"Rückrunde könnte im Frühjahr 2021 ausgespielt werden"

Wie geht es mit der Saison weiter? TuS Prien bezieht Stellung

+
Abteilungsleiterin Andrea Fischer plädiert für die Beendigung der laufenden Saison, notfalls auch im Frühjahr 2021.

Prien - Der Spielbetrieb ruht bis auf Weiteres im bayerischen Amateurfußball. Beinschuss.de hat beim Tabellenzweiten der Kreisliga TuS Prien nachgefragt, ob die Saison zu Ende gespielt oder abgebrochen werden sollte.

Wie geht es weiter mit der Saison im Amateurfußball? Der Deutsche Fußballbund und der Bayerische Fußball-Verband haben mit einer Änderung der Spielordnung den Weg geebnet, dass die Spielzeit über den 30. Juni hinaus verlängert wird. BFV-Präsident Rainer Koch plädiert aktuell dazu, die Saison zu Ende zu spielen. Beinschuss.de hat bei Andrea Fischer, Abteilungsleiterin des TuS Prien, nachgefragt, wie sie zur aktuellen Diskussion steht.


Hallo Frau Fischer, wie stehen Sie zu der Entscheidung, dass die Saison zu Ende gebracht wird?

Andrea Fischer: "Das wäre in meinen Augen und ich glaube, da spreche ich auch für unsere Spieler und Trainer, die sportlich fairste Lösung, auch wenn die Gesundheit selbstverständlich im Vordergrund steht. Wenn man jetzt abbricht, welchen Tabellenstand nimmt man dann um Auf- und Abstieg zu regeln? Schaut man sich beispielsweise in der Kreisliga 1 den Zwischenstand nach 13 Spieltagen, dem Ende der Vorrunde, und die jetzige Tabellensituation an, dann sieht man, dass einige Spiele viel an der Tabellensituation verändern können. Wo zieht man die Grenze? Was macht man mit Nachholspielen? Da gibt es immer Verlierer. Genauso verhält es sich mit einer Play-Off Runde um Auf- und Abstieg. Diese wären zwar sicherlich für die Zuschauer eine spannende Sache, aber je nach Modus und Teilnehmerkreis kann das für Mannschaften, die bisher in der gesamten Runde voll überzeugt haben, eine ganz bittere Pille sein. Da reicht dann ein schlechter Tag um sich um die Arbeit der ganzen Saison zu bringen. Oder dann das Gegenteil, Mannschaften mit einem mittelmäßigen Saisonverlauf bekommen dann vielleicht die Möglichkeit mit drei, vier glücklichen Siegen aufzusteigen. Sicher sehr unterhaltsam, aber keine sportlich faire Lösung. Aber das sieht man in höheren Spielklassen, wo eventuelle Verträge im Juni auslaufen, wahrscheinlich wieder ganz anders."


Wäre ein Abbruch der Saison für Sie auch eine Lösung?

Fischer: "Wenn es gar nicht mehr anders geht, dann wäre eine Annullierung der bisherigen Saison, ohne Auf- und Abstieg, wohl vorstellbar. Aber auch hier wieder das Problem: Vereine die bisher eine gute Arbeit geleistet haben werden „bestraft“, Mannschaften auf einem Abstiegsplatz profitieren. Für mich nur denkbar, wenn es terminlich gar nicht mehr anders möglich ist. Ich denke nicht, dass der DFB beziehungsweise der BFV diese Lösung ernsthaft in Betracht zieht. Durch die Änderung der Spielordnung könnte die Rückrunde ja selbst noch im Frühjahr 2021 ausgespielt werden. Dann fällt die Saison 20/21 halt ersatzlos aus, man wäre aber wieder im gewohnten Rhythmus. Anders verhält es sich im Jugendbereich. Dort wäre diese Lösung schon vorstellbar. Der Rattenschwanz mit den aufrückenden Altersklassen, die Terminknappheit mit spielfreien Ferien und vieles mehr sprechen dafür. Vorausgesetzt der Spielbetrieb bleibt jetzt für mehrere Monate ausgesetzt und davon gehe ich aus."

Der Bayerische Fußball-Verband gab am Donnerstag bekannt, dass in Bayern keine Geisterspiele im Amateurfußball stattfinden werden. Begrüßen Sie die Entscheidung?

Fischer: "Bei den Zuschauerzahlen in unserer Liga hätte man wohl nur im Emmeringer Pfarrbachstadion ein Problem mit dem Mindestabstand. Ganz ohne Zuschauer wäre es aber selbst in unseren Klassen schwer vorstellbar gewesen."

Wie beurteilen Sie das Krisenmanagement des BFV?

Fischer: "Wie in allen anderen Bereichen auch, steht der BFV vor Herausforderungen und Problemen, bei denen man auf keinen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann. Außerdem verändert sich die Lage täglich und man ist an die gesetzlichen Bestimmungen gebunden. Von daher sind alle getroffenen Entscheidungen bisher unumgänglich und auch einleuchtend. Ich habe das Gefühl, dass man hier sehr besonnen reagiert und es ist sicherlich nicht immer einfach, Entscheidungen zu treffen mit denen der C-Klassist und der Bayernligist gleichermaßen zufrieden sind. Zu unterschiedlich sind hier einfach die Gegebenheiten. Alle aufkommenden Fragen von unserer Seite konnten zeitnah, durch den FAQ auf der Homepage, die Webinare und auch durch persönlichen Kontakt mit der Geschäftsstelle, beantwortet werden. Das Krisenmanagement kann man aber wohl abschließend erst bewerten, wenn klar ist, wie eine Fortführung des Spielbetriebs ausgestaltet wird und ob die Vereine, wie versprochen, mit ins Boot geholt werden."

Danke für das Interview

ma




Kommentare