"Ein Abbruch wäre für uns sportlich nicht entscheidend"

Wie geht es mit der Saison weiter? TuS Bad Aibling bezieht Stellung

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Lukas Kunze vom TuS Bad Aibling sieht zwar in der Fortsetzung der Saison die fairste Lösung, doch ein Abbruch wäre für den Verein auch denkbar.

Bad Aibling - Der Spielbetrieb ruht bis auf Weiteres im bayerischen Amateurfußball. Beinschuss.de hat beim Kreisligisten TuS Bad Aibling nachgefragt, ob die Saison zu Ende gespielt oder abgebrochen werden sollte.

Wie geht es weiter mit der Saison im Amateurfußball? Der Deutsche Fußballbund und der Bayerische Fußball-Verband haben mit einer Änderung der Spielordnung den Weg geebnet, dass die Spielzeit über den 30. Juni hinaus verlängert wird. BFV-Präsident Rainer Koch plädiert aktuell dazu, die Saison zu Ende zu spielen. Beinschuss.de hat bei Lukas Kunze, Spartenleiter des Kreisligisten TuS Bad Aibling, nachgefragt, wie er zur aktuellen Diskussion steht.


Hallo Herr Kunze, wie stehen Sie zu der Entscheidung, dass die Saison zu Ende gebracht wird?

Lukas Kunze: "Aus Sicht des BFV kann ich diese Entscheidung voll und ganz nachvollziehen. Um sich aus der Haftung zu nehmen, hat der Verband eigentlich keine andere Möglichkeit, als so zu agieren. Auch für alle Vereine wäre das natürlich die fairste und sportlich beste Lösung. Ob die Saison dann tatsächlich fortgeführt werden kann, steht für mich allerdings noch in den Sternen und die Gesundheit aller muss hier definitiv im Vordergrund stehen."


Wäre ein Abbruch der Saison für Sie auch eine Lösung?

Kunze: "Für uns ist diese Variante natürlich auch denkbar und realistisch. Wir sind in dieser Hinsicht in der glücklichen Lage, dass uns ein Saisonabbruch und die damit verbundenen sportlichen Folgen nicht direkt treffen würden. Keine unserer Mannschaften steht derzeit auf einem Auf- oder Abstiegsplatz. So wäre es zwar sehr schade, wenn die Saison nicht mehr zu Ende gespielt werden würde, für uns aber sportlich vermutlich nicht entscheidend."

Der Bayerische Fußball-Verband gab am Donnerstag bekannt, dass in Bayern keine Geisterspiele im Amateurfußball stattfinden werden. Begrüßen Sie die Entscheidung?

Kunze: "Ja! Geisterspiele wären für uns eigentlich nicht denkbar. Einerseits würde uns, wirtschaftlich gedacht, eine wichtige Einnahmequelle verloren gehen, andererseits sind unsere Heimspiele am Freitagabend auch in gewisser Weise ein gesellschaftliches Zusammenkommen. Was aus meiner Sicht in unseren Spielklassen ähnlich wichtig ist wie der sportliche Aspekt. Außerdem finde ich es auch schlichtweg nicht interessant genug, wenn die interessierten Fans die Spiele nur über einen Liveticker oder über Berichte im Nachhinein verfolgen können. Dies ist einfach etwas anderes als im Profifußball, wo man Geisterspiele natürlich über das Fernsehen verfolgen kann."

Wie beurteilen Sie das Krisenmanagement des BFV?

Kunze: "Das Krisenmanagement des BFV, vor allem die Kommunikation des Verbandes, fand ich bislang äußerst positiv. In verschiedenen Videokonferenzen hatte jeder Verein die Möglichkeit, sich zu informieren und auch seine Fragen zu stellen. Bislang finde ich, dass sich der Verband hier sehr offen und kommunikativ gezeigt hat und auch jeder Verein die Möglichkeit hatte sich zu beteiligen"

Danke für das Interview.

ma




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