Beinschuss-Serien-Interview vor dem Re-Start

Freilassings Krojer: „So wie entschieden worden ist, ist es die fairste Variante“

Denis Krojer vom ESV Freilassing in Action
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Freilassings Denis Krojer freut sich im Ligapokal auf das Wiedersehen mit Ex-Trainer Franz Pritzl.

Freilassing - Langsam kehren die bayerischen Vereine und Fußballer zur Normalität zurück. Training mit Körperkontakt und Testspiele sind wieder erlaubt. beinschuss.de hat bei Denis Krojer vom ESV Freilassing nachgefragt, wie groß die Vorfreude auf das erste Training war und wie er zum Start des Spielbetriebs steht.

Die Corona-Zwangspause ist nun auch für die bayerischen Amateurfußballer vorbei. Bereits Anfang Juli hat die bayerische Staatsregierung entscheiden, dass Training mit Körperkontakt erlaubt ist. Damit konnten die Vereine und Spieler nach Monaten wieder richtig trainieren. Am Mittwoch, den 29. Juli, gab das bayerische Innenministerium dann auch den Spielbetrieb wieder frei, sodass die Klubs nun endlich die ersten Testspiele austragen können.

beinschuss.de fragt bei den Spielern aus der Region nach, wie sie die fußballfreie Zeit verbracht haben, ob einem Teamkameraden der Trainingsrückstand anzumerken war, wie groß die Vorfreude auf das erste Spiel ist und wie sie zum Ligapokal stehen. Denis Krojer vom Bezirksligisten ESV Freilassing stellt sich nun den Fragen.

Hallo Herr Krojer, wie haben Sie die Corona-Zwangspause ohne Fußball überstanden?
Die Zeit ohne Fußball hatte gute und schlechte Seiten. Natürlich geht jedem Vollblutfußballer der Fußball ab. Ich persönlich habe die Zeit jedoch mit meiner Freundin und meinem Sohn unglaublich genossen. Wir hatten soviel Zeit wie noch nie miteinander.
Es herrschte wochenlange Trainingspause: Wie sehr haben Sie sich auf das erste Mannschaftstraining gefreut und wie war das Wiedersehen mit den Teamkameraden? Hat man einem Mitspieler den Trainingsrückstand angemerkt?
Ich habe mich seit der Winterpause fast jeden Tag sportlich betätigt und mich in Form gebracht. Doch alleine Laufen gehen macht keinem Menschen Spaß. Die Freude war deswegen sehr groß auf den Fußball und das Treffen mit meinen Freunden. Um die Mitspieler aufzuzählen, welchen man den Rückstand angesehen hat, reichen leider meine beiden Hände zum Zählen leider nicht aus (lacht).
Haben Sie in ihrem Verein besondere Hygiene-Maßnahmen getroffen?
Der Verein und die Stadt Freilassing haben für uns ein super Hygiene-Konzept entwickelt und umgesetzt. Dafür großen Respekt an alle Verantwortlichen.
Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das erste Spiel?
Das erste Testspiel haben wir gehabt und es war wieder ein geiles Gefühl, auf dem Spielfeld zu stehen. Da war es erst einmal zweitrangig, ob wir vor Zuschauern spielen. Die Vorfreude aufs erste Punktspiel lässt auch schon grüßen, da geht es gegen Forstinning schon um alles.
Glauben Sie, dass die Saison im September fortgeführt werden kann und der Spielbetrieb problemlos verläuft?
Ich persönlich glaube, dass die ganzen Hygiene-Konzepte nicht von allen Vereinen umgesetzt werden können. Falls es zum Spielbetrieb kommt, wird es ohne Zuschauer stattfinden.
War es aus Ihrer Sicht richtig, die Saison 2020/21 zu streichen und die aktuelle Saison fortzuführen?
Da gibt es natürlich immer zwei Meinungen. So wie jetzt entschieden worden ist, ist es die sportlich fairste Variante. Teilweise kämpfen Vereine jahrelang, um einmal vorne mitzuspielen. Wenn dann eine Saison gestrichen würde, ist das schon richtig bitter.
Wie lautet Ihre Meinung zum Ligapokal? Ist das für Sie ein interessanter Zusatzwettbewerb?
Es ist eine zweite Chance zum Aufstieg. Was natürlich geil ist, sind die die ganzen Derbys. Gegen Bad Endorf treffen wir auf unseren alten Trainer und Freund Franz Pritzl, mit dem ich natürlich immer wieder in Kontakt bin. Gegen Saaldorf und Teisendorf sind zwei Hammerderbys im Programm. Und mit Bruckmühl kommt der Tabellenführer, da will man immer zeigen, dass man besser ist.
Haben Sie Bedenken aufgrund des Coronavirus‘ wieder Fußball zu spielen oder machen Sie sich dahingehend keine Gedanken?
Ich glaube die Länder haben nach der ersten Welle genügend Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. Mit 30 Jahren mache ich mir da natürlich Gedanken darüber, ewig ist die Karriere auch nicht mehr. Da würde jedes Jahr schmerzen.
Zum Abschluss: Was sind Ihre persönlichen Ziele für die restliche Saison und welche Ziele habt ihr euch als Mannschaft gesteckt?
Wir stehen auf dem dritten Tabellenplatz und haben mit Forstinning gleich ein entscheidendes Spiel zum Start. Gewinnen wir, ist alles möglich. Aber aufgrund der vielen Abgänge und Neuzugänge wird es extrem schwer, da oben mitzuhalten, das wird noch ein wenig Zeit brauchen. Vorne haben wir mit Kuka und Leitz schon extreme Qualität verloren. Aber eines kann ich versprechen: Sollte es dieses Jahr wieder nicht klappen, wird der ESV in der Saison 21/22 ein absoluter Meisterkandidat werden!
Danke für das Interview!

dg

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