Beinschuss-Serien-Interview vor dem Re-Start

Aßlings Gruber: „Wir trainieren so, dass wir im September fit sind“

Jakob Gruber vom TSV Aßling am Ball
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Jakob Gruber (l.) sieht in seinem Team durchaus noch Potential nach oben.

Aßling - Langsam kehren die bayerischen Vereine und Fußballer zur Normalität zurück. Training mit Körperkontakt und Testspiele sind wieder erlaubt. beinschuss.de hat bei Jakob Gruber vom TSV Aßling nachgefragt, wie groß die Vorfreude auf das erste Training war und wie er zum Start des Spielbetriebs steht.

Die Corona-Zwangspause ist nun auch für die bayerischen Amateurfußballer vorbei. Bereits Anfang Juli hat die bayerische Staatsregierung entscheiden, dass Training mit Körperkontakt erlaubt ist. Damit konnten die Vereine und Spieler nach Monaten wieder richtig trainieren. Am Mittwoch, den 29. Juli, gab das bayerische Innenministerium dann auch den Spielbetrieb wieder frei, sodass die Klubs nun endlich die ersten Testspiele austragen können.

beinschuss.de fragt bei den Spielern aus der Region nach, wie sie die fußballfreie Zeit verbracht haben, ob einem Teamkameraden der Trainingsrückstand anzumerken war, wie groß die Vorfreude auf das erste Spiel ist und wie sie zum Ligapokal stehen. Jakob Gruber vom A-Klassisten TSV Aßling stellt sich nun den Fragen.

Hallo Herr Gruber, wie haben Sie die Corona-Zwangspause ohne Fußball überstanden?
Für mich ist Fußball in Zeiten der Pandemie absolut nachrangig und daher bin ich froh, dass wir der Krise in Deutschland als Gesellschaft bisher so konsequent entgegengetreten sind. Da war ganz klar, dass Kontaktsport erstmal nicht möglich sein kann und darf. Für mich persönlich, aus sportlicher Sicht, war gerade während des Lockdown, außer ein bisschen spazieren gehen, Rad fahren, Joggen und zuhause auf der Couch entspannen, nicht so viel möglich. 
Es herrschte wochenlange Trainingspause: Wie sehr haben Sie sich auf das erste Mannschaftstraining gefreut und wie war das Wiedersehen mit den Teamkameraden? Hat man einem Mitspieler den Trainingsrückstand angemerkt?
Es macht schon richtig Spaß, wieder auf dem Platz zu stehen und Fußball spielen zu können. Klar, dass das zum einen der Sport an sich ist, aber natürlich ist es mindestens genauso wichtig, die Jungs mal wieder alle zu sehen und gemeinsam zu spielen. Einige konnte ich auch davor schon öfter sehen, aber die ganze Mannschaft ist schon was anderes. Zum Trainingsrückstand: Ich glaub da gibt es einige die Trainingsrückstand haben, da nehme ich mich gar nicht raus.
Haben Sie in ihrem Verein besondere Hygiene-Maßnahmen getroffen?
Bei uns gibt es ein Hygienekonzept, die Vorstände und Trainer haben da viel Zeit investiert und uns klar die Vorgaben mitgeteilt, sodass jeder weiß, wie wir uns verhalten dürfen und was wir derzeit nicht machen können. Das war auch für uns als Verein eine Herausforderung, diese Vorgaben umzusetzen. Vielen Dank dafür an unsere Vorstände, die sich da wirklich reinhängen, um den Trainingsbetrieb zu ermöglichen!
Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das erste Spiel?
Die Vorfreude ist natürlich sehr groß, das letzte Spiel ist ja auch eine gefühlte Ewigkeit her.
Glauben Sie, dass die Saison im September fortgeführt werden kann und der Spielbetrieb problemlos verläuft?
Die aktuellen Entwicklungen nehme ich eher so wahr, dass die Infektionszahlen teilweise wieder steigen. Insofern denke ich, muss einfach die Entwicklung beobachtet werden. Ich glaube, die Entscheidungen darüber, was möglich ist und was nicht, werden weiterhin kurzfristig und der aktuellen Situation entsprechend getroffen. Und das ist aus meiner Sicht auch richtig so. Wir trainieren jedenfalls so, dass wir im September fit und bereit sein werden, mehr können wir gerade nicht machen.
War es aus Ihrer Sicht richtig, die Saison 2020/21 zu streichen und die aktuelle Saison fortzuführen?
Ich glaube, bei dieser Entscheidung gibt es viele Argumente für unterschiedliche Szenarien. An erster Stelle geht’s mir darum, dass wir jetzt wieder trainieren und hoffentlich spielen können. Die Entscheidung ist nun so gefallen und ich nehme das gerne an und konzentriere mich auf den Fußball.
Wie lautet Ihre Meinung zum Ligapokal? Ist das für Sie ein interessanter Zusatzwettbewerb?
Den Modus finde ich interessant und spannend. Das ist was ganz Neues, es zeigt, dass der BFV jetzt in dieser Situation auch kreative, neue Lösungen für den Fußball anbieten kann.
Haben Sie Bedenken aufgrund des Coronavirus‘ wieder Fußball zu spielen oder machen Sie sich dahingehend keine Gedanken?
Ich mache mir natürlich Gedanken. Corona ist weiterhin in sämtlichen gesellschaftlichen Bereichen allgegenwärtig. Da ist Fußball nur ein kleiner Teil davon. Letztendlich vertraue ich dabei den politischen Entscheidungsträgern. Da werden sich ganz intensiv Gedanken darüber gemacht, was verantwortbar ist und was nicht. Wichtig ist dann, dass wir uns auch an diese Vorgaben halten!
Zum Abschluss: Was sind Ihre persönlichen Ziele für die restliche Saison und welche Ziele habt ihr euch als Mannschaft gesteckt?
Ich bin mittlerweile 30 und einer der Ältesten bei uns in der Mannschaft. Da muss ich zum Einen schauen, dass ich mit den Jungs mithalten kann, zum Anderen hoffe ich, dass ich denen auch ein bisschen was von meiner Erfahrung mitgeben kann.  Als Mannschaft stehen wir in der Tabelle gar nicht so schlecht da. Je nachdem wie und wann die Saison jetzt weitergeht, sehe ich da durchaus noch Möglichkeiten und schaue nach oben. Wir haben auch einige Jungs aus der Jugend dazu bekommen, andere haben seit der Corona-Pause mit Fußball aufgehört. Da müssen wir jetzt schauen, dass wir uns neu finden und gut einspielen, ich sehe da aber großes Potential.
Danke für das Interview!

dg




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