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Beinschuss-Serien-Interview vor dem Re-Start

Vachendorfs Loferer: „Ich war enttäuscht, dass niemand eine ‚Corona-Wampn‘ hatte“

Tom Loferer vom SC Vachendorf im Spiel gegen den TSV Tittmoning
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Tom Loferer vom SC Vachendorf war überrascht, dass man keinem Mitspieler die lange Pause wirklich ansah.

Vachendorf - Langsam kehren die bayerischen Vereine und Fußballer zur Normalität zurück. Training mit Körperkontakt und Testspiele sind wieder erlaubt. beinschuss.de hat bei Tom Loferer vom SC Vachendorf nachgefragt, wie groß die Vorfreude auf das erste Training war und wie er zum Start des Spielbetriebs steht.

Die Corona-Zwangspause ist nun auch für die bayerischen Amateurfußballer vorbei. Bereits Anfang Juli hat die bayerische Staatsregierung entscheiden, dass Training mit Körperkontakt erlaubt ist. Damit konnten die Vereine und Spieler nach Monaten wieder richtig trainieren. Am Mittwoch, den 29. Juli, gab das bayerische Innenministerium dann auch den Spielbetrieb wieder frei, sodass die Klubs nun endlich die ersten Testspiele austragen können.

beinschuss.de fragt bei den Spielern aus der Region nach, wie sie die fußballfreie Zeit verbracht haben, ob einem Teamkameraden der Trainingsrückstand anzumerken war, wie groß die Vorfreude auf das erste Spiel ist und wie sie zum Ligapokal stehen. Tom Loferer vom Kreisklassisten SC Vachendorf stellt sich nun den Fragen.

Hallo Herr Loferer, wie haben Sie die Corona-Zwangspause ohne Fußball überstanden?
„Überstanden“ ist hier tatsächlich der richtige Ausdruck. Die ersten Wochen waren wirklich hart, nachdem wir ja gerade nach der langen Winterpause wieder in die Vorbereitung gestartet waren und dann kurz vor dem ersten Testspiel ausgebremst wurden. Als dann sogar noch die Sportplätze komplett gesperrt wurden und nicht mal mehr Einzeltraining möglich war, war das schon sehr frustrierend. Nichtsdestotrotz habe ich dann versucht, das Beste daraus zu machen und habe mich mit Home-Workouts, Radfahren oder im Garten der Eltern fit gehalten. Als dann im April die Nachricht kam, dass wir frühestens im September wieder Punktspiele bestreiten dürfen, war das erstmal ein Schock und natürlich auch ein großer Dämpfer für die Motivation. Vor allem für Spieler wie mich, bei denen schon der Fluchtreflex einsetzt, wenn der Trainer die Laufschuhe nur erwähnt ist das natürlich der Super-Gau. Im Großen und Ganzen habe ich es dann aber doch geschafft, einigermaßen fit zu bleiben. Zumindest gewichtstechnsich ist alles im grünen Bereich geblieben.
Es herrschte wochenlange Trainingspause: Wie sehr haben Sie sich auf das erste Mannschaftstraining gefreut und wie war das Wiedersehen mit den Teamkameraden? Hat man einem Mitspieler den Trainingsrückstand angemerkt?
Die Vorfreude war natürlich riesig. Auch wenn die ersten Einheiten noch ohne Körperkontakt durchgeführt werden mussten, war es super mit den Jungs wieder auf dem Platz zu stehen. Vor allem die blöden Sprüche meiner Mitspieler habe ich vermisst. Ob sie meine Sprüche auch so vermisst haben, weiß ich nicht (lacht). Da es jetzt ja erst in die heiße Phase der Vorbereitung geht, hat sich bisher noch keiner herauskristallisiert, dem man die Pause mehr anmerkt. Tatsächlich war ich fast ein bisschen enttäuscht, dass wirklich niemand aus dem Team mit einer echten „Corona-Wampn“ zurückgekommen ist. Da hätte ich schon bei ein paar Kandidaten mehr erwartet. Das wird sich aber vermutlich in den nächsten paar Wochen zeigen, da will ich aber keine Prognose abgeben. Am Ende bin ich vielleicht noch derjenige.
Haben Sie in ihrem Verein besondere Hygiene-Maßnahmen getroffen?
Ja, die Vorgaben vom BFV zum Trainingsstart wurden natürlich eingehalten. Am Trainingsplatz steht ein Spender, um sich die Hände zu desinfizieren und das Duschen in der Kabine ist nur eingeschränkt möglich.
Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das erste Spiel?
Die Vorfreude könnte größer nicht sein. Vor allem, weil es auch noch gleich gegen den TSV Siegsdorf geht, bei dem ja sehr viele meiner ehemaligen Mitspieler aus Traunstein spielen, mit denen ich bis heute eng befreundet bin. Besonders auf das Duell mit dem Maui (Stefan Mauerkirchner) freue ich mich schon, da wir vermutlich positionsbedingt direkt aufeinander treffen werden. Er ist zwar fußballerisch um einige Klassen besser als ich, aber gerade deshalb freue ich mich auf die Herausforderung und natürlich anschließend auf das Bier danach.
Glauben Sie, dass die Saison im September fortgeführt werden kann und der Spielbetrieb problemlos verläuft?
Das ist schwer zu sagen, da sich die Situation ja täglich ändern kann, aber aktuell denke ich, dass das funktionieren könnte. Als es erst hieß, dass die Regierung die Testspiele vorerst nicht freigibt, habe ich nicht mehr daran geglaubt. Umso größer war am nächsten Tag die Freude, dass wir nun doch spielen dürfen und ich hoffe natürlich, dass es so bleibt.
War es aus Ihrer Sicht richtig, die Saison 2020/21 zu streichen und die aktuelle Saison fortzuführen?
Zuerst war ich ehrlich gesagt skeptisch, aber wenn man sich die Argumente des BFV für eine Fortsetzung anschaut, muss man sagen, dass es wahrscheinlich die richtige Entscheidung war. Nun hat man die Flexibilität auch auf unerwartete Veränderungen reagieren zu können, ohne in größeren Zeitdruck zu geraten. Natürlich ist es bitter, eine ganze Saison zu verlieren, da die aktive Zeit eins Amateurfußballers beschränkt ist, aber das muss man einfach akzeptieren.
Wie lautet Ihre Meinung zum Ligapokal? Ist das für Sie ein interessanter Zusatzwettbewerb?
Für unsere Liga gibt es - soweit ich weiß - noch keinen genauen Spielplan für den Pokal, um das endgültig beurteilen zu können, aber grundsätzlich finde ich das eine gute Idee. Man muss den Spielplan ja irgendwie füllen und ein Pokalwettbewerb hat immer einen besonderen Reiz, vor allem, wenn man dann sogar noch aufsteigen kann.
Haben Sie Bedenken aufgrund des Coronavirus‘ wieder Fußball zu spielen oder machen Sie sich dahingehend keine Gedanken?
Nein, da mache ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken. Natürlich muss man sich an die vorgegebenen Regeln halten und sollte es immer im Hinterkopf behalten, aber ich denke nicht, dass die Ansteckungsgefahr beim Fußball viel höher ist, als anderswo.
Zum Abschluss: Was sind Ihre persönlichen Ziele für die restliche Saison und welche Ziele habt ihr euch als Mannschaft gesteckt?
Mein persönliches Ziel ist erstmal, wieder zu 100% fit zu werden, was natürlich nach der langen Pause und der relativ kurzen Restzeit bis zum Winter fast unmöglich ist. In der Hinrunde letztes Jahr hatte ich für mich ungewohnte, körperliche Probleme und bin weit unter meinen eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Das soll sich in der Rückrunde nicht nochmal wiederholen. Unser Ziel als Mannschaft ist. bei der aktuellen Tabellensituation mit Platz vier, die drei Mannschaften vor uns unter Druck zu setzten und zu jagen. Ich persönlich denke, dass wir einen sehr guten Kader zur Verfügung haben, der auf jeden Fall das Potential hat, oben mitzuspielen. In den letzten Jahren waren wir leider oft zu unkonstant. Das müssen wir in den Griff bekommen, dann wird es für jede Mannschaft in der Liga schwer, uns zu schlagen.
Danke für das Interview!

dg

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