Nachruf des ESV Freilassing

Mutter von Weltmeister Paul Breitner im Alter von 93 Jahren verstorben

Anni Breitner verstarb am 13. Oktober im Alter von 93 Jahren.
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Anni Breitner verstarb am 13. Oktober im Alter von 93 Jahren.

Freilassing - Der ESV Freilassing trauert um Anni Breitner, Mutter von Fußball-Weltmeister Paul Breitner, die am 13. Oktober im Alter von 93 Jahren verstarb. Sie war jahrelang Jugendtrainerin beim ESV. Nun nimmt der Bezirksligist in einem bewegenden Nachruf Abschied.

Große Trauer herrscht beim ESV Freilassing. Am 13. Oktober verstarb Anni Breitner, Mutter von Fußball-Weltmeister Paul Breitner, im Alter von 93 Jahren. „Anni, wir werden dich nie vergessen und sind dankbar für die schöne Zeit mit dir“, teilt der ESV Freilassing in einem bewegenden Nachruf mit. Sie war über mehrere Jahre Trainerfrau zusammen mit ihrem Mann Paul Breitner und betreute und begleitete ihre Mannschaften.

„Wir halten sie in guter Erinnerung und haben so viele Geschichten über sie zu erzählen“

Nachdem ihr Mann 2003 verstarb entdeckte sie die Liebe zum Jugendfußball beim ESV wieder. „Sogar im hohen Alter von über 80 Jahren begleitete sie uns mehrmals nach Mailand, um mit uns gemeinsam die über 25-jährige Freundschaft mit G.S. Afforese zu pflegen“, teilt der Bezirksligist weiter mit. Zudem war sie bei dem in Erinnerung an ihren Mann ins Leben gerufene „Paul Breitner sen. Gedächtnisturnier“ von Morgens bis Abends immer dabei.

„Es gibt noch so viel von und über sie zu erzählen. Jeder von euch hat bestimmt seine persönliche Erinnerung an sie“, so der ESV abschließend.

Der Nachruf des ESV Freilassing im Wortlaut:

Unsere Anni hat uns leider am 13. Oktober im 93. Lebensjahr für immer verlassen. Wir halten sie in guter Erinnerung und haben so viele Geschichten über sie zu erzählen. Ihr Leben und ihre Interessen kann man kurz auf einen Nennerbringen: „Fußball“.

Als Trainerfrau hat sie über viele Jahre hinweg mit ihrem Mann Paul Breitner ihre „Buam“ als Ersatzmama betreut und begleitet. Wenn der Heimweg zu weit war, haben sie teilweise auch bei ihr ein Nachtquartier gefunden. Sie war eine der ersten Frauen, die in dieser Zeit bereits einen Führerschein hatte und somit immer bei Auswärtsspielen die Mannschaft im Privatauto zu den verschiedensten Orten brachte. Natürlich war sie ein begeisterter FC Bayern-Fan und verpasste keine Spiele, teils vor Ort bei jedem Wetter oder im Fernsehen.

Auch nachdem ihr Mann leider 2003 verstarb, blieb sie dem ESV Freilassing treu und entdeckte wieder ihre Liebe zur Fußballjugend. Sogar im hohen Alter von über 80 Jahren begleitete sie uns mehrmals nach Mailand, um mit uns gemeinsam die über 25-jährige Freundschaft mit G.S. Afforese zu pflegen.

Sie war immer für ein Späßchen zu haben. Auf der Heimfahrt von Mailand nach Freilassing spätabends nach einem anstrengenden Wochenende war es still im Bus, der Großteil holte schon Schlaf nach, aber unsere Anni war immer noch fit wie ein Turnschuh. Sie unterstützte uns auch immer tatkräftig bei Turnieren als Helferin im ESV Kiosk-Team. Bosnasemmerl schneiden war ihre Leidenschaft und diese Aufgabe ließ sie sich nie nehmen. Sie war ganz stolz, wenn sie wieder im Akkord 600 Stück geschnitten hatte. Und sie war immer erstaunt, wenn wir NUR mehr 200 Semmerl zum Schneiden für sie hatten. Kaum hatte sie die letzten Semmerl aufgeschnitten, war sie schon wieder im Einsatz bei der Siegerehrung. Die Kinder waren immer sehr stolz, dass sie ihre Medaillen von Frau Breitner erhalten haben.

Als Erinnerung an ihren Mann, der jahrelang sehr erfolgreich Trainer beim ESV Freilassing war, wurde das „Paul Breitner sen. Gedächtnisturnier“ für die A- und B-Jugend ins Leben gerufen. Zehn Jahre konnte der ESV Freilassing hochklassige internationale Mannschaften wie FC Bayern, Borussia Dortmund, FC Augsburg usw. empfangen. Anni war immer beide Tage von morgens bis zum Schluss dabei, verfolgte hochinteressiert die Spiele, kommentierte natürlich mit Sachverstand in Ihrer direkten Art mit „so a Niete“, „der hat Talent, schau wie der Pässe schießt“ oder ähnliches.

Von links: Heinz Schenk, Paul Breitner, Anni Breitner

Ihr Sohn Paul sagte einmal (Zitat): „Ich kenne keine Frau, die so viel vom Fußball versteht wie meine Mutter“. Gemeinsam machten sie auch immer die Siegerehrung am Ende des Turniers. Bei diesen Turnieren kamen auch immer wieder ehemalige Spieler von Paul Breitner sen. zu einem gemütlichen Treffen zusammen. Anni genoss es sichtlich, wieder ihre „Buam“ zu sehen, die inzwischen teilweise auch schon über 60 Jahrealt waren.

Ihren 90. Geburtstag vor drei Jahren feierten wir mit einer „Überraschungsparty“. Mehr als 90 Gäste waren anwesend, viele Freunde, ihre Buam, sowie 1. Bürgermeister Josef Flatscher. Es gibt noch so viel von und über sie zu erzählen. Jeder von euch hat bestimmt seine persönliche Erinnerung an sie.

Anni, wir werden dich nie vergessen und sind dankbar für die schöne Zeit mit dir.

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ma/Pressemitteilung ESV Freilassing

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