FC Pipinsried - SV Kirchanschöring 1:0

Kirchanschöring verpasst Punktgewinn in Pipinsried

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Yunus Karayüns toller Volley knallt nur an die Latte - das hätte die Führung für den SV Kirchanschöring sein können!
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Pipinsried - Im schweren Auswärtsspiel beim FC Pipinsried präsentierte sich der SV Kirchanschöring nach anfänglichen Schwierigkeiten ordentlich - verpasste es allerdings mehrere klare Tormöglichkeiten im Kasten der Gastgeber unterzubringen. So reichte eine grobe Unachtsamkeit in der zweiten Hälfte und am Ende stand eine knappe Niederlage - obwohl ein Punkt jederzeit möglich und vielleicht sogar verdient gewesen wäre.

Der Tabellenfünfte aus Pipinsried begann sofort mit ordentlich Zug nach vorne. Bereits in der dritten Spielminute musste Anschörings Schlussmann Lukas Hoyer entscheidend eingreifen: Zunächst parierte er den ersten Schussversuch der Gastgeber glänzend - dann setzte Pipinsrieds bulliger Angreifer Serge Yohoua den Nachschuss neben den Kasten. Kurz drauf bewahrte er seine Equipe erneut vor dem frühen Rückstand: Glanzparade gegen FCP-Kapitän Thomas Berger.

Pipinsried macht Druck - Hoyer hält Anschöring im Spiel

Ja, das sah teilweise schon richtig gut aus, was die für Bayernligaverhältnisse mega-spielstarken Hausherren hier präsentierten. Tolle Ballbehandlung, schnelles und exaktes Passspiel - das konnte sich definitiv sehen lassen. Und führte gegen gerade in der Anfangsphase mit Geschwindigkeit und Spielschwung des FCP überfordert scheinende Gäste aus dem Rupertiwinkel regelmäßig zu brenzligen Situationen im letzten Spielfelddrittel des SV Kirchanschöring.

Service:

Schon in der 19. Minute der erste Wechsel bei den Gästen: Thaddäus Jell kam für Max Vogl. Eine taktische Maßnahme von SVK-Coach Patrick Mölzl, die Wirkung zeigte. Durch die Umstellung kamen die Kirchanschöringer fortan besser ins Spiel, waren auch hinten etwas weniger anfällig.

SVK nach frühem Wechsel stabiler - Hoyer muss nochmals retten

In der 34. Minute rettete Hoyer erneut in höchster Not: Wieder ging es schnell beim FCP, Flanke mit schönem Schnitt von der linken Außenbahn in Richtung kurzer Pfosten. Das Leder wäre zu klären gewesen, doch ein SVK-Verteidiger ließ es passieren. Gewühl, der Ball lag förmlich auf der Linie - und der Anschöringer Keeper packte im allerletzten Moment zu und schnappte sich die Kugel! Was für eine Szene, der Ball war eigentlich schon drin - das hätte die Führung für Pipinsried sein müssen!

FC Pipinsried - Kirchanschöring

Nachdem auch dieser Schreckmoment unbeschadet überstanden war, fand sich Kirchanschöring hier in diesem Auswärtsspiel endgültig besser zurecht, stand hinten sattelfester. Beide Teams lieferten sich nun ein offenes Spiel - das weiterhin mit viel Tempo ausgetragen wurde.

Kirchanschöring sucht Weg über die Außenbahnen

Wenn die langen Diagonalwechsel schnell genug gespielt wurden und es den Anschöringern gelang über die Außen durchzubrechen - bekamen auch sie hier ihre Gelegenheiten. Der SVK war mit seinen Mitteln dann ebenso gefährlich wie die offensiv wirbelnden aber hinten nicht unüberwindbaren Gastgeber. In den letzten zehn Minuten der ersten Spielhälfte sogar wesentlich gefährlicher:

Manuel Omelanowsky fasste sich ein Herz und setzte aus dem Mittelfeld heraus zu einem feinen Solo durch die gegnerische Hälfte an - in guter Abschlussposition vor Torhüter Thomas Reichlmayr reichte es aber nur noch zu einem Roller (38.).

Karayün-Knaller - nur die Latte verhindert die Führung der Gäste!

Zwei Minuten später verhinderte nur die Latte die SVK-Führung: Max Sturm tankte sich über rechts durch und flankte herrlich von ganz außen in die Mitte. Sein platzierter Flankenball wurde zur perfekten Vorlage für Yunus Karayün, der aus dem linken Halbfeld in den Sechzehner gestürmt war und dort das Leder mit vollem Risiko volley nahm - und donnernd an den Querbalken jagte! Ein Wahnsinns-Ding - das wäre ein Treffer Marke Tor des Monats gewesen (40.)!

Noch vor der Pause bekam der SV Kirchanschöring eine weitere prima Gelegenheit: Yasin Gürcan gab von rechts eigentlich maßgenau herein - doch Bernd Eimannsberger war einen Schritt zu schnell, brachte so keinen Druck mehr in seinen Abschluss und schob den Ball Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (44.)! Die Zuschauer, die es mit Kirchanschöring hielten rauften sich die Haare - auch der hätte fast drin sein müssen. Mittlerweile hätten sich die Hausherren hier auch nicht über eine Führung der Gäste beschweren dürfen.

Pipinsried geht nach Doppelpass in Front

In der zweiten Hälfte beruhigte sich das Geschehen auf dem Rasen merklich. Beide Mannschaften gingen nicht mehr ganz das flotte Tempo aus dem ersten Durchgang. Insgesamt waren es ausgeglichene 45 Minuten - keines der Teams hatte große Vorteile, jeder arbeitete mit seinen Mitteln ordentlich und ließ hinten relativ wenig zu.

Trotzdem gingen die Gastgeber schon kurz nach Wiederanpfiff in Front. Die Kirchanschöringer Defensive pennte bei einem schönen Doppelpass der Hausherren, Pipinsrieds Ünal Tosun wurde bedient, legte sich die Kugel noch einmal kurz zurecht - und versenkte sie trocken mit rechts ins linke unter Eck (50.).

Wieder Aluminium - Omelanowsky aus eineinhalb Metern an den Pfosten!

Etwas mehr als eine Viertelstunde später bekamen die Anschöringer die Riesengelegenheit zum Ausgleich: Freistoß durch Karayün von der linken Seite, etwa 25 Meter vor dem Tor des FCP. Der Ball kam weit herein, war auf das lange Fünfereck gezogen, überflog die in dieser Situation indisponierte Abwehr der Pipinsrieder und erreichte Omelanowsky, der am langen Pfosten gelauert hatte. Der Angreifer, der natürlich auf ein Durchkommen des Balles spekuliert hatte, war vielleicht eine entscheidende Sekunde überrascht, dass dies tatsächlich geschah - und schaffte es per Kopf aus nur eineinhalb Metern per Kopf lediglich den rechten Außenpfosten zu treffen (68.)! Der nächste Wahnsinns-Moment! das nächste Mal rettete das Aluminium für die Hausherren.

Im Anschluss versuchten die bemühten Gäste weiterhin das Blatt noch zu wenden und zumindest ein Unentschieden zu erreichen. Das angesichts der guten eigenen Möglichkeiten ja auch nicht ungerecht gewesen wäre. Der FC Pipinsried ließ es mit der Führung im Rücken ruhiger angehen, versuchte eher das Spiel bestmöglich unter Kontrolle zu behalten als großartig offensive Akzente zu setzen. Die Kirchanschöringer, die ja zwangsweise anspielen mussten erarbeiteten sich so gegen Ende der Partie sogar Feldvorteile - konnten ihre Angriffe aber nicht mehr so zu Ende spielen, dass es ihnen noch etwas Zählbares eingebracht hätte.

SVK versucht es bis zum Schluss - kommt aber nicht mehr zurück

Die Pipinsrieder, im eigenen Ballbesitz weiter stark, konnten sich ebenfalls nicht mehr entscheidend durchsetzen. Jede Seite hatte noch ihre ein, zwei Möglichkeiten - am Ende aber blieb es beim knappen Heimerfolg des FCP. Kurioserweise hatten die Kirchanschöringer dieses Spiel letztlich in einer Phase hergegeben, in der sie besser im Spiel waren als in der ersten halben Stunde, in der sie doch mächtig Probleme hatten. Hinterher zeigte die Mölzl-Elf, was sie drauf hat und dass sie jederzeit auch das eigene Potential ausschöpfen kann - für einen Punktgewinn im Dachauer Hinterland reichte es trotzdem nicht.

So sah es auch ein in den Minuten nach dem Schlusspfiff ein wenig ratloser SVK-Trainer Mölzl: "Das ist so ärgerlich! Wir waren in den ersten dreißig Minuten gar nicht richtig auf dem Platz. Mir ist unerklärlich warum. Hinterher zeigen wir doch, dass es geht - dass wir es können. Da waren wir sogar phasenweise die bessere Mannschaft. Und dann verlieren wir, nachdem wir das Spiel eigentlich im Griff hatten, durch einen blöden Fehler - und natürlich, weil wir unsere Dinger nicht machen. Das nervt!".

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