Beinschuss-Interview der Woche

SC Anger stellt Betrieb komplett ein: “Wir machen das nicht gerne“

Andreas Sprinzing, Vorstand des SC Anger
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Andreas Sprinzing, Vorstand des SC Anger

Anger - Der SC Anger hat bis nächsten Montag den Trainings- und Spielbetrieb komplett eingestellt. beinschuss.de hat mit Andreas Sprinzing, Vorstand des SC, über die Entscheidung und Reaktionen im Verein gesprochen.

Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen im Berchtesgadener Land und insbesondere in der Gemeinde Anger musste der Fußballverein SC Anger seinen Trainings- und Spielbetrieb für diese Woche komplett einstellen. Stand Montag, 12. Oktober, sollen die Teams am Montag, den 19. Oktober, wieder auf dem Platz zurückkehren. Deshalb musste auch das Ligapokal-Spiel am kommenden Wochenende gegen Oberteisendorf abgesagt werden.

beinschuss.de hat mit Andreas Sprinzing, 1. Vorstand des Kreisklassisten, telefoniert und gefragt, wie es zu der Entscheidung kam und wie die Mannschaft damit umgeht.

Herr Sprinzing, wie kam es zu der Entscheidung, den Trainings- und Spielbetrieb für diese Woche einzustellen?
Andreas Sprinzing: Wir haben uns am Sonntag mit unserem Bürgermeister zusammengesetzt und uns entschieden, aufgrund der steigenden Zahlen den Betrieb bis mindestens nächsten Montag einzustellen. Dabei wurde dies nicht von der Gesundheitsbehörde angeordnet, sondern uns nur empfohlen. Es handelt sich um eine freiwillige Vorsichtsmaßnahme. Aber wenn die Schulen und Kitas zum Teil geschlossen sind, dann können wir nicht sagen, dass wir normal weiter trainieren.
Wie schwer fiel die Entscheidung?
Sprinzing: Wir wollten mit diesem Schritt uns in dieser schwierigen Situation solidarisch zeigen und tragen als kompletter Verein diese Entscheidung mit. Wir machen das natürlich nicht gerne. Auch wir wollen Normalbetrieb, aber wir können nicht ausschließen, dass jemand aus unserem Umfeld angesteckt wurde.
Wann soll der Betrieb wieder aufgenommenw werden?
Sprinzing: Stand jetzt am kommenden Montag, den 19. Oktober. Doch in dieser schwierigen und dynamischen Zeit kann man das nie genau vorhersagen. Wir warten ab, wie sich das Ganze weiterentwickelt.
Das Spiel im Ligapokal am kommenden Sonntag gegen Oberteisendorf musste abgesagt werden. Wie lief die Kommunikation mit dem Verband?
Sprinzing: Wir haben sofort Kontakt zum Spielleiter aufgenommen. Das lief alles problemlos, in der derzeitigen Pandemie-Lage können die Vereine ohne drohende Konsequenzen Spiele absagen.
Wie haben die Spieler auf die Nachricht reagiert?
Sprinzing: Alle haben Verständnis für die Entscheidung gezeigt. Es war allen klar, dass bei diesen hohen Werten solche Maßnahmen getroffen werden mussten.
Wie geht Ihr als Verein und die Spieler mit dem Thema Corona um?
Sprinzing: Wir haben uns mit dem Problem mehr oder weniger angefreundet. An sich sind die Spieler froh, dass sie wieder Fußballspielen und ihrem Hobby nachgehen können. Aber natürlich ist Corona auch immer wieder Thema bei unseren Mannschaftsbesprechungen. Wir mussten bereits das Spiel gegen Heiligkreuz absagen, weil einer unsere Spieler in Quarantäne war.
Vielen Dank für das Interview

ma

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