Nach langen und intensiven Überlegungen

„Tragen die Verantwortung“: Weildorf lässt keine Fans zum ersten Heimspiel zu!

Fußball mit zwei Spielern.
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Fußball (Symbolbild)

Teisendorf - 200 Zuschauer sind derzeit zu den Amateurspielen zugelassen. Dennoch hat sich der DJK Weildorf vor dem Derby gegen SV Leobendorf dazu entschieden, keine Fans zu dem Spiel zuzulassen. Grund ist die schwierige Kontrolle der Abstand- und Hygieneregeln und die Haftung.

Am Sonntag empfängt der A-Klassist DJK Weildorf den SV Leobendorf zum Lokal-Derby. Viele Fans werden sich auf dieses Spiel gefreut haben. Doch nach langer und intensiver Überlegung hat sich der DJK dazu entschlossen, keine Zuschauer zu den Spielen am kommenden Wochenende zuzulassen. Grund sind die strengen Regularien und deren Kontrolle. Aufgrund der schwierigen örtlichen Gegebenheiten sieht sich der A-Klassist für das kommende Wochenende nicht in der Lage, die vorgegebenen Regularien und Verordnungen vollumfänglich einzuhalten.

„Sind nicht bereit die drohenden Konsequenzen zu tragen

Ein weitere Grund ist die Haftungsfrage: „Wir alle machen unsere Aufgabe ehrenamtlich und sind nicht bereit, die drohenden Konsequenzen bei etwaigen Infizierungen weder persönlich noch stellvertretend für den Verein zu tragen", teilt der Klub in einem offenen Brief mit. Der DJK Weildorf bittet seine Fans um Verständnis für diese Entscheidung und hofft, dass sie der Mannschaft dennoch die Daumen drücken!

Der offene Brief des DJK Weildorf im Wortlaut:

„Liebe Mitglieder und Freunde unserer DJK Weildorf!!!

Wir möchten Euch darüber informieren, dass wir uns nach langen und intensiven Überlegungen und Gesprächen schweren Herzens dazu entschlossen haben, die beiden Spiele unserer 1. und 2. Mannschaft am Sonntag, den 27. September gegen den SV Leobendorf ohne Zuschauer stattfinden zu lassen.

Sicherlich wird sich der Ein oder Andere über diese Entscheidung wundern, da am letzten Wochenende auf anderen Plätzen bereits wieder Spiele mit Zuschauern stattgefunden haben. Aus diesem Grund möchten wir Euch erklären, wie und weshalb wir zu unserer Entscheidung gekommen sind.

„Wir haben mit unserer Entscheidung ganz bewusst bis Anfang dieser Woche“

Grundsätzlich ist seit 19. September der Wettkampfspielbetrieb mit Zuschauern seitens der Staatsregierung wieder erlaubt. Das Ganze unterliegt aber sehr strengen Regularien. Basis der Erlaubnis ist die Erstellung eines Hygienekonzeptes sowie eine erforderliche Kontaktdatenerfassung aller Anwesender. Maximal zugelassen sind derzeit 200 Zuschauer. Neben vielen anderen Dingen ist die Einhaltung des Mindestabstandes zwischen den Zuschauern vorgeschrieben. Sollte dies in Ausnahmefällen nicht möglich sein, ist zwingend eine Mund- und Nasenbedeckung zu tragen.

Wir möchten betonen, dass wir seit Beginn der Corona-Pandemie stets bemüht waren und natürlich auch weiterhin sein werden, die Normalität in unseren sportlichen Alltag zurückkehren zu lassen, immer natürlich unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben bzw. Regularien. Dies glauben wir kann man auch daran erkennen, dass wir in unserer Region einer der ersten Vereine waren, die den Trainingsbetrieb unserer Jugendmannschaften wieder ermöglicht haben.

Wir haben mit unserer Entscheidung ganz bewusst bis Anfang dieser Woche gewartet, da wir schauen wollten, wie die Rückkehr der Zuschauer auf anderen Plätzen abläuft und funktioniert. In den Zeitungsberichten war durchwegs zu lesen, dass die Hygienekonzepte gut umgesetzt und auch angenommen wurden. Wenn man sich allerdings die veröffentlichten Fotos vom Wochenende anschaut, so erwecken diese bei uns den Eindruck, dass die Einhaltung der vorgegebenen Grundregeln wie Abstand bzw. bei Nichteinhaltung das Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung die anwesenden Zuschauer nicht sonderlich interessiert hat. Die Meinungen bzgl. der Corona-Maßnahmen gehen in unserer Gesellschaft mittlerweile sehr weit auseinander. Dies reicht von Demonstranten gegen die getroffenen Maßnahmen bis hin zu denen, die die erfolgten Lockerungen als zu voreilig sehen und diese am liebsten rückgängig machen wollen. Die Umsetzung eines derart strengen Konzeptes macht dies nicht unbedingt leichter, da die umzusetzenden Maßnahmen nicht bei allen Anwesenden auf Verständnis stoßen werden.

„Sehen uns nicht in der Lage die Regularien und Verordnungen einzuhalten“

Bei den beiden Spielen gegen Leobendorf am Wochenende handelt es sich, blickt man in die jüngere Vergangenheit zurück, um zwei rassige, meist sehr gut besuchte Lokalderbys mit entsprechenden Emotionen auf und außerhalb des Platzes. Wir waren uns innerhalb der Vorstandschaft einig, dass wir das Hygienekonzept nicht nur haben, um es im Bedarfsfall vorweisen zu können, sondern die darin festgeschriebenen Regeln auch umsetzen wollen und müssen. In mehreren Telefonaten mit den zuständigen Personen beim Bayerischen Fußballverband wurde uns unmissverständlich klargemacht, dass wir für die Umsetzung und Einhaltung des Hygienekonzeptes die volle Verantwortung tragen.

Aufgrund des zu erwartenden Zuschauerinteresses sowie der für die Einhaltung eines sehr strengen Hygienekonzeptes schwierigen örtlichen Gegebenheiten sehen wir uns für das kommende Wochenende nicht in der Lage, die vorgegebenen Regularien und Verordnungen vollumfänglich einzuhalten bzw. im Bedarfsfall entsprechend durchzusetzen.

Wir alle machen unsere Aufgabe ehrenamtlich und sind nicht bereit, die drohenden Konsequenzen bei etwaigen Infizierungen weder persönlich noch stellvertretend für den Verein zu tragen.

„Haben uns diese Entscheidung wahrlich nicht leicht gemacht“

Es bleibt uns nichts Anderes übrig, als für unsere Entscheidung, die wir uns wahrlich nicht leicht gemacht haben und die uns alle im Vorstand auch nicht glücklich macht, auf Euer Verständnis zu hoffen .Nichts würden wir am Sonntag lieber tun, als Euch als Zuschauer zu begrüßen und mit Euch zusammen zwei hoffentlich schöne und erfolgreiche Spiele unserer Mannschaften anzuschauen. Nur es geht leider nicht!!!

Bitte habt Verständnis und haltet Euch an die Vorgabe, dass niemand das Spiel anschauen darf! Macht uns die Aufgabe nicht schwerer, als sie in der derzeitigen Lage ohnehin ist. Drückt den Jungs die Daumen, dass Sie einen erfolgreichen Re-Start feiern und so den nächsten Schritt zur Erreichung der gemeinsam gesetzten Ziele machen können!

Bleibt gesund!H offentlich auf Bald!

Euer Vorstand.“

ma/PM DJK Weildorf

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