FC Pipinsried - TSV 1860 Rosenheim 0:0

1860 lässt Chancen aus und Dreier liegen

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Das darf doch nicht wahr sein: Dominik Süßmaier fragt sich, wie seine Kollegen, wie die 60er dieses Spiel nicht gewinnen konnten.
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Pipinsried - Waren das viele Chancen, die der TSV 1860 Rosenheim am Sonntag in Pipinsried ausließ. Am Ende fragten sich die mitgereisten Rosenheimer Zuschauer wohl alle, wie die Sechziger dieses Spiel nicht gewinnen konnten. Die Rosenheimer waren durchweg feldüberlegen und dominant - aber trafen einfach das Tor nicht.

aus Pipinsried berichtet Christian Schulz

Der TSV 1860 wollte heute beim stark abstiegsgefährdeten FC Pipinsried seine Erfolgsserie fortsetzen und einen weiteren Schritt Richtung möglicher Aufstiegsrelegation machen. Und die Rosenheimer begannen das Spiel auch entsprechend engagiert und wollten gleich zeigen, wer hier um die Meriten in oberen Tabellenregionen spielt und wer tief unten drin steckt. 

Bereits nach zwei Minuten eine erste Chance für die Gäste: Nach einem langen Ball in die Spitze legte Sascha Marinkovic das Leder zurück auf seinen Sturmpartner Danijel Majdancevic. Dessen Weitschuss klärte Kevin Maschke im Tor der Gastgeber zur Ecke. Nach der Ecke noch ein Distanzversuch von Sebastian Weber, doch der zog über das Tor.

Tomic alleine vor dem Kasten

In Minute neun dann die ganz große Chance für die Sechziger in Führung zu gehen: Pipinsrieds Andreas Götz spielte unbedrängt einen Fehlpass in die Beine von Majdancevic. Der steckte sofort fein durch auf Josip Tomic, welcher nur noch den Keeper vor sich hatte. Tomic ging noch ein paar Meter und visierte dann die linke untere Ecke an. Seinen platzierten Flachschuss konnte Maschke gerade noch mit den Fingerspitzen an den Pfosten lenken. Von dort sprang die Kugel zurück zu Tomic. Der sprang in den Abpraller - aber sein Nachschussversuch unter Bedrängnis ging ganz knapp drüber.

Auch danach die Rosenheimer klar überlegen – allerdings verpassten sie es auch im letzten Drittel wirklich zwingend zu werden und die ängstliche Spielweise der verunsicherten Hausherren zu mehr zu nutzen, als andauernder Feldüberlegenheit.

Rosenheim dominiert das Geschehen

Service:

Hinten ließen die Rosenheimer rein gar nichts zu – Pipinsried kam im gesamten ersten Durchgang nicht zu einem einzigen Torabschluss. Vor dem Tor der Gastgeber tat sich aber auch wenig Gefährliches. Den Sechzigern gelang es einfach nicht, ihre Angriffe auch zu Ende zu spielen. Und so hieß es weiter Warten auf den Führungstreffer des Favoriten.

Erst kurz vor der Halbzeit ein weiterer Aufreger: Sowohl Pipinsrieds Götz als auch Tomic rutschten nach einer Flanke von links im Strafraum aus, der Rosenheimer rappelte sich schneller auf, sah Marinkovic am Elfmeterpunkt und bediente diesen mustergültig. Marinkovic stand völlig frei, legte sich den Ball zurecht – und verzögerte etwas zu lange, so dass sein Schuss noch zur Ecke abgefälscht werden konnte (38.).

In der Nachspielzeit noch eine gute Freistoßgelegenheit für die Gäste in zentraler Position. Doch der stramme Schuss von Rosenheimes Kapitän Christoph Wallner ging halbhoch links am Tor vorbei (46.) Dann war Halbzeit. Und Rosenheim musste aus einer derart klaren Überlegenheit eigentlich mehr machen. Vielleicht eine kleine Parallele zum Erlbach-Heimspiel.

Warten auf den Führungstreffer

In Hälfte Zwei ein unverändertes Bild, was die Feldüberlegenheit anging. 1860 weiter äußerst dominant. Allerdings zeigten die Rosenheimer nach der Halbzeitansprache von Coach Klaus Seidl nun mehr Zug zum Tor. Und spielten ihre Angriffe nun auch besser aus.

Majdancevic ließ einen Ball an der Strafraumgrenze mit der Brust zu Marinkovic prallen. Der drängte alleine in den Sechzehner, wartete allerdings wieder zu lange, so dass der herausstürzende Maschke erneut klären konnte (51.).

In Minute 54 Freistoß Rosenheim aus 30 Metern: Den langen Ball in den Strafraum erreichte niemand, doch auch der ansonsten umsichtige Pipinsrieder Torhüter sprang ein Loch in die Luft und am Ball vorbei. Das Leder ging ganz knapp am rechten Pfosten vorbei ins Toraus.

Chancen im Minutentakt

Die Rosenheimer erspielten sich in der Folge Chancen im Minutentakt. Man fragte sich wirklich, wie hier noch nicht die Entscheidung gefallen sein konnte. Die besten Möglichkeiten hatten Majdancevic und Tomic: Erst setzte sich Linor Shabani energisch auf rechts im Strafraum durch. Er legte überlegt zurück auf Majdancevic an den Fünfer – doch dieser traf völlig freistehend das leere Tor nicht und schoss Zentimeter am linken Eck vorbei (64.). Dann tanzte der erneut stark aufspielende Raphael Obermeier im Zentrum gleich zwei Gegenspieler aus, legte Tomic den Ball auf halbrechts, doch auch dessen strammer Abschluss war zu platziert – Latte (66.)!

Nach einer starken halben Stunde ließ der Druck der Gäste langsam nach und Pipinsried gelangen erstmals eigene Konterangriffe. So bekam der FCP in der 77. Minute die erste wirkliche Torchance im gesamten Spiel: Der eingewechselte Zelimir Tosic stand nach einer Flanke von links am rechten Fünfereck blank, doch seine Direktabnahme ging rechts am Kasten des bis dato beschäftigungslosen Dominik Süßmaier vorbei. Glück für die Sechziger – man weiß ja, wie so ein Spiel laufen kann.

Ratlose Rosenheimer fahren mit nur einem Punkt nachhause

In der Schlussphase der einseitigen Partie tat sich dann nichts mehr vor den Toren. Somit endete ein Spiel, das eine Mannschaft mit Ausftiegsambitionen eigentlich klar für sich entscheiden muss torlos 0:0. Schade. Die Rosenheimer ließen hier eindeutig zwei Zähler liegen und verließen nach dem Schlusspfiff etwas ratlos das regengetränkte Pipinsrieder Geläuf. Da wäre viel mehr drin gewesen, gegen ungefährliche Gastgeber, die den Sechzigern alle Möglichkeiten zu einem weiteren Dreier angeboten hatten.

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