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Großes Interview zur geplanten Vorzugstrasse der Bahn

SVO-Abteilungsleiter Niedermeier: „Werden alles dafür tun, dieses Desaster zu verhindern“

Ostermünchens Fußball-Abteilungsleiter Andreas Niedermeier ist schockiert über die Pläne der Bahn, die Vorzugstrasse direkt über das Sportgelände des Kreisligisten zu führen.
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Ostermünchens Fußball-Abteilungsleiter Andreas Niedermeier ist schockiert über die Pläne der Bahn, die Vorzugstrasse direkt über das Sportgelände des Kreisligisten zu führen.

Der Schock ist groß beim SV Ostermünchen und seinen Mitgliedern. Nach 92 Jahren droht das Aus, weil die neue Vorzugstrasse der Bahn für den Brenner-Nordzulauf direkt über das Gelände des Vereins führen soll. Im Interview mit beinschuss.de erzählt Abteilungsleiter Andreas Niedermeier, wie die Reaktionen im Verein waren, welche Auswirkungen der Verlust hätte und wie die Unterstützung von Seiten der Politik ist.

Ostermünchen - Nicht nur die Gemeinde Tuntenhausen ist bestürzt, auch der SV Ostermünchen ist außer sich. Sollten die Pläne der Bahn für neue Vorzugstrasse, die direkt über das Sportgelände des SVO führen soll, Wirklichkeit werden, würde das das Aus für den Kreisligisten nach 92 Jahren bedeuten. „Wir werden das so nicht akzeptieren“, betont Niedermeier. „Der Lärm des Widerstandes wächst mit der Begeisterung des Sports.“

Der Kreisligist beteiligte sich zuletzt an einer Protestaktion und machte deutlich, wie der Verlauf der Vorzugstrasse wäre und welche Folgen diese hätte.

Viel Engagement und Geld in Sportgelände investiert

Der SV Ostermünchen hat in den vergangenen Jahren viel Geld, viel Herzblut und ehrenamtliches Engagement in das Areal gesteckt und immer wieder modernisiert. Der Kreisligist beteiligte sich zuletzt an einer Protestaktion. Mit einer „Lärmwelle“ machten die Bürgerinitiativen ihren Unmut über die Vorzugstrasse des Brenner-Nordzulaufs bemerkbar.

Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021

Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021 ©  Gerlach
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021 ©  Gerlach
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021 ©  Gerlach
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021 ©  Gerlach
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021 ©  Gerlach
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021 ©  Gerlach
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021 ©  Gerlach
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021
Protest gegen den Brenner-Nordzulauf in Ostermünchen am 24. April 2021 ©  Gerlach

beinschuss.de hat mit Abteilungsleiter Andreas Niedermeier über die Reaktionen auf die Vorzugstrasse innerhalb des Vereins und der Fußball-Abteilung gesprochen. Niedermeier schildert, welche großen Auswirkungen diese auf den Verein hätten und welche Unterstützung der Kreisligist von Seiten der Politik erhält. Auch über einen möglichen Alternativ-Standort äußert sich der Abteilungsleiter.

Hallo Herr Niedermeier, wann habt ihr als Verein von den Plänen der Vorzugstrasse der Deutsche Bahn zum ersten Mal erfahren?
Andreas Niedermeier: Die unterschiedlichen Überlegungen sind ja schon etwas bekannt, jedoch wurde es die letzten Wochen und Monate nun durch die Vorzugstrasse konkreter.
Wie waren die ersten Reaktionen allgemein innerhalb des Vereins und speziell in der Fußball-Abteilung?
Man muss diese Thematik ja aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, weil sie Auswirkungen auf mehrere Abteilungen im Verein hat. Wie unser Vorstand bereits formuliert hat: Ohne das Gelände gäbe es keinen Fußball, kein Tennis und kein Stockschießen mehr. Die Abteilung Budo hätte keine Ersatzflächen, die Turner könnten keine Gymnastik mehr in der kleinen Turnhalle anbieten. Zudem würde die Trasse einen Verlust der landwirtschaftlichen Flächen bedeuten, welches das Aus für einzelne Betriebe bedeuten würde.
Dies hätte vermutlich weitreichende Folgen für den Verein.
Das stimmt, das würde vermutlich das Aus bedeuten. Ich frage mich auch: Was soll denn mit der Jugend passieren? Aufgrund der Corona-Pandemie und den Trainingsverboten ist es aktuell bereits eine große Herausforderung, dass man die Jugend weiterhin am Ball hält. Aktuell haben wir in der Abteilung Fußball neun Jugendmannschaften, welche keine Trainingsmöglichkeiten mehr hätten. Es frustriert mich, dass hier niemand an die Jugend denkt! Man darf auch nicht vergessen, dass die Fußballplätze nicht nur für die Vereinsspieler, sondern jeden Tag auch für viele Kinder die Möglichkeit bieten, sich zu treffen und etwas für die Bewegung und Gesundheit zu machen.
Wie waren die Reaktionen der Mitglieder im Verein, als die Pläne der Bahn und die Auswirkungen bekannt wurden?
In der Abteilung Fußball hat das verständlicherweise für sehr viel Verunsicherung gesorgt. Deshalb ist es umso wichtiger den Mitgliedern zu vermitteln, dass die frühesten Arbeiten theoretisch circa 2030 beginnen würden und nicht von heute auf morgen. Und bis zu diesem Zeitpunkt werden wir alles dafür tun, dieses Desaster zu verhindern.
Es wurde in den vergangenen Jahren viel ehrenamtliche Arbeit in die Sportplätzen gesteckt, vor allem mit Hilfe vieler Mitglieder. Was würde für euch als Verein der Verlust des Sportgeländes bedeuten?
Das ist nicht mit Worten zu beschreiben. Ich bin nun seit knapp drei Jahren Abteilungsleiter. Wenn man nur diesen Zeitraum betrachtet, kommt man auf folgendes Ergebnis: Etwa 200.000 Euro Investition durch den Sportverein, knapp 3.000 Stunden ehrenamtliches Engagement durch die Sportler und Mitglieder bei den baulichen Maßnahmen. Und wie gesagt, jetzt betrachte ich nur den Zeitraum der letzten zwei, drei Jahre.
Es gab vor eineinhalb Wochen bereits eine Protestaktion gegen die Pläne der Bahn. Seid ihr als Verein zufrieden?
Die Protestaktion verlief aus meiner Sicht gut, zudem wurde sich auch konsequent an die Hygienevorschriften und Abstände gehalten. Auch die Anzahl der Teilnehmer hat wieder mal bestätigt, welcher Zusammenhalt in diesem Verein und diesem Ort herrscht. Ein Verein der Kameradschaft, das zeichnet den SVO aus. Sei es bei solchen Aktionen oder bei beispielsweise auch den baulichen Maßnahmen, man erhält vollste Unterstützung. Sei es von Fans, Spielern, Mitgliedern, Abteilungsleitern oder der Vorstandschaft.
Gibt es von Ihrer Seite eine Forderung an die Bahn und die Entscheider über die Trasse?
Ja, denn den Verlauf der Trasse vor Ort so zu sehen, das ist einfach nur erschreckend und frustrierend. Ich kann jedem von der Bahn nur empfehlen, sich den Verlauf vor Ort anzusehen – nicht nur auf dem Bildschirm.
Ihr habt euch bereits an den Bürgermeister Georg Weigl gewandt. Wie war die Reaktion von Seiten der Politik?
Ich habe mich bei der Protestaktion auch mit unserem Bürgermeister Weigl nochmals unterhalten. Er hat vollstes Verständnis für unsere Forderung und unsere Gemütslage. Ich persönlich habe auch großes Vertrauen in unseren Bürgermeister, dass er sich in den Gesprächen mit den Verantwortlichen der Bahn für den SV Ostermünchen einsetzen wird, sodass wir diese Trasse vermeiden können. Auch unser Landrat Otto Lederer will sich für eine „Überplanung“ des Projektes einsetzen. Uns ist klar, dass die Bahn den Auftrag hat, eine Neubaustrecke zu planen. Für die Bahn und Politik ist es ein überregionales Projekt, deshalb müssen sich auch unsere Vertreter des Deutschen Bundestags für uns und eine Überplanung einsetzen.
Sollte die Trasse am Ende wirklich kommen, habt ihr einen Alternativ-Standort gefordert. Wie sehen Sie die Chancen, dass dafür ein geeigneter Standort gefunden werden kann?
Natürlich kann man sich die Frage stellen, ob eine andere Anlage ein Ersatz wäre, jedoch muss man hierzu ebenfalls verschiedene Seiten betrachten. Es ist aber nicht einfach so, dass man eine Entschädigung erhält und sich dann eine andere Fläche für das Sportgelände aussucht. Der Verlust von landwirtschaftlicher Fläche bedeutet ja auch, dass die Möglichkeiten sinken, dass ein Grundstücksbesitzer seine Fläche für die eines Sportgeländes zur Verfügung stellt. Wir sprechen hier ja auch von mehreren tausend Quadratmetern: Drei Fußballplätze, Tribünenanlage, Vereinsheim, vier Tennisplätze, ein Tennisheim und vier Asphaltbahnen für die Stockschützen. Und zudem die extra für die Jugend erbaute Mid-Court-Tennisanlage. Da wären wir auch wieder beim Thema Jugend. Ich persönlich sehe die Chance sehr gering, dass man hier eine Ersatzfläche finden würde. 
Wäre eine andere Anlage überhaupt ein Ersatz oder hängt an der jetzigen auch einfach zu viel Herzblut?
Dass etwas Neues auch immer Chancen bietet, ist klar. Da die Möglichkeiten hierfür aber sehr gering sind, müssen wir die Anlage unbedingt erhalten. Die ehrenamtlichen Stunden, das Engagement von Spielern und Fans auf und neben dem Platz, das Herzblut in diesem Verein, all das kann auch nicht mit einer neuen Sportanlage entschädigt werden. Weder finanziell, noch emotional. Wenn ich da beispielsweise nur an unseren Ehrenvorstand denke, von welchem ich mir auch heute noch gerne Tipps einhole, da fehlen mir die Worte. Das wäre eine Katastrophe, wenn das Sportgelände der Bahn weichen müsste!
Wie sehen in den kommenden Wochen und Monate die nächsten Schritte aus? Plant ihr als Verein weitere Protestaktionen?
Es sind meines Wissens noch keine weiteren Aktionen genau terminiert, jedoch wird dies definitiv nicht die letzte Aktion gewesen sein. Die Bürgerinitiative Brennernordzulauf, in welcher auch SVO-Verantwortliche tätig sind, arbeitet an den nächsten Aktionen. Wir werden das so nicht akzeptieren. Der „Lärm“ des Widerstandes wächst mit der Begeisterung des Sports.
Herr Niedermeier, vielen Dank für das Interview.

ma

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