Beinschuss-Serien-Interview vor dem Re-Start

Bruckmühls Kobl: „Die grätschfreudigen Spieler haben das direkt ausgenutzt“

Daniel Kobl vom SV Bruckmühl im Spiel gegen den VfB Forstinning
+
Daniel Kobl (l.) kann es kaum erwarten, mit dem SV Bruckmühl den Kampf um den Aufstieg fortzusetzen.

Bruckmühl - Langsam kehren die bayerischen Vereine und Fußballer zur Normalität zurück. Training mit Körperkontakt und Testspiele sind wieder erlaubt. beinschuss.de hat bei Daniel Kobl vom SV Bruckmühl nachgefragt, wie groß die Vorfreude auf das erste Training war und wie er zum Start des Spielbetriebs steht.

Die Corona-Zwangspause ist nun auch für die bayerischen Amateurfußballer vorbei. Bereits Anfang Juli hat die bayerische Staatsregierung entscheiden, dass Training mit Körperkontakt erlaubt ist. Damit konnten die Vereine und Spieler nach Monaten wieder richtig trainieren. Am Mittwoch, den 29. Juli, gab das bayerische Innenministerium dann auch den Spielbetrieb wieder frei, sodass die Klubs nun endlich die ersten Testspiele austragen können.

beinschuss.de fragt bei den Spielern aus der Region nach, wie sie die fußballfreie Zeit verbracht haben, ob einem Teamkameraden der Trainingsrückstand anzumerken war, wie groß die Vorfreude auf das erste Spiel ist und wie sie zum Ligapokal stehen. Daniel Kobl vom Bezirksligisten SV Bruckmühl stellt sich nun den Fragen.

Hallo Herr Kobl, wie haben Sie die Corona-Zwangspause ohne Fußball überstanden?
Es war wirklich eine Umstellung, vom einen auf den anderen Tag auf Fußball verzichten zu müssen. Die Trainingseinheiten und generell der Kontakt mit den Jungs fehlte mir schon sehr. Ich habe mich während der Corona-Zwangspause ohne Fußball auf mein Studium konzentriert, das natürlich auch nur online fortgesetzt wurde. Wenigstens konnte ich mich während der Zwangspause auf meine Playstation verlassen, die musste nämlich einiges an Spielstunden durchhalten.  Ich fand es aber auch schön, dass wir schnell Lösungen gefunden haben und das Training über Online-Plattformen während dem Lockdown einigermaßen aufrecht erhalten konnten. 
Es herrschte wochenlange Trainingspause: Wie sehr haben Sie sich auf das erste Mannschaftstraining gefreut und wie war das Wiedersehen mit den Teamkameraden? Hat man einem Mitspieler den Trainingsrückstand angemerkt?
Nach der Nachricht, dass wir wieder zusammen am Sportplatz trainieren können, fing es bei mir direkt an zu kribbeln. Nach der langen Zeit endlich mal wieder einen Ball an den Füßen zu haben fühlte sich einfach richtig gut an und man hat allen die Freude am kicken richtig ansehen können. Ist natürlich was anderes, dann das Team endlich mal wieder in „Echt“ zu sehen und nicht nur über Skype-Plattformen oder ähnliches. Man hat schon gemerkt, wer sich während der Zwangspause eher mal ein Päuschen gegönnt hat und wer etwas für seinen Körper getan hat und das Beste aus seinem Körper herausgeholt hat. Erstaunlich war aber zu sehen, wie das gesamte Team die ersten Ausdauereinheiten durchgezogen hat und dass es keinen gab, der sich vor irgendetwas gedrückt hat.
Haben Sie in ihrem Verein besondere Hygiene-Maßnahmen getroffen?
Ja, der Verein hat uns direkt klare Anweisungen gegeben und wir wussten immer, auf was wir achten müssen. Es gab am Anfang mehrere Kleingruppen und beispielsweise bestimmte Parkregeln, dass nicht alle auf einem Fleck ankommen, sondern einige am Sportheim und der andere Teil bereits direkt am Trainingsplatz. Mittlerweile darf man ja zum Glück wieder mir Körperkontakt trainieren und die grätschfreudigen Spieler haben das direkt ausgenutzt in den ersten Einheiten (lacht).
Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das erste Spiel?
Die Vorfreude ist riesig, ganz klar! Nach der langen Zeit ohne Spiele können wir es kaum erwarten endlich mal wieder in unseren Trikots auf dem Platz zu stehen. Die Nachricht, dass Testpiele in Bayern ab jetzt wieder möglich sind, hat uns alle wahnsinnig gefreut. Die Testspielphase wird wichtig sein, um wieder in den Rhythmus zu kommen und um vor allem Selbstvertrauen für die anstehenden Pflichtspiele zu sammeln.
Glauben Sie, dass die Saison im September fortgeführt werden kann und der Spielbetrieb problemlos verläuft?
Nach aktuellem Stand der Dinge denke ich schon, dass der geplante Restart im September durchgeführt werden kann. Natürlich kann bis dahin noch einiges passieren, aber ich denke, die Entwicklungen sprechen für den Fußball und für die Fortsetzung der Saison im September. Wie reibungslos das Ganze dann abläuft wird man sehen. Wenn sich alle Mannschaften an die vorgeschriebenen Hygiene-Maßnahmen halten und sich der Verantwortung bewusst sind, dann bin ich mir aber auch sicher, dass die Saison problemlos und ohne Zwischenfälle zu Ende gespielt werden kann. 
War es aus Ihrer Sicht richtig, die Saison 2020/21 zu streichen und die aktuelle Saison fortzuführen?
Meiner Meinung nach war es die richtige Entscheidung. Man kann es nicht allen Beteiligten Recht machen, das ist ganz klar, aber die entwickelte Lösung des BFV ist aus meiner Sicht die Fairste. Alles andere hätte meiner Meinung nach nur zu neuen Herausforderungen und Problemen geführt. Jeder Verein hat nun die Chance, seine gesetzten Ziele zu erreichen und im besten Fall können wir im Sommer wieder alle mit einer normalen Vorbereitung in die nächste Saison starten.
Wie lautet Ihre Meinung zum Ligapokal? Ist das für Sie ein interessanter Zusatzwettbewerb?
Der Ligapokal ist sicherlich ein interessanter Wettbewerb. Ich finde es gut, dass sich der Bayerische Fußball Verband Mühe gibt, um den Fußballbegeisterten Alternativen zum normalen Ligabetrieb zu bieten. Es wäre auch ein Tritt ins Gesicht für alle Spieler, wenn man sich jetzt auf vier Ligaspiele vorbereitet, dann direkt wieder in die Winterpause muss und sich dann im Frühjahr auf die restlichen Ligaspiele vorbereitet. Mit dem Ligapokal hat man wenigstens ein paar Spiele mehr und kann endlich wieder Gas geben auf dem Platz.
Haben Sie Bedenken aufgrund des Coronavirus‘ wieder Fußball zu spielen oder machen Sie sich dahingehend keine Gedanken?
Ehrlich gesagt habe ich keine großen Bedenken. Am Anfang war es natürlich ein leicht komisches Gefühl aber mittlerweile ist das Training wieder Normalität geworden und ich kann es genießen mit den Jungs zu trainieren. Jeder Spieler ist sich auch seiner Verantwortung bewusst und deswegen gibt es da eigentlich keinen Grund sich Gedanken machen zu müssen.
Zum Abschluss: Was sind Ihre persönlichen Ziele für die restliche Saison und welche Ziele habt ihr euch als Mannschaft gesteckt?
Da ich ab Ende August für knapp ein halbes Jahr mein Auslandssemester in Frankreich verbringen werde, fokussiere ich mich darauf, jetzt, solange ich noch kann, alles in den verbleibenden Trainingseinheiten zu geben, um mich mit einem guten Gefühl von den Jungs zu verabschieden. Nichtsdestotrotz werde ich viel an meiner Fitness arbeiten, um dann im Februar wieder zu 100% angreifen zu können und um die gemeinsamen Ziele mit dem Team zu erreichen. Das Ziel für uns ist ganz klar der Aufstieg! Als Aufsteiger hatten die wenigsten vermutet, dass wir jetzt an erster Stelle stehen und um den Aufstieg in die Landesliga kämpfen. Wir wollen alles geben, um dieses Ziel gemeinsam für den gesamten SV Bruckmühl zu erreichen. Das wird ein verdammt hartes Stück Arbeit, aber wir sind auf einem guten Weg uns bestmöglichst auf die verbleibenden Spiele vorzubereiten und verlieren dabei nie unser Ziel aus den Augen.
Danke f��r das Interview!

dg

Kommentare