Beinschuss-Serien-Interview vor dem Re-Start

Flintsbachs Dietzsch: „Die müden Knochen müssen auf Wettkampfmodus schalten“

Ball auf Fußballplatz
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Ball auf Fußballplatz

Flintsbach - Langsam kehren die bayerischen Vereine und Fußballer zur Normalität zurück. Training mit Körperkontakt und Testspiele sind wieder erlaubt. beinschuss.de hat bei Alexander Dietzsch vom ASV Flintsbach nachgefragt, wie groß die Vorfreude auf das erste Training war und wie er zum Start des Spielbetriebs steht.

Die Corona-Zwangspause ist nun auch für die bayerischen Amateurfußballer vorbei. Bereits Anfang Juli hat die bayerische Staatsregierung entscheiden, dass Training mit Körperkontakt erlaubt ist. Damit konnten die Vereine und Spieler nach Monaten wieder richtig trainieren. Am Mittwoch, den 29. Juli, gab das bayerische Innenministerium dann auch den Spielbetrieb wieder frei, sodass die Klubs nun endlich die ersten Testspiele austragen können.

beinschuss.de fragt bei den Spielern aus der Region nach, wie sie die fußballfreie Zeit verbracht haben, ob einem Teamkameraden der Trainingsrückstand anzumerken war, wie groß die Vorfreude auf das erste Spiel ist und wie sie zum Ligapokal stehen. Alexander Dietzsch vom Kreisklassisten ASV Flintsbach stellt sich nun den Fragen.

Hallo Herr Dietzsch, wie haben Sie die Corona-Zwangspause ohne Fußball überstanden?
Grundsätzlich habe ich die gewonnene Freizeit mit der Familie verbracht. Die fehlende Bewegung habe ich, im Rahmen der Möglichkeiten, mit wandern und Laufen ausgeglichen.
Es herrschte wochenlange Trainingspause: Wie sehr haben Sie sich auf das erste Mannschaftstraining gefreut und wie war das Wiedersehen mit den Teamkameraden?
Es war wirklich wieder an der Zeit die Kameraden zu sehen. Man hat gemerkt, was einem gefehlt hat, der Zusammenhalt und die Kameradschaft. Sicherlich läuft es nicht sofort rund und die müden Knochen müssen erstmal wieder auf Wettkampfmodus schalten, dennoch überwiegt die Freude wieder zu trainieren gegenüber den Anstrengungen.
Haben Sie in ihrem Verein besondere Hygiene-Maßnahmen getroffen?
Wir haben die uns aufgelegten Maßnahmen und Richtlinien eingehalten, dabei lag uns der Ablauf bei den jüngeren Jahrgängen speziell am Herzen. Der Herrenbereich war bereits aus dem normalen Alltagsgeschehen eingestimmt gewesen, aber die Jugendmannschaften mussten hierfür noch sensibilisiert werden. Ein Konzept darüber hinaus gab es allerdings nicht.
Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das erste Spiel?
Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich noch keine Gedanken an das erste Spiel, viel zu diffizil ist die Lage in Deutschland und der Welt. Wir freuen uns aktuell einfach nur gemeinsam auf dem Platz stehen zu können und unserem Hobby nachzugehen.
Glauben Sie, dass die Saison im September fortgeführt werden kann und der Spielbetrieb problemlos verläuft?
Wir können die Situation schlecht einschätzen, dafür ist die Urlaubsphase jetzt entscheidend und wie die Leute mit der gewonnen Freiheit umgehen. Eine zweite Welle ist nicht ausgeschlossen und kann uns jederzeit ein paar Schritte zurückwerfen. Dennoch bleiben wir positiv und hoffen das Beste.
War es aus Ihrer Sicht richtig, die Saison 2020/21 zu streichen und die aktuelle Saison fortzuführen?
Aus Sicht des Amateurfußball, gerade in den unteren Ligen in denen wir uns befinden, würde ich sagen, dass es egal gewesen wäre. Wir spielen Fußball zum Spaß und um uns mit anderen Mannschaften zu messen. Hier steht am Ende des Tages immer Familie und Arbeit im Vordergrund.
Wie lautet Ihre Meinung zum Ligapokal? Ist das für Sie ein interessanter Zusatzwettbewerb?
Ich habe mitbekommen, dass es ihn geben soll, kann aber noch nichts zum Ablauf oder der Durchführung sagen. Wenn wir damit ein paar Spiele dazu bekommen und damit die Lücken gefüllt werden können, dann stehe ich dem positiv gegenüber. Allerdings nicht um jeden Preis, Feiertagsspiele sollten deswegen nicht angesetzt werden.
Haben Sie Bedenken aufgrund des Coronavirus‘ wieder Fußball zu spielen oder machen Sie sich dahingehend keine Gedanken?
Die meisten Fußballer die ich kenne sind noch jung und gehören auch keiner Risikogruppe an, deshalb mache ich mir um sie keine Sorgen. Dennoch muss man immer an die schwachen in der Gesellschaft denken und sie schützen. Wenn der Fußball in irgendeiner Form diesen Leuten schaden könnte oder es bereits tut, dann muss man sich darüber Gedanken machen. Ich sehe aber eigentlich keine Probleme diesbezüglich.
Zum Abschluss: Was sind Ihre persönlichen Ziele für die restliche Saison und welche Ziele habt ihr euch als Mannschaft gesteckt?
Wir mussten aus beruflichen Gründen unseren Trainer verabschieden und haben einen neuen Coach bekommen. Hier gilt es sich kennenzulernen und die neuen Ideen des Trainers zu verinnerlichen. Gleichzeitig müssen wir die angebrochene Saison nutzen, um junge Spieler zu integrieren. Das wird unser Ziel für den Rest der Spielzeit sein. Mein persönliches Ziel ist es, im Herbst meiner Karriere, den Trainer bei seiner Arbeit zu unterstützen und die Neuankömmlinge bestmöglich ins Team aufzunehmen. Ich versuche nochmal das Beste für meine Mannschaft zu geben und als Kapitän des Teams das Zepter Stück für Stück, an jüngere Persönlichkeiten, zu übergeben.

Danke für das Interview!

ma




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