Derby endet im Debakel – VfL gerät mit 6:1 unter die Räder

Jeder hatte ein spannendes und packendes Derby zwischen den fast punktgleichen und Tabellennachbarn TSV Dorfen und VfL Waldkraiburg erwartet. Doch es wurde ein sehr eindeutiges Ergebnis, denn der Aufsteiger nutzte jeden Fehler der Industriestädter eiskalt und konsequent aus. Bereits nach 20 Minuten hieß es 2:0 und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte erhöhten die Hausherren sogar noch auf 3:0. Nach dem Seitenwechsel versuchte der VfL das Spiel noch zu drehen, doch es gelang ihnen einfach kein Tor. Stattdessen schraubte der TSV binnen 15 Minuten das Ergebnis auf 6:0 hoch. Liviu Pantea, der Held von letzter Woche, gelang 12 Minuten vor Schluss lediglich der Anschlusstreffer. Damit verpasste der VfL einmal mehr die Chance, sich vom Tabellenkeller zu entfernen.

Mit großen Erwartungen sind viele Waldkraiburger zum Derby nach Dorfen gefahren. Nach der tollen kämpferischen Leistung vom vergangenen Wochenende hatte der VfL die große Chance, mit einem Sieg an Dorfen und Ampfing, nächster Gegner am Samstag, vorbei zu ziehen. Spielertrainer Markus Gibis musste auf Wahid Alemi, rotgesperrt und Yves Deutsch, krankheitsbedingt verzichten, auch Kapitän Benny Hadzic lag noch bis Samstag mit einer Grippe flach und Jure Loboda war angeschlagen. Bei den Hausherren fehlte lediglich Stammtorhüter Robert Schöberl, wegen seiner noch andauernden Rotsperre. TSV-Trainer Michael Kostner hat seine Truppe richtig eingestellt, denn von Beginn an setzten sie den VfL unter Druck. Nach einem Freistoß von Cüneyt Pala in der elften Minute lag der Ball zum ersten Mal im Netz, doch Schiedsrichter Mühldorfer erkannte den Treffer nicht, da sich Özgur Kart bei seinem Kopfballtreffer nur mit einem Foul durchsetzen konnte. Zwei Minuten später war es aber dann doch soweit und die Hausherren führten 1:0.

Diesmal fand der Treffer von Kart die Anerkennung. Nach einer guten Viertelstunde die erste Chance der Gäste. Nach dem Zuspiel von Gerry Kukucska und Liviu Pantea nahm sich Andy Balck ein Herz und zog aus fast 25 Metern ab, verfehlte aber das Ziel. In der 20. Minute fiel bereits das 2:0. Eine Flanke von rechts und Daniel Brechbühl stand mutterseelen alleine im Strafraum und hatte keine Mühe, an Doman Bozjak vorbei, einzuschieben. Ein doppelter Schlag für den VfL, denn bei seinem Abwehrversuch verletzte sich Außenverteidiger Matti Szczuka schwer. Mit Verdacht auf einen Außenbandriss musste er ausgewechselt werden. Für ihn kam Jure Loboda, der nun auf der für ihn ungewohnten Position spielen musste. Ein Schuss von Patrick Keri wurde so abgefälscht, dass er sich wie eine Bogenlampe aufs Tornetz senkte. Nach der daraus folgenden Ecke hatte Markus Gibis die Chance zum Anschlusstreffer, doch er vergab zu überhastet (27.). Im Anschluss hatten beide Teams noch je zwei Möglichkeiten, die sie aber ungenutzt ließen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, aufgrund der langen Verletzungsunterbrechung, erzielte der TSV bereits die Vorentscheidung. Erneut war es Daniel Brechbühl, der seine Mitspieler und Anhänger jubeln ließ. Nachdem der Ball zweimal abgewehrt werden konnte traf er aus kurzer Distanz zum 3:0. So ging`s in die Pause.

Ratlosigkeit machte sich beim VfL breit, die Umsetzung von Defensive auf Offensive klappte überhaupt nicht und keine Alternative auf der Bank. Nach dem Seitenwechsel versuchten es die ganz in Rot spielenden Waldkraiburger zwar noch einmal, ließen aber auch beste Chancen ungenutzt. So wie Liviu Pantea in der 47. Minute. Nachdem ein Eckball von Dorfen abgefangen wurde, marschierte Andy Balck übers halbe Feld und schickte Pantea steil, dessen Schuss ging aber am Dorfener Kasten vorbei. Dann die 56. Minute, ein langer Ball in den 16er auf Özgur Kart und der erzielte mit seinem zweiten Treffer das 4:0. Mitch Cossu versuchte es von der Strafraumkante, doch er verzog den Ball. Dann gab es einen Freistoß für den VfL. Liviu Pantea flankte in den Strafraum, doch Sascha Jost, der 38-jährige Ersatzmann im Tor, pflückte Markus Gibis regelrecht den Ball vom Kopf. Schnell warf er den Ball und mit wenigen Spielzügen landete er wieder lang im Waldkraiburger Strafraum.

Diesmal war es Cüneyt Pala, der sich die Chance nicht entgehen ließ und zum 5:0 vollendete (64.). Fünf Minuten später dann gar das 6:0 - das Debakel war perfekt. Spielmacher Atakan Akdemir, war an fast allen Toren beteiligt, krönte seine gute Leistung. Nach einem langen Pass von Pala drang er über rechts in den Strafraum und schoss den Ball ins lange Eck, so dass Doman Bazjak erneut hinter sich greifen musste. Zwölf Minuten vor dem Ende gelang dem VfL dann doch noch der sehenswerte Anschlusstreffer. Abschlag von Bozjak, Gibis verlängerte mit dem Kopf und Liviu Pantea überlupfte aus gut 25 Metern den Dorfener Goali. Bis zum Schlusspfiff hatte der VfL noch drei weitere Möglichkeiten, das Ergebnis ansehnlicher zu gestalten, doch dreimal scheiterte Pantea an Jost. So blieb es beim 6:1. Der Sieg des Aufsteigers ging absolut in Ordnung, denn sie waren in fast allen Belangen dem VfL überlegen und nutzen ihre Möglichkeiten eiskalt aus. Der VfL steckt damit wieder mitten im Abstiegskampf und schaut gespannt auf die ausgefallene Partie von Freitag. Denn, wenn der TSV Kast beim TSV Ampfing gewinnen sollte, rutschen sie auf den Relegationsplatz ab.

Aufstellungen:

VfL: 22 Bozjak, 2 Stuiber, 3 Szczuka (ab 21. 12 Loboda), 4 Traunsberger, 5 Hadzic (C), 6 Balck, 7 Pantea, 8 Gibis, 9 Cossu, 10 Kukucska, 11 Keri

TSV: 1 Jost, 2 Trokic (ab 65. 45 Obermeier), 4 Lorant (C), 6 Hartl, 7 Lory (ab 48. 3 Dallmeier), 9 Kart, 10 Pala, 11 Mittermaier, 14 Brechbühl (ab 75. 8 Maier), 18 Akdemir, 21 Kostner

Tore: 1:0 Kart (13.), 2:0 u. 3:0 Brechbühl (20. / 45+2), 4:0 Kart (56.), 5:0 Pala (64.), 6:0 Akdemir (69.) und 6:1 Pantea (78.)

besondere Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Oliver Mühldorfer (Holzkirchen), A1: Milan Spasic, A2: Christian Siegwald;

Zuschauer: ca. 200

Pressemitteilung VfL Waldkraiburg

 

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