Heimspiel gegen schwach gestartetes Topteam

Traunstein will gegen 1865 Dachau wieder durchstarten

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Traunsteins Coach (r., mit Cap) hat den Blick nach dem Spiel in Ismaning längst wieder nach vorne gerichtet. Gegen die Dachauer ist aber auch ein Blick zurück interessant.
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Traunstein – Bayernligist SB Chiemgau Traunstein steht vor dem Beginn einer Englischen Woche. Schon am Freitagabend empfängt der SBC den noch nicht so recht in Fahrt gekommenen TSV 1865 Dachau (19:00 Uhr). Gegen das schlecht gestartete Team aus der Spitzengruppe des letztjährigen Klassements gilt es allerdings besonders bei der Sache zu sein.

Nach der unglücklich zustande gekommenen ersten Saisonniederlage kurz vor Schluss beim FC Ismaning, steht für den Trainer der Traunsteiner Jochen Reil das Motto fest: „Weitermachen. Wir wollen jetzt gut zurückkommen, gleich wieder Schwung aufnehmen.“. Es war schließlich nach einer tollen Serie die erste Pleite seit der verlorenen Heimpartie gegen Meister und Mitaufsteiger TuS Holzkirchen in der vergangenen Landesliga-Spielzeit. „Wir haben diese Woche viel gesprochen und alles analysiert. Die Niederlage in Ismaning haben wir abgeschüttelt. Jetzt es daran, dass wir wieder durchstarten!“, so Reil vor dem anstehenden Heimspiel.

SBC-Trainer beendete seine Spielerkarrriere bei 1865

Für den Coach selbst ist das Match auf besondere Weise mit seiner persönlichen Vita verknüpft. Neben langen Jahren bei Lokalrivalen ASV, dem Heimatverein des gebürtigen Dachauers, und dem SC Fürstenfeldbruck kickte Reil nämlich auch für die 65er, beendete dort seine Spielerlaufbahn und war auch als Teammanager engagiert. „Ja klar, da ist für mich natürlich schon ein gewisser Anreiz da. Mal schaun, ob ich den auf meine Spieler übertragen kann.“, sagt Reil mit einem Schmunzeln.

Denn auch in Sachen persönlicher Bilanz möchte der Erfolgstrainer sich gerne verbessern. Und zwar in Sachen Begegnungen mit Teams aus seiner Heimatstadt. Mit dem SBC traf er dreimal auf den ASV – ein Blick in die Statistik verrät: zwei Unentschieden und eine Niederlage. „Seit ich hier in Traunstein bin, ist es uns also nicht gelungen, ein Spiel gegen eine Dachauer Mannschaft zu gewinnen. Das möchte ich sehr gerne ändern.“, so Reil.

Reil warnt - Dachauer verkaufen sich bisher unter Wert

Der Trainer des SB Chiemgau warnt eindringlich vor Dachau 65. Nicht nur – aber gerade auch - weil dieses Team nicht gut aus den Startlöchern gekommen ist, Anlaufschwierigkeiten in dieser Bayernliga-Saison hat. „Eine ganz gefährliche Mannschaft“, gibt er zu Bedenken. Die - wenn man die Metapher vom angeschlagenen Boxer, der besonders gefährlich ist, bemühen will – gerade jetzt ein unangenehmer Gegner sein könnte. Denn die Dachauer waren in der vergangenen Saison oben mit dabei, wurden am Ende Fünfter. Sie haben also ganz andere Ambitionen – und einen guten Kader eigentlich auch.

Bleibt abzuwarten ob – und wenn ja wann – die 65er ins Rollen kommen. Nach einem mickrigen Auswärtssieg (4:1 beim Aufsteiger TSV Kornburg) und drei ernüchternden Niederlagen (0:1 gegen Schwaben Augsburg, 0:3 in Pullach und 1:2 gegen Wolfrathshausen). Die Traunsteiner wollen natürlich tunlichst verhindern, dass dies ausgerechnet bei ihnen im heimischen Jakob-Schaumaier-Sportpark passiert – sie wollen schließlich ihrem bisher gut gelungenen Saisonstart weitere Punkte folgen lassen. Doch – warnt Reil: „Die werden sicher alles versuchen, um möglichst sofort die Wende einzuleiten!“

Gästecoach Lamotte als Psychologe gefragt

Sein Gegenüber in Diensten des TSV 1865 weiß um die eigentlich vorhandene Qualität seiner Kicker – und beurteilt die Situation ganz ähnlich: „ Es besteht Redebedarf, und ich denke, dass ich im Moment besonders als Psychologe gefragt bin - da es weder körperlich noch fußballerisch fehlt.“, so Fabian Lamotte (34), der früher für Schalke 04, 1860 München und Sturm Graz am Ball war. Die Pleite gegen Wolfratshausen ließ ihn enttäuscht zurück: „Wir tun uns im Moment schwer, einen Lapsus des Gegners in Tore umzumünzen. Wir brauchen zu lange, um in die Spitze zu kommen.“

Nach dem Match gegen die Dachauer geht es für den SB Chiemgau schon an Maria Himmelfahrt weiter. Am Dienstag reist man zum ASV Neumarkt in die Oberpfalz (Anstoss 17:00 Uhr). Samstags darauf empfangen die Traunsteiner wieder zuhause den TSV Schwabmünchen (18:30 Uhr).

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