Interview mit SBC-Coach Reil vor dem Auftakt in Anschöring

"Wir fahren da hin, um den Derbysieg zu holen!"

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Traunsteins wie immer forscher Erfolgscoach Jochen Reil voller Vorfreude in seinem Trainerbüro. Gelingt ihm und seiner Equipe gleich im Derby der nächste Coup?

Traunstein - An diesem Freitag schon geht es wieder los. Nach relativ kurzer Pause wartet auf den SB Chiemgau Traunstein das „Abenteuer Bayernliga“. Und der Auftakt könnte packender und herausfordernder nicht sein: Zum offiziellen Saisonauftakt der Bayernliga Süd geht es zum benachbarten SV Kirchanschöring (18:30 Uhr/Wir TICKERN LIVE). Ein Derby zum Start, gegen einen Gegner zu dem sie in Traunstein - aus ihrer Sicht - nun endlich aufgeschlossen haben. Um vorbeizuziehen? Vor dem Spiel haben wir mit SBC-Coach Jochen Reil über das mit Hochspannung erwartete Match und die kommende Saison in der Bayernliga gesprochen.

Beinschuss-Direkt: Jochen, wie ist kurz vor dem ersten Spiel die Stimmung bei Dir, kribbelt es schon?

Jochen Reil: Die Spannung ist extrem. In der Vorbereitungszeit freut man sich auf das erste Spiel. Gerade in der neuen Liga. Da ist schon sehr viel Anspannung dabei. Und dann gleich das Derby! Mehr geht eigentlich nicht - da freut man sich als Fußballer einfach!

Die Vorbereitung ist ja bedingt durch die vier Aufstiegsspiel relativ kurz gewesen. Schadet das der Mannschaft - oder seid ihr eher noch "voll in Schuss", weil nicht so runtergefahren wurde wie bei einer längeren Pause?

Ich denke, wir brauchen da jetzt keine Ausrede, weil die Phase mit der Pause relativ kurz gewesen ist. Wir haben eine Euphorie und ein gutes Selbstbewusstsein. Die Saisonverlängerung mit den vier Spielen ist ja positiv für uns ausgegangen. Also nehmen wir den Schwung einfach mit. Wir haben uns auch ganz gezielt so vorbereitet, dass das zum Tag X am Freitagabend hoffentlich funktioniert.

Die Mannschaft ist mittlerweile nochmals ergänzt und verstärkt worden. Jüngst noch einmal mit Linor Shabani. Traunstein ist mittlerweile eine wirklich gute Adresse im südostbayrischen Raum geworden im Fußball. Bist Du so mit Deinem Kader zufrieden?

Das passt alles. Ich bin ja als Trainer maßgeblich an der Zusammenstellung der Mannschaft beteiligt gewesen - von daher muss ich ja zufrieden sein. (*lacht*) Wir wollen unsere Schritte peu à peu weitergehen. Ganz gezielt, vernünftig - ohne etwas Verrücktes zu machen. Und wir hatten ja bereits eine richtig gute Truppe. Deswegen haben wir uns eher punktuell verstärkt. Und dabei darauf geachtet, dass uns die individuelle Qualität der Neuzugänge an bestimmten Stellen voran bringt. Dazu haben wir noch ein wenig die Breite des Kaders gestärkt. Ich habe riesengroßes Vertrauen in die Jungs, die unseren Aufstieg in die Bayernliga geschafft haben!

Kommen wir zum Spiel in Kirchanschöring. Das große Derby, auf das die Region brennt und lange gewartet hat. Wie gehst Du das an? Kommen die Verletzten schon zurück?

Nein, sicherlich nicht. Leider werden Stefan Mauerkirchner und auch Dominik Schlosser noch nicht rechtzeitig fit - ein Einsatz würde ein viel zu hohes Risiko mit sich bringen. Gerade in so einem brisanten und hitzigen Match. Die Beiden müssen sich weiter kontinuierlich vorbereiten, sonst ist das erneute Verletzungsrisiko ganz einfach zu groß. Und davon hat dann keiner was. Aber das haben wir schon immer gut kompensieren können - und werden es auch diesmal schaffen!

Wie schaut es mit der Taktik aus? Was habt ihr euch ausgedacht? Ohne zuviel zu verraten: Vergangene Saison war es ja immer ein sicheres Abwarten aus der Defensive aus - um dann irgendwann eiskalt zuzuschlagen. Läuft es heuer und in Anschöring ähnlich?

Das hat uns immer schon zum Erfolg verholfen. Und darauf können wir uns halt auch verlassen. Weil wir wissen, was wir können - und von anderen Dingen klugerweise die Finger lassen. Aber das was wir drauf haben, spielen wir halt konsequent aus. Wir stehen gut - und haben trotzdem in der Landesliga oft sogar ein Plus von Chancen gehabt. Jetzt sind wir durch unsere Neuzugänge sicher noch stärker geworden - aber wir werden auf keinen Fall irgendwie „deppert“ spielen und ins offene Messer laufen. Schon gar nicht im Derby.

Was soll denn am Ende in Kirchanschöring herausschauen?

Kirchanschöring ist eine gestandene Bayernligamannschaft mit viel Erfahrung, die sich in der Liga bereits vielfach bewiesen hat. Für uns ist es das erste Spiel in der neuen Liga - also ist eines klar: Kirchanschöring ist der Favorit. Aber - und das wird sich nie ändern: Wir fahren da hin, um das Maximale zu holen, zu gewinnen, den Derbysieg zu holen! Vielleicht klingt das jetzt vermessen - aber nur unter diesem Motto und mit dieser Zielsetzung kann ich die Anreise antreten.

Wie ist denn generell Dein Saisonziel? Du hast ja bereits vom "oberen Drittel" geredet? Sind das nicht Trauben, die zu hoch hängen? Oder bleibt es bei dem ehrgeizigen Ziel?

Ich glaube nur wenn man Maximales von sich fordert, kann man Maximales erreichen. Was dann am Ende dabei herausspringt steht auf einem anderen Blatt. Aber - es wäre ja schlimm wenn man sich als Aufsteiger mit einem guten und intakten Umfeld hinstellt und sagt "Irgendwie werden wir schon die Klasse halten". So herum zu wurschteln ist nicht Meins - und nicht mein Ziel. Für mich ist die Bayernliga eine große Herausforderung - aber mein Ziel ist, wie ich schon mehrfach betont habe, im vorderen Tabellendrittel mitzumischen!

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Das Interview führte Siegi Huber

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