Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kreisklassist fühlt sich von der Politik im Stich gelassen

„Das ist lebensgefährlich”: SV Ramerberg kämpft weiter für neuen Standort

Vor allem für Kinder ist der Weg zu den Umkleidekabinen des SV Ramerberg ein gefährlicher Weg.
+
Vor allem für Kinder ist der Weg zu den Umkleidekabinen des SV Ramerberg ein gefährlicher Weg.

Ein Sportplatz, der für Wirbel sorgt: In Ramerberg dreht sich gerade alles um die Pläne für den künftigen Sportplatz. Der Standort in Zellereit galt lange als Favorit, doch Anfang April kam das Aus durch einen knappen Gemeinderatsbeschluss gegen das Bauvorhaben. Der SV Ramerberg macht auf die aktuell schwierigen Verhältnisse aufmerksam und stellt klar, dass es auch um das Überleben des Vereins geht.

Ramerberg - Es sind Situationen wie diese, die bei den Trainern, Eltern und Verantwortlichen des SV Ramerberg immer wieder für Beunruhigung sorgen. Wenn die Kinder nach dem Fußballtraining oder einem Spiel zu den Umkleiden wollen, müssen sie erst rund 300 Meter an der Straße über einen engen Bordstein entlang gehen, um zum Funktionsgebäude zu gelangen.

“Wir haben immer Angst, dass etwas passiert“

“Das ist lebensgefährlich”, betont 2. Vorstand Sascha Otten bei einem Besuch von beinschuss.de. “Wir haben immer Angst, dass etwas passiert, wenn die Kinder einem Ball nachjagen, der auf die Straße fliegt oder wenn sie zu den Umkleiden wollen und durch die parkenden Autos hindurch gehen.” Auch wenn ein Kind während der Übungseinheit auf die Toilette muss, muss immer ein Betreuer das Kind für die Wegstrecke begleiten.

“Das ist lebensgefährlich”, betont Ramerbergs 2. Vorstand Sascha Otten.

Wäre alles nach Plan gelaufen, dann hätte es solche Bilder in zwei bis drei Jahren nicht mehr gegeben. Bereits seit 15 Jahren plant der Kreisklassisten einen neuen Standort, doch die Suche gestaltete sich schwierig. Nach vielen Gesprächen machte vor etwa vier Jahren Gastwirt Georg Esterer senior dem SV Ramerberg das Angebot, in Zellerreit unentgeltlich eine Fläche zur Verfügung zu stellen. Doch Anfang April entschied der Gemeinderat mit einem Stimmverhältnis von 7:6 gegen das geplante Bauvorhaben. Seitdem ist der Schock bei allen Verantwortlichen des SV Ramerberg groß. 

„Wir brauchen dringend ein neues Zuhause”

“Das sind Zustände, die es nirgendwo bei anderen Vereinen gibt”, ärgert sich 1. Vorstand Andreas Baumgartner. Und Abteilungsleiter Peter Maier fügt hinzu: “Die Leute, die gegen den neuen Bau eines Sportgeländes sind, sagen immer wieder, dass ja bislang nichts passiert sei. Anscheinend muss wirklich, so schrecklich es klingt, erst etwas schlimmes passieren, bis ein Umdenken stattfindet.”

„Anscheinend muss wirklich, so schrecklich es klingt, erst etwas schlimmes passieren, bis ein Umdenken stattfindet.”

Nicht nur die die Situation mit den Kindern ist dem SVR ein Dorn im Auge. Der Hauptplatz hat ein Gefälle von zwei Meter, die Umkleiden und Duschen sind veraltet und es gibt nur eine einzige Toilette. “Vor rund 30 Jahren war das noch modern”, betont Beisitzer Josef Kurzmeier. “Doch mittlerweile ist es veraltet und wir brauchen dringend ein neues Zuhause.”

„Uns werden Alternativen in Aussicht gestellt, die überhaupt nicht möglich sind”

Die Gründe für die Ablehnung durch den Gemeinderat sind den Verantwortlichen weiterhin schleierhaft. “Das war eine rein politische Entscheidung”, so 1. Vorstand Baumgartner. “Die vorgebrachten Bedenken wurden allesamt ausgeräumt und wurden sogar von Experten widerlegt.” Dabei ging es beispielsweise um die Durchfahrt durch ein Wohngebiet und das dadurch angeblich entstehende erhöhte Verkehrsaufkommen.

Die Umkleiden und Duschen sind veraltet und es gibt nur eine einzige Toilette am Vereinsgelände.

“Wir wissen auch, dass nicht alles perfekt ist, aber wir haben auch Modelle vorgelegt, wie man durch eine neue Zufahrtsstraße in Zukunft den Verkehr umlenken kann”, so 2. Vorstand Otten. „Aber auf all diese Punkte wird gar nicht erst eingegangen. Stattdessen werden uns Alternativen in Aussicht gestellt, die überhaupt nicht möglich sind.”

„Wir können mit diesen Rahmenbedingungen nicht mehr so weitermachen“

Der Streit um den neuen Sportplatz sorgt auch innerhalb der Gemeinde für Zerrüttung, mit Gegner auf der einen und Befürworter auf der anderen Seite. Der Verein fühlt sich von Seiten der Politik im Stich gelassen. “Wenn man sieht, wie andere Vereine von ihrer Gemeinde auch finanziell unterstützt werden, dann sind wir schon sehr enttäuscht”, so Otten und fügt hinzu: “Dabei müsste die Gemeinde Ramerberg bis auf die bereits erbrachten Planungskosten, Erschließung und gegebenenfalls einen überschaubaren Baukostenzuschuss sowie eine Absicherung der aufgenommenen Darlehen (Bürgschaft) nicht einmal große finanzielle Mittel in die Hand nehmen.”

Die zur Verfügung stehende Fläche (Mitte unten) in Zellereit: Gegenüber den Tennisplätzen würde der Sportverein Ramerberg gerne einen neuen Fußballplatz bauen.

Nächstes Jahr feiert der SV Ramerberg sein 70-jähriges Bestehen. Der Verein hatte gehofft, ein erfreuliches Jubiläum mit einem baldigen neuen Vereinsgelände zu feiern. Doch jetzt machen sich die Verantwortlichen eher Sorgen, dass die Lichter ausgehen. “Wir können mit diesen Rahmenbedingungen nicht mehr so weitermachen”, so Kurzmeier. “Wir brauchen bald eine sichere Perspektive, wie es für den Verein auch infrastrukturell weitergeht.” 

Lesen Sie auch: „Jede Menge Märchen“ aufgetischt? Bürgermeister Reithmeier bezieht Stellung.

Doch an eine Aufgeben denken die Macher noch nicht. Sie hoffen auf ein Umdenken und appellieren an die Politik. “Wir sind ein Verein, in dem viele Kinder spielen, viele aus unserem Ort zusammenkommen und sich bewegen”, so Otten. “Es sollte daher im Sinne der ganzen Gemeinde sein, dass wir super Rahmenbedingungen haben.” Die Entscheidung über den Standort in Zellerreit kann vom Gemeinderat nachträglich noch geändert werden. Bis dahin versuchen die Verantwortlichen des SV Ramerberg mit Argumenten zu überzeugen.

ma

Kommentare