Keine Saison 2020/21 im bayerischen Amateurfußball

TuS Raubling: "Als Verein hätten wir eine andere Entscheidung bevorzugt"

Raubling - Keine Saison 2020/21 im Herren- und Frauenbereich im bayerischen Amateurfußball. Diese Nachricht sorgte am vergangenen Wochenende für Aufsehen und Diskussionen. Beinschuss.de hat beim Kreisligisten TuS Raubling nachgefragt, wie sie zu diesem Beschluss stehen.

Wie der Bayerische Fußball-Verband am Wochenende bekannt gab, wird es keine Saison 2020/21 im Erwachsenenbereich im bayerischen Amateurfußball geben. "Eine nicht ganz unerwartete Entscheidung, da ja bereits vorab kommuniziert wurde, die Saison 2019/2020 auf alle Fälle sportlich zu beenden", sagt TuS Raublings Abteilungsleiter Florian Heller gegenüber beinschuss.de. "Da aber derzeit noch nicht absehbar ist wie realistisch eine Fortsetzung im September tatsächlich ist, wird es dann natürlich eng mit dem Terminplan. Ob also die grundsätzliche Entscheidung richtig war die Saison 2019/2020 nicht, wie in vielen anderen Bundesländern auch, abzubrechen, sondern fortzusetzen, wird man somit frühestens im September sehen."

"Als Verein hätten wir eine andere Entscheidung bevorzugt"

Die Gründe, die für den BFV für den Ausfall der kommenden Saison gesprochen haben, sind, dass noch zu viele Spiele in der Liga und Pokal anstehen. Zudem sind noch Entscheidungsspiele um Auf- oder Abstieg am Ende zu absolvieren. Hinzu kommt, dass aufgrund der unterschiedlichen Wetterbedingungen in den Regionen nur bis Mitte November gespielt werden kann und Spiele unter der Woche nur die Ausnahme seien sollen. 

Zwar könne Heller die Entscheidung aus Sicht des Verbandes nachvollziehen, doch für den TuS, der sich weder im Auf- noch im Abstiegskampf befindet, wäre ein Saison-Abbruch die favorisierte Lösung gewesen. "Aus Sicht des BFV fürchtet man wahrscheinlich eine Klagewelle, sollte die Saison abgebrochen werden, was ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen sein müsste. Als Verein ohne direkte sportliche Konsequenzen hätten wir eine andere Entscheidung, also Abbruch und Neustart, bevorzugt", sagt Heller.

"Wird aber einen normalen Ligabetrieb nicht ersetzen können"

Sollte die Saison 2019/20 früher beendet sein, soll kein Leerlauf stattfinden. Stattdessen soll es attraktive Zusatzangebote mit sportlichem Wert geben. Ob diese Modelle, die in den kommenden Wochen erarbeitet werden sollen, für die Amateurclubs ausreichend attraktiv sein werden, lässt Heller offen: "Es hilft bestimmt wieder etwas den Rhythmus zu finden, wird aber einen normalen Ligabetrieb nicht ersetzen können. Auch ist das Zeitfenster natürlich sehr groß, das heißt am Ende kann es sogar dazu kommen, dass es über 18 Monate keinen Regelspielbetrieb gibt. Da verändert sich schon sehr viel in und um die Vereine."

"Bei den Sponsoren wird es bestimmt den ein oder anderen Ausfall geben"

Die Befürchtung, dass durch diese Entscheidung nun Spieler den Verein verlassen könnten, teilt der TuS-Abteilungsleiter nicht. "Wir haben bereits im Winter die Zusage aller Spieler aus 1. und 2. Mannschaft sowie dem Trainierstab für die Saison 2020/2021 erhalten", sagt Heller. "Natürlich ist nun der Zeitrahmen ein ganz anderer und es können vor allem bei jüngeren Spielern durch beispielsweise Studium, neuer Job, Wohnortwechsel, etc. in bis zu eineinhalb Jahren ganz andere Parameter vorherrschen also aktuell."

Allerdings sieht Heller hinsichtlich der Sponsoren ein allgemeines Problem auf den Amateurfußball zukommen. "Bei den Sponsoren wird es bestimmt den ein oder anderen Ausfall geben, was ich aber weniger mit der Pause des Spielbetriebs sondern mit der wirtschaftlichen Gesamtsituation in Verbindung mit der Covid-Krise begründen würde."

ma

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