ASV Au - TSV Moosach bei Grafing 0:3

Au trifft nicht - Moosach nutzt das abgezockt

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Eine hart geführte Partie mit vielen Zweikämpfen lieferten sich der ASV Au (weiß) und der TSV Moosach bei Grafing (schwarz).
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Au - In einem Nachholspiel der Bezirksliga Ost empfing der ASV Au am Dienstagabend den favorisierten TSV Moosach bei Grafing am Kreuthweg. Die Partie endete 0:3. Für die Auer, aufgrund einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie, eine verpasste Chance sich im Kampf um den Klassenerhalt nach unten Luft zu verschaffen.

vom Kreuthweg berichtet Christian Schulz

Die erste Hälfte der Partie präsentierte sich als weitestgehend ausgeglichene Angelegenheit. Vielleicht sogar mit leichten Vorteilen für den ASV. Torchancen waren jedoch Mangelware.

Die Gäste-Elf um die De Prato Brüder ließ zwar in vielen Situationen die höhere individuelle Klasse erkennen, fand allerdings auf dem tiefen Geläuf nicht so recht zu ihrem Spiel. Ihre Versuche ein technisch sauberes Aufbauspiel aufzuziehen, wurden immer wieder von den aggressiven und hellwachen Auern unterbunden.

Au hält gut dagegen - Torchancen sind Mangelware

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Diese beschränkten sich allerdings nicht nur darauf solide in der Defensive zu stehen, was ihnen sehr gut gelang, sondern fuhren immer wieder auch eigene Konterangriffe. Über schnelle steile Bälle in die Spitze wurden sie gefährlich und beschworen einige heikle Situationen für die Moosacher Abwehr herauf, ohne diese allerdings bis zu Ende auszuspielen. Vor allem ASV-Sturmspitze Peter Niedermeier zeigte eine äußerst agile erste Halbzeit.

Die beste Chance im ersten Durchgang hatte allerdings die Gäste: Nach einer guten halben Stunde kamen sie nach einer Flanke von rechts im Strafraum zum Kopfball, doch Zentimeter bevor der Ball einschlug tauchte Markus Stiglmeir im Gehäuse der Gastgeber auf die Linie und konnte seine Elf mit einer Glanzparade vor dem Rückstand bewahren. Nur kurze Zeit später machte er eine weitere gute Gelegenheit der Moosacher zunichte.

Auf Seiten der Gastgeber hatte Christoph Martin die gefährlichste Aktion: Sein Distanzschuss kurz vor der Halbzeit strich knapp über die rechte obere Ecke des von Johannes Rottmüller gehüteten Gästetores. Keine schlechte Möglichkeit.

Ohne Tore geht es in die Halbzeit

In Halbzeit zwei zunächst ein ähnliches Bild, was die Ausgeglichenheit anging. Die Zuschauer am Kreuthweg sahen weiter ein Match auf Augenhöhe ohne große Torgelegenheiten, welches allerdings auf beiden Seiten etwas zerfahrener wirkte als noch in Hälfte eins. Im Prinzip eine Partie, die gut und gerne auf ein Unentschieden hätte hinauslaufen können. Dass sie dies nicht tat, lag an acht aufregenden Minuten, in denen sich das ganze Spiel entschied.

Zunächst hatten die Auer zwei dicke Gelegenheiten in Führung zu gehen: Nach einer gespielten Stunde ein fast folgenschwerer Fauxpas in der Abwehr der Gäste. Ein miserabler Klärungsversuch landete etwa 13m vor dem Tor vor den Füßen von Franz-Xaver Pelz. Der Auer stoppte das Leder, visierte die linke untere Ecke an – doch sein Schuss ging ganz knapp am Pfosten vorbei ins Aus (60.).

Nur eine Minute später haderte die Heim-Elf endgültig mit ihrem Schussglück: Wieder war es Pelz. Er setzte sich an der Strafraumgrenze herrlich durch, ließ seinen Gegenspieler aussteigen und stand dann frei im Strafraum. Doch sein Schlenzer, mit dem er die rechte obere Torecke treffen wollte, ging weit über den Kasten (61.). Was für eine Chance! Der musste fast drin sein.

Nach verpasster Doppelchance des ASV schlägt Moosach eiskalt zu

Fast im direkten Gegenzug dann jedoch die Führung für den TSV Moosach. Der bis dahin starke Auer Torhüter Stiglmeir sah in dieser Situation alles andere als gut aus. Nach einer Ecke von rechts war er nicht Herr der Lage in seinem Fünfmeterraum. Der Ball fiel im Getümmel nur einen Meter vor der Linie zu Boden und Moosachs Peter Hoyer musste nur noch zur glücklichen Führung für die Gäste einnicken (63.).

Fünf Minuten später dann die wohl vorentscheidende Szene: Nach einem langen Ball von Moosach in die Spitze kommt es zum Laufduell zwischen Thomas De Prato und dem Auer Abwehrspieler Christoph Bott. Der grätschte im Versuch zu klären von hinten rein – und Schiedsrichter Peter Köglsperger gab Elfmeter. Vertretbar – aber umstritten. Die Hausherren sahen das nämlich ganz anders und beschwerten sich vehement. Dass der Schiedsrichter sich wohl nicht so ganz sicher war, belegte die Tatsache, dass er Bott, obwohl letzter Mann, nicht vom Feld stellte. Nutzte alles nichts. Stefan De Prato verwandelte trocken und humorlos links unten (68.).

Ein Strafstoß und viele umstrittene Szenen

Damit war das Spiel faktisch durch. Im Anschluss tat sich außer diversen Foulspielen und weiteren umstrittenen Szenen nicht mehr allzu viel. Die Partie wurde durch diese immer wieder unterbrochen, so dass kaum noch Spielfluss zustande kam. Der ASV Au fand offensiv gar nicht mehr statt, Moosach tat nicht mehr als nötig um den Auswärtserfolg nachhause zu bringen.

In der 85. Minute sah Marinus Müllauer auf Seiten des ASV Au die gelb-rote Karte wegen wiederholtem Foulspiel. Sicherlich unnötig, ca. 25 Meter vor dem gegnerischen Tor. Damit war nun endgültig klar, wer hier heute als Sieger und wer als Verlierer vom Platz gehen würde.

Gelb-Rot für Müllauer

Mit dem Schlusspfiff markierte David Dramac noch das 0:3. Nach einem Konter, bei dem Keeper Stiglmeir zuerst noch stark gegen den allein vor ihm auftauchenden Thomas De Prato gehalten hatte, hatte Dramac das Glück, dass sein abgefälschter Nachschuss per Bogenlampe ins Tor trudelte (90.).

Dann war Schluss am Kreuthweg. Der ASV verpasste die große Chance dem leicht favorisierten Gästeteam heute die Punkte abzuluchsen und sich in der Tabelle einen beruhigenderen Vorsprung auf die Abstiegsplätze heraus zuspielen. Wären die Auer mit einer ihren beiden Großchancen in Führung gegangen, hätte dies ganz anders aussehen können. So gewinnt der TSV Moosach bei Grafing aufgrund der größeren Konsequenz letzten Endes dieses Match zweier Teams, die lange Zeit ebenbürtig waren.

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