Interview mit dem neuen Trainer der Wasserburger Löwen

Kokocinski: "Was am Ende rauskommt, da lassen wir uns überraschen"

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Neu-Trainer Michael Kokocinski war mit dem Trainingslager zufrieden. Vor dem Liga-Auftakt am Sonntag warnt er vor dem Gegner aus der unteren Tabellenhälfte.

Wasserburg - Als Aufsteiger belegen die Wasserburger Löwen einen sensationellen dritten Platz in der Bayernliga. Am Samstag startet der TSV gegen den TSV Nördlingen in die Rückserie. Beinschuss.de hat mit dem neuen Trainer Michael Kokocinski gesprochen:

Überraschend verließ der Erfolgstrainer Leo Haas, der den Verein aus der A-Klasse in die Bayernliga geführt hat, die Löwen in der Winterpause Richtung Burghausen. Am Samstag um 18 Uhr startet der TSV 1880 Wasserburg in die Rückserie der Bayernliga Süd. Gegner ist der Tabellenletzte TSV Nördlingen. Beinschuss.de hat vor dem Auftakt mit dem neuen Trainer Michael Kokocinski gesprochen:

Herr Kokocinski, Sie waren mit ihrer Mannschaft im Trainingslager in der Türkei. Wie ist es gelaufen?

Kokocinski: Das Trainingslager war sehr erfolgreich. Wir hatten gute Bedingungen vor Ort, auch die Trainingsplätze waren in bestem Zustand. Den Jungs hat es gut gefallen. Dazu hatten wir noch schwere Gegner. Alles in allem war es eine runde Sache.

Keines der Spiele konnte gewonnen werden. Woran lag es?

Kokocinski: Das Spiel gegen Burghausen vor dem Trainingslager war knapp, wir haben erst in der Nachspielzeit den Ausgleich hinnehmen müssen. Gegen Türkgücü München haben wir im Vergleich zu anderen Bayernligisten wenig Gegentore bekommen und die DJK Gegenbach hat auf Sieg gespielt, während wir viele junge Spieler eingesetzt haben. Aber die Ergebnisse in den Testspielen sind für mich nicht so wichtig. Wir haben viel rotiert, sodass jeder Spieler auf seine Einsatzzeit gekommen ist. Ich wollte jedem die Möglichkeit geben, sich zu zeigen. Für mich ist aber eine positive Tendenz zu erkennen.

Sie treten in große Fußstapfen nach dem Abgang von Leo Haas zum SV Wacker Burghausen. Was war Ihr erster Eindruck von der Mannschaft?

Kokocinski: Ich war sehr überrascht von der Mannschaft und habe schnell gemerkt, warum sie in den letzten Jahren so erfolgreich war. Es gibt keinen einzigen Spieler, der negativ auffällt oder charakterlich nicht den Ehrgeiz hat, sich weiterzuentwickeln. Und das finde ich sehr toll an dieser Mannschaft.

Wird sich taktisch im Spiel der Löwen was verändern?

Kokocinski: Natürlich wollen wir in unseren Heimspielen offensiven Fußball spielen. Dazu haben wir aber in der Vorbereitung eine defensivere Variante eingebracht. Dadurch wollen wir flexibler und unberechenbarer werden. Die Jungs haben das sehr gut umgesetzt. In den Testspielen standen wir defensiv sehr gut.

In welchen Bereichen setzten Sie noch an?

Kokocinski: Ich versuche den Spielern Kleinigkeiten auf den Weg mitzugeben und die Erfahrungen, die ich gesammelt habe, den Jungs weiterzugeben. Außerdem bin ich ein Trainer, der gerne korrigiert und meinen Spielern Tipps gibt, wie sie eine Situation besser lösen können.

Was ist das Ziel für die restliche Saison? Schielen Sie mit einem Auge auf den möglichen Aufstieg?

Kokocinski: Wir wollen in jedes Spiel reingehen und gewinnen. Was am Ende rauskommt, da lassen wir uns überraschen. Wir haben uns vorgenommen gut in die Rückserie zu starten und uns nicht verrückt machen zu lassen. Deshalb schauen wir von Spiel zu Spiel und wollen immer das beste geben und uns weiterentwickeln.

Mit Keanu Wohlfahrt und Ryoya Ito haben Sie zwei Neuzugänge dazugewonnen. Wie sind die ersten Eindrücke?

Kokocinski: Die beiden sind definitiv eine Verstärkung für uns. Das Trainingslager tat den beiden gut, denn dadurch mussten sie sich eine Woche intensiv mit der Mannschaft beschäftigen. Während Ito schon Erfahrung in der Regionalliga Nord gesammelt hat, ist Keanu noch jung und kann noch viel lernen.

Zu Beginn geht es gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte. Hilft das beim Start in die Rückserie?

Kokocinski: Ich finde nicht. Schon als Spieler habe ich Spiele gegen Mannschaften, die um den Abstieg kämpfen, nicht gemocht. Im Trainingslager haben wir vor allem gegen Gegner aus höheren Ligen gespielt. Jetzt kommen aber Teams, die in jedem Spiel 120 Prozent geben werden . Das macht die Aufgabe nicht leichter und wir werden über 90 Minuten fighten müssen.

Was muss sich bis zum Auftakt am Samstag gegen Nördlingen verbessern?

Kokocinski: In den letzten beiden Spielen haben wir in den letzten Minuten noch ein Gegentor bekommen. Das kann in der Vorbereitung passieren, die Jungs haben daraus gelernt. Aber klar ist, ab Samstag müssen wir über 90 Minuten konzentriert spielen. Dabei geht es darum, in der Schlussphase cleverer zu sein und einen Vorsprung zu verwalten.

Wie schätzen Sie den Gegner TSV Nördlingen, der Tabellenletzter ist, ein?

Kokocinski: Es wird ein unangenehmes Spiel. Sie spielen gegen den Abstieg und werden sich mit Händen und Füßen gegen eine Niederlage wehren. Das wird nicht einfach, wir müssen auf der Hut sein.

ma




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