Er hat den Krebs besiegt und spielte wieder Fußball

„Entscheidung sehr schwer gefallen”: Stürzer hängt die Fußballschuhe an den Nagel

Michael Stürzer vom TSV Hohenthann/Beyhartig
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2016 feierte Stürzer nach langer Genesungszeit sein Comeback, nun hängt er die Fußballschuhe an den Nagel: „Mir ist diese Entscheidung sehr schwer gefallen”, erzählt Stürzer.

Tuntenhausen - Im Jahr 2013 wurde bei Michael Stürzer ein aggressiver Tumor im Gehirn entdeckt. Er kämpfte sich zurück ins Leben und aufs Feld und feierte 2016 sein Comeback für den TSV Hohenthann/Beyharting. Nun hört er aber auf, beinschuss.de hat mit dem 29-Jährigen über die Gründe gesprochen.

Michael Stürzer hat zwei seiner drei Ziele bereits erreicht. Zum einen erholte er sich nach der Schockdiagnose im Jahr 2013, als bei ihm ein Lymphom im zentralen Nervensystem - eine seltene Form von Krebs im Gehirn - festgestellt wurde, wieder. 2016 kehrte Stürzer nach langer Genesungszeit tatsächlich wieder auf den Fußballplatz zurück und erreichte damit sein zweites Ziel. Zuletzt spielte er vier Jahre für den TSV Hohenthann/Beyharting.

Michael Stürzer: „Man muss immer wieder aufstehen“

„Ich wollte mich nicht verstecken”, sagt Stürzer im Gespräch mit beinschuss.de. „Fußball ist meine Leidenschaft und ich wollte unbedingt wieder mit meinen Freunden spielen. Das habe ich geschafft. Man muss immer wieder aufstehen.” Für ihn war der Sport ein wichtiger Bestandteil für seine Genesung.

Michael Stürzer (r.) scheute trotz seiner Vergangenheit auch kein Kopfball-Duell.

Nun aber musste der 29-Jährige seine Fußballschuhe an den Nagel hängen. „Mir ist diese Entscheidung sehr schwer gefallen”, erzählt Stürzer. „Es treten Nachwirkungen der damaligen Chemotherapie auf, die zu Abnutzungserscheinungen an den Gelenken führen.“

Michael Stürzer blickt auf die vergangenen vier Jahre mit Freude zurück

Stürzer wurde bereits orthopädisch operiert. „Ich habe gesagt, bevor ich eine künstliche Hüfte bekomme, höre ich lieber auf. Ich will noch in die Berge gehen, Radfahren mit und später mal mit meinen Kindern spielen können”, so der 29-Jährige. „Ich lebe und das ist das Wichtigste. Dass ich jetzt aufhöre ist sehr schade, aber kein zu großes Drama für mich.“

Auf die letzten vier Jahre blickt er mit Freude zurück. „Wie im Leben gibt es auch im Fußball Höhen und Tiefen. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht mit dem Team und den Trainern. Wir haben den Aufstieg in die B-Klasse geschafft. Das war für mich ein sportliches Highlight. Ich bin den Jungs sehr dankbar, wie sie mich aufgenommen haben. Das hat mich riesig gefreut und ich war sehr fleißig im Training”, sagt Stürzer mit einem Lächeln im Gesicht.

Michael Stürzer: „Ich bin vollkommen gesund“

Der 29-Jährige versteckt sich nicht vor der Corona-Pandemie. „Ich habe keine Angst vor dem Virus, aber natürlich Respekt”, sagt er. Auch ansonsten geht es ihm wieder gut. „Ich bin vollkommen genesen. Meine Ärzte gehen davon aus, dass ich nicht mehr erkranken werde”, sagt der 29-Jährige. „Ich kann weiterhin Radfahren, Wandern und auch wieder Skifahren.”

Jetzt hat Stürzer sein drittes Ziel im Blick. „Ich will besonders an den Wochenenden wieder mehr am Leben teilnehmen, mehr Zeit für die Freundin und die Familie haben”, sagt der Fußballer. Ganz lösen will er sich vom TSV Hohenthann aber dann doch nicht. „Natürlich bleibe ich dem TSV erhalten und treu. Wenn ich helfen kann, bin ich da und versuche mein Team zu unterstützen.“

Aufgrund der Pandemie und der Aussetzung der Spielbetriebs konnte er sich nicht gebührend verabschieden, sondern nur per Whatsapp seinen Rücktritt verkünden. „Ich werde etwas zu meinem Abschied machen. Wie, wo und was, weiß ich noch nicht genau. Aber irgendwas mache ich bestimmt”, verspricht er.

ma

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