Der A-Klassist erzählt, wie er den Re-Start erlebt hat

Jahresrückblick mit dem TSV Aßling: „Wir erleben einen richtigen Boom“

Felix Zeibe, 2. Vorstand des TSV Aßling.
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Hofft, dass sich die Menschen im kommenden Jahr wieder unbeschwert treffen können: Felix Zeibe, 2. Vorstand des TSV Aßling.

Aßling - Die Fußballvereine aus der Region standen 2020 vor großen Herausforderungen. beinschuss.de hat beim A-Klassisten TSV Aßling nachgefragt, wie der Verein auf das bisherige Jahr zurückblickt, wie sich die Corona-Pandemie auswirkt und welche Wünsche der Klub für 2021 hat.

Ein besonderes Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Die Corona-Pandemie wirkte sich auch auf die Fußballvereine aus der Region aus und stellte diese vor große Herausforderungen. beinschuss.de blickt mit den Klubs aus der Region auf das vergangene Jahr zurück und fragte nach, wie sehr sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Verein bemerkbar machen und ob es trotzdem schöne Momente gab. Zudem blicken wir auf 2021 und die Klubs verraten, was sie sich für das kommende Jahr wünschen.

TSV Aßling: „Der Aufwand an Personal war enorm, um die Vorgaben umzusetzen“

Nun beantwortete Felix Zeibe, 2. Vorstand des A-Klassisten TSV Aßling, die Fragen von beinschuss.de:

Hallo Herr Zeibe, 2020 neigt sich dem Ende entgegen. Wie lautet aus Sicht eures Vereins die Bilanz des doch sehr besonderen Jahres?
Felix Zeibe: Ein Jahr, was niemand so erwartet hatte. Wir froh sind, dass wir durch unser Hygienekonzept und das vorbildliche Verhalten unserer Mitglieder/Innen, keinen einzigen Corona-Fall hatten. Die Spiele im Jugend- und Erwachsenenbereich konnten größtenteils durchgeführt werden. Da sind wir auch stolz darauf.
Wie wirkt sich die lange Aussetzung des Trainings- und Spielbetriebs auf euer Vereinsleben, auch hinsichtlich möglicher Abmeldungen von Mitgliedern, aus?
Zeibe: Wir erleben bei uns keinen Mitgliederschwund. Im Gegenteil: bei der G und F-Jugend erleben wir einen richtigen Boom, nach der Freigabe des Trainingsbetriebes gab es viele Neuanmeldungen, die es in der Vergangenheit nicht gegeben hatte. Unsere Mädelsmannschaften sind schon immer gut unterwegs und bei den C bis A-Junioren gibt es ja schon seit mehr als zwölf Jahren eine Spielgemeinschaft mit unseren Partnervereinen Ostermünchen und Emmering. Aber so viele Abmeldungen, dass wir keine Jugendmannschaft zum Spielbetrieb melden können, gibt es nicht. Mit Michael Kurzmeier hat der TSV Aßling einen engagierten Jugendleiter und mit Ihm ebenfalls motivierte Trainer/innen die sich um die Jugendmannschaften sehr gut kümmern. Auch während des Lockdowns.
Das Thema „Finanzen“ ist im Profibereich allgegenwärtig. In eurem Verein auch?
Zeibe: Nein, das finanzielle ist bei uns kein Thema. Der Profifußball muss gewinnorientiert arbeiten, das sind ja teilweise börsennotiert, da gelten andere Maßstäbe als bei einem gemeinnützigen Verein. Beim TSV wird schon seit Jahrzehnten im finanziellen Bereich ordentlich gearbeitet und man lebt nie über seine Verhältnisse. Klar, wenn kein Spielbetrieb ist, gibt es keine Einnahmen, aber die Ausgaben, wie Strom oder Versicherungen, sind überschaubar.
Gab es für euch als Verein in diesem Jahr schöne Momente? Wenn ja welche?
Zeibe: Sportliche Entscheidungen sind ja noch nicht gefallen, was Auf- oder Abstiege angeht. Sportliches Highlight wäre noch der Landkreispokalsieg in der Halle von unserer Spielgemeinschaft bei den C-Junioren im Februar 2020. Ich würde als schönen Moment bezeichnen, dass es eben nicht zu einer Welle an Mitgliederkündigungen gekommen ist, wie anfangs der Pandemie erwartet wurde. Es ist schön zu sehen, dass die Mitglieder/innen in so einer Phase dem Verein trotzdem die Treue halten.
Wie habt ihr im Verein den Re-Start im September erlebt?
Zeibe: Irgendwie war es ein komisches Gefühl. Wo sich normalerweise 100 Menschen am Sportplatz treffen, um neben dem Fußball auch mit den Freunden zu ratschen, musste man die eingefleischten Fans und Anhänger vom Sportplatz fernhalten. Der Aufwand an Personal war enorm, um die Vorgaben umzusetzen. Mit dem Zulassen von Zuschauern wurde es dann annähernd normal, aber es wird noch etwas dauern, bis man das gewohnte Bild eines Spiels im Amateurfußball sehen wird. Spieler und Spielerinnen haben sich natürlich sehr darüber gefreut, dass Sie nach so langer Zeit wieder auf dem Platz stehen und spielen könnten. Wir rechnen damit, dass die Hygienevorgaben uns auch in 2021 noch erhalten bleiben, um ein Trainings und Spielbetrieb zu ermöglichen.
Stehen im kommenden Jahr im Verein besondere Highlights oder Feste an, solange die Corona-Pandemie dies zulässt?
Zeibe: In 2021 steht nichts besonderes an. Höhepunkte wären die Jahreshauptversammlung im Juli, wo nach zwei Jahren wieder Neuwahlen anstehen. Vielleicht klappt es im Herbst dann wieder mit der Organisation des bekannten Aßlinger Flohmarktes. Das wäre toll, wenn es klappen würde. Vereine die Jahresjubiläen feiern wollen, haben da glaube ich größere Sorgenfalten.
Welche sportliche Ziele habt ihr als Verein im Herren- und Jugendbereich für das kommenden Jahr?
Zeibe: Das müssen Sie die Trainer fragen, die sind fürs Sportliche zuständig. Die Vorstandschaft kann nur für bestmögliche Rahmenbedingungen sorgen. Aber Spaß bei Seite. Unser 1. Mannschaft können nach oben hin noch mitmischen, abgehakt es der Aufstieg noch nicht. Bei der Zweiten ist das Ziel von Anfang an Wiederaufstieg gewesen, das wird man auch realisieren können. Unsere Damen sorgen ja schon seit Jahren für Furore, ein Aufstieg in die Bezirksoberliga ist da auch noch drin. Wir haben noch das Spitzenspiel gegen Altötting im Frühjahr 2021 bei uns am Büchsenberg, da wird schon drauf hin gefiebert, gerade weil man das Hinspiel verloren hat. Deshalb haben wir noch eine Rechnung offen. Im Jugendbereich freut man sich natürlich, wenn man Meister wird, aber Vorgaben gibt es da keine. Der Spaß am Spiel steht da im Vordergrund.
Zum Abschluss: Welche Wünsche habt ihr aus Sicht des Vereins für das Jahr 2021?
Zeibe: Das unsere Breitensportabteilunge/Fitness für Frauen und Männer, sowie Aquafitness sich wieder sportlich betätigen können. Sie durften seit mehr als einem Jahr nicht in ihre Halle und Schwimmbecken. Allgemein wünschen wir uns, dass die Gesellschaft sich einfach wieder unbeschwert treffen kann und der Virus mit dem Impfstoffen die Kraft genommen wird, die er entfalten konnte.
Herr Zeibe, vielen Dank für das Interview.

ma

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