Von der Bezirksliga in die Regionalliga

Alexander Neiser über seine Zeit in Endorf: „Es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht“

Nach neun Jahren wechselte Alexander Neiser von der Abteilungsleitung beim TSV Bad Endorf zum TSV 1860 Rosenheim.
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Nach neun Jahren wechselte Alexander Neiser von der Abteilungsleitung beim TSV Bad Endorf zum TSV 1860 Rosenheim.

Alexander Neiser war neun Jahre lang Abteilungsleiter beim TSV Bad Endorf. Er war maßgeblich am Aufstieg in die Bezirksliga und am Wiederaufbau des Vereins beteiligt. Nun bedankt sich der TSV für die geleistete Arbeit und führte mit Neiser ein Interview.

Bad Endorf/Rosenheim - „Alexander Neiser wird neuer Abteilungsleiter beim TSV 1860 Rosenheim“: So war die Schlagzeile in sämtlichen Medien. Im vergangenen Jahr im Oktober machte es der Regionalligist vom Inn öffentlich, Neiser übernimmt den Posten von Franz Höhensteiger am Jahnstadion bei TSV 1860 Rosenheim. Für alle Beteiligten im Kurort und im Verein selber ein herber Dämpfer, doch wie es dazu kam und warum es Alexander Neiser an den Inn verschlug erzählte er uns im Interview.

Servus Alex,
 
ich hoffe es geht dir und deiner Familie gut in dieser eher stillen Fußballzeit. Danke schon mal dass du dich für dieses Interview bereit erklärt hast, um Licht ins Dunkel zu bringen, wieso du diesen Schritt gegangen bist. Im Verein hast du es ja in der Vorstandschaft kund getan, dass du uns verlassen wirst mit Aussagen die deinen sportlichen Werdegang festigen sollen. Für uns war es ein Schock, dass du uns Richtung Jahnstadion verlassen willst, da es ja doch eine kleine Familie war mit Höhen und Tiefen und du ja maßgeblich am Aufstieg in die Bezirksliga, am Vereinsgeschehen und vorallem am Wiederaufbau des TSV Bad Endorf beteiligt warst. Doch nun wollen wir alle wissen, was deine Zukunftspläne sind und wie alles zustande kam.

Wann war der erste Kontakt mit Rosenheim?
Alexander Neiser: Kontakt gab es aus Vereinssicht schon immer mit 1860, aber im Vorfeld wurde nie darüber gesprochen, dass ich den Posten von Franz Höhensteiger übernehmen soll. Der richtige Kontakt wo ich erfahren habe, dass es in Rosenheim einen Wechsel in der Abteilungsleitung gibt, war Ende Juli/Anfang August 2020, da wurde ich gefragt, ob ich Interesse hätte und ich es mir vorstellen könnte. Nach mehreren Gesprächen war dann klar, dass ich es mir vorstellen kann das Amt zu übernehmen. Jedoch musst dies zuerst mit dem TSV Bad Endorf und meiner Familie geregelt und abgeklärt werden, da der Aufwand ein bisschen mehr ist, als in der Bezirksliga (lacht).
Endorf lief gut und war auf dem Weg sich weiterzuentwickeln. Warum die Zusage an Rosenheim?
Neiser: Warum ich zugesagt habe, ist ganz einfach. Ich habe in Endorf oder wir haben uns in Endorf hervorragend weiterentwickelt - es hat mir auch wahnsinnig Spaß gemacht in der Abteilungsleiter sein zu dürfen. Jedoch sehe ich es für mich als eine einmalige Chance, in der höchsten Amateurliga einen Verein als Abteilungsleiter führen zu dürfen. Das war für mich der Hauptgrund, da ich schon als Spieler selber den Wunsch hatte, so hoch wie möglich zu spielen. Nachdem ich kein Spieler mehr bin, war es mein Wunsch in diesem Amt so hoch wie möglich zu kommen und daher war die Entscheidung für mich hier klar. Jedoch wollte ich Endorf nicht ohne Rücksprache verlassen. Ich möchte jetzt einfach so professionell weiterarbeiten, wie ich es in Endorf getan habe, mich persönlich weiterentwickeln und da sehe ich mich bei 1860 Rosenheim am besten aufgehoben.
In Endorf läuft nun alles wie gewohnt mit der neuen Vorstandschaft weiter? Hast du noch Anregungen oder Tipps an deine Nachfolger weitergegeben?
Neiser: Endorf wird seinen Weg gehen mit einer hervorragenden Vorstandschaft, Philipp Kleinekathöfer und ich haben überragend zusammengearbeitet, wohnen auch nebeneinander - dass hat das ein oder andere Gespräch bei einem Hopfengetränk schon erleichtert. Ebenso denke ich das Andreas Garhammer als 2. Vorstand sich sehr gut in den Verein einbringen wird, da er ja seit kleinauf schon die Schuhe für den Kurort schnürt. Stefan Ganserer bleibt weiterhin Kassier, Sabedin Vokrri wird weiter im Amt bleiben und auch du lieber Hu (Michi Huber) wirst weitermachen. An dieser Stelle kann ich nur ein großes Lob aussprechen an die gesamten Funktionäre vom TSV Bad Endorf, ihr macht einen wahnsinnig guten Job und es freut mich, dass alle für die nächsten Jahre zugesagt haben. Ich hoffe, dass neuer Input erfolgen wird, vielleicht um noch ein Stück professioneller zu werden. Aber auch, dass was bisher aufgebaut worden ist, weiter zu festigen. Wunsch von mir war, dass man einfach die Jugend mit ins Boot holt, ranzuführen was es heißt für einen Verein da zu sein - einfach die junge Generation teilhaben zu lassen. Wie gesagt Philipp und ich sind Nachbarn - ab und zu werden wir uns schon sehen, um zu quatschen was es Neues gibt. Endorf hat ein tolles Trainerteam in meinen Augen, auch die Jugend stabilisiert sich in der Kreisliga - sportlich gesehen ist Endorf eine interessante Adresse in Südbayern.
Gibt es eine Rückkehr in den Kurort, falls es nicht klappen sollte mit dem sportlichen Erfolg?
Neiser: Falls es nicht klappt ist alles denkbar. Endorf ist mein Herzensverein, dort habe ich eine geile Zeit erlebt, egal ob es der Aufstieg mit der zweiten in die A-Klasse war oder eben vor paar Jahren der Bezirksligaaufstieg. Ich habe selber von der F-Jugend bis zu den Senioren alles mitgemacht. Deswegen ist im Fußball alles möglich, aber daran denke ich natürlich im Moment nicht. Was niemand in Endorf vergessen sollte: Wir haben alle zusammen den Aufstieg geschafft, egal ob ein Auswechselspieler von der zweiten Mannschaft oder die Damen, die immer den Brotzeitverkauf gemacht haben. Wir alle gemeinsam haben es geschafft. Der Jugendbereich ist anerkannt in der Gegend, Endorf hat alles richtig gemacht und ist in meinen Augen zu einem sehr interessanten Verein zusammengewachsen. 
Wie sieht deine Zukunft bei 1860 Rosenheim aus?
Neiser: Meine Zukunft soll so aussehen, dass ich mich in Rosenheim etablieren kann, um meine Ideen in Rosenheim einzubringen und mit meinen zwei Abteilungsleiter-Kollegen sowie dem sportlichen Leiter Hans Kroneck, aber auch den Jugendkoordinator Andi Kubik professioneller zu werden was die Gegebenheiten betrifft. Aber auch die Infrastruktur gilt es zu festigen in den Ligen wo 1860 spielt, z.B. die Jugend in der Bayernliga und Regionalliga im Seniorenbereich. Wo der Weg hingehen wird, steht in den Sternen, jedoch wird es ein großes Ziel sein, die Regionalliga zu halten, viele Jugendspieler in den Herrenbereich zu bringen und auch den Weg mit unserem Kooperationspartner Unterhaching weiter proffessionel zu leben und Gas zu geben. Ich werde genauso viel Herzblut in Rosenheim legen, wie ich es in Endorf getan habe. Fußball ist meine Leidenschaft und ich will zusammen mit dem 1860-Team den bestmöglichen Erfolg erzielen - egal ob B-Klasse oder Regionalliga im sportlichen Bereich, aber auch alles was drumherum dazu gehört, dass sollte ein Fußballer zu seinen Grundgedanken zählen können.

Lieber Alex, vielen Dank für deine ehrlichen Worte - wir vom TSV Bad Endorf sagen erstmal Danke für alles was du in unserem Verein bewirkt oder getan hast. Es ist nicht selbstverständlich so ein Engagement an den Tag zu legen, vorallem da du ja noch einen Vollzeitjob und Familie hast. Dankeschön Alex.

„Endorf ist mein Herzensverein“: Alexander Neiser durchlief alle Mannschaften beim TSV.

Ebenso wünschen wir dir den sportlichen Erfolg, vorallem Gesundheit in so einer schwierigen Situation und sogar die nötige Geduld, denn die neuen Aufgaben werden nicht kleiner. In Endorf freuen wir uns natürlich über jeden Besuch von dir und wünschen dir alles Gute in der Regionalliga. Bleib wie du bist und lass dich nicht ärgern.
 
A Herzlich´s Vergelt´s Gott
 
Dein TSV Bad Endorf

Pressemitteilung TSV Bad Endorf

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