"Gibt momentan Wichtigeres als Fußball"

Wie geht es mit der Saison weiter? SV Westerndorf bezieht Stellung

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Ein Abbruch würde den Spitzenreiter der Kreisliga zwar hart treffen, doch Trainer Stefan Mayr betont, dass es in dieser Zeit Wichtigeres gibt als den Sport.

Rosenheim - Der Spielbetrieb ruht bis auf Weiteres im bayerischen Amateurfußball. Der BFV stellte ein Modell vor, in dem am 1. September die Saison 2019/20 fortgesetzt werden soll. Beinschuss.de hat beim Tabellenführer der Kreisliga SV Westerndorf nachgefragt, ob die Saison zu Ende gespielt oder abgebrochen werden sollte.

Wie geht es weiter mit der Saison im Amateurfußball? Der Deutsche Fußballbund und der Bayerische Fußball-Verband haben mit einer Änderung der Spielordnung den Weg geebnet, dass die Spielzeit über den 30. Juni hinaus verlängert wird. Der BFV und die Mehrheit der Amateurvereine stimmten dafür, die Saison ab dem 1. September zu Ende zu spielen. Beinschuss.de hat bei Stefan Mayr, Trainer der 1. Mannschaft des SV Westerndorf, nachgefragt, wie er zur aktuellen Diskussion steht.


Hallo Herr Mayr, wie stehen Sie zu der Entscheidung, dass die Saison ab dem 1. September zu Ende gebracht wird?

Stefan Mayr: "In der jetzigen Phase, wo teilweise Menschen um ihre Existenz und ihre Arbeitsplätze bangen müssen, ist es zur Zeit nur schwer vorstellbar, dass bei uns Amateuren der Ball so schnell wieder rollt. Wir werden aber jede Entscheidung, die vom Verband getroffen wird, akzeptieren. Es geht momentan nicht um Sport. Das Wichtigste ist die Gesundheit!"


Wäre ein Abbruch der Saison für Sie auch eine Lösung?

Mayr: "Natürlich ist auch ein Saisonabbruch eine Möglichkeit. Dieser würde zwar vor allem unsere erste Mannschaft nach einer tollen Hinrunde sportlich negativ betreffen, aber wie schon gesagt: Es gibt momentan wirklich Wichtigeres als Fußball. Schön wäre es, wenn wir irgendwann wieder ohne gesundheitsgefährdende Risiken Fußball spielen können!"

Der Bayerische Fußball-Verband gab bekannt, dass in Bayern keine Geisterspiele im Amateurfußball stattfinden werden. Begrüßen Sie die Entscheidung?

Mayr: "Ja. Geisterspiele in unseren Klassen wären aus unterschiedlichsten Gründen keine Möglichkeit gewesen. Bei uns geht es ja nicht um Fernsehgelder, sondern ein Fußballspiel in unseren Ligen ist mehr als Sport, er ist Begegnung zwischen Jung und Alt, ist einfach ein Teil des Vereinslebens. Da hat ein „Geisterspiel“ nun gar nichts damit zu tun."

Wie beurteilen Sie das Krisenmanagement des BFV?

Mayr: "Die Verantwortlichen haben es momentan wirklich nicht leicht. Ich finde, dass der Umgang mit den Vereinen in dieser schwierigen Zeit sehr gut ist. Es ist momentan für alle Seiten, Vereine und Verband, eine wirklich große Herausforderung."

Danke für das Interview.

ma




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