gutem Wetter gut besuchten, steil abfallenden Gipfels sind andere Gipfel für Anfänger besser geeignet. 

Für Familien mit Kindern geeignet? 3/5: Selbiges gilt für Familien: Nicht einmal zwanzig Kilometer weiter liegen die weitaus einfacheren Berge Zwölferhorn, Bleckwand und Wiesler Horn. 

Für Hunde geeignet? 4/5: Wieder einmal eine Frage der Rasse und der Erfahrung: Für erfahrene Hunde und deren Besitzer ein toller, fordernder Berg, für Anfänger jedoch ungeeignet. 

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 5/5: Nicht nur viele Seen des Salzkammerguts sind zu sehen, sondern auch die Stadt Salzburg, nahezu die gesamte Bergwelt Oberöstereichs (inklusive bei guten Verhältnissen Bayerischer Wald/Mühlviertel), der Dachstein sowie die prominentesten Erhebungen der Berchtesgadener Alpen: Hochkönig, Hoher Göll, Watzmann und Hochkalter.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Die Aussicht: Vom Toten Gebirge im Osten über das Alpenvorland mit dem weit entfernten Mühlviertel im Norden, den Chiemgauer Alpen im Westen bis zum Dachstein und dem Tennengebirge im Süden: Eine traumhafte Aussicht, die bei der Höhe des Berges kaum übertroffen werden kann. 

Kurz aber fein: Nimmt man den schwierigeren Weg, hat man eine Stunde lang richtig Spaß: kaum öde Forststraße, dafür umso mehr schmale und steile Steige mit der einen oder anderen Stelle, an der die Hände zuhilfe genommen werden müssen. 

Burgruine Wartenfels: Geschichtsinteressierte kommen am Schober auf ihre Kosten. Nahe des Ausgangspunktes liegt die 1259 erbaute und mittlerweile zur Ruine verfallene Burg Wartenfels.

Und los geht's!

Wir starten unsere Tour am Forsthaus Wartenfels. Gleich am Anfang können wir zwischen der wesentlich schwierigeren Route über den Nordwestkamm (links) und dem sanfteren Aufstieg am Frauenkopf wählen. Wir entscheiden uns für erstere. Ein paar Minuten später schon können wir zur Burgruine abzweigen, die 1259 errichtet wurde und auf der sich 1541 auch der weltbekannte Mediziner Paracelsus aufgehalten haben soll. Schon jetzt ergibt sich ein toller Blick in den Norden, auch der Mond- und der Irrsee sind schon zu erkennen.

Der Schober bei Fuschl: Eine Kalkpyramide mit prächtigem Seenblick

Nahe der Grenze zwischen Oberösterreich und Salzburg geht es weiter, allmählich immer steiler. Serpentine für Serpentine schrauben wir uns den Wald hoch, der Ausblick wird immer schöner. Auch schauen wir immer tiefer und tiefer auf die Burgruine Wartenfels hinab. Nun bauen sich die Felswände auf, die wir zuerst noch geschickt umgehen können.Dann die ersten Seile, die wir je nach Können benutzen können oder auch nicht. Wir befinden uns bereits auf der Zieletappe, nun ist es unumgänglich, mit den Händen anzupacken und die eisernen Tritte zu benutzen. Dieses Hindernis überwunden stehen wir schon auf dem 1.328 Meter hohen Kulminationspunktin der Schafberg-Gruppe. Die Schau auf den nahen Namensgeber ist herrlich, der Tiefblick auf Mond-, Irr-, Atter-, Wolfgang- und Fuschlsee aber umso herrlicher. Dazu eine Fernsicht, die an klaren Tagen von der ts chechisch-österreichischen Grenze im Norden bis zu den oberösterreichisch-steirischen Grenzbergen im Süden reicht. Es bietet sich bei Trittsicherheit noch an, den circa 20 Minuten entfernten Frauenkopf (1.304 Meter) mitzunehmen, der weniger besucht ist und einen noch besseren Blick auf Fuschl- und Wolfgangsee offenbart. Zudem können wir hier direkt weiter absteigen. Dies bietet sich auch deswegen an, weil diese Abstiegsroute leichter ist, als unser Aufstieg. Ansonsten Abstieg wie Aufstieg.

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Simon Schmalzgruber

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