Beinschuss.de spricht mit Spielern über die aktuelle Situation

Großholzhausens Riepertinger: "Der Sport und Spielbetrieb sind aktuell zweitrangig"

+
Fabian Riepertinger ist sich der Gefahr des Virus bewusst und denkt dabei auch an die Schiedsrichter, Betreuer und Fans.

Raubling - Der Spiel- und Trainingsbetrieb im Amateurfußball ruht wegen der Corona-Pandemie in ganz Bayern. Beinschuss.de hat bei Fabian Riepertinger vom ASV Großholzhausen nachgefragt, wie er sich die Zeit vertreibt und wie er sich fit hält.

Die Corona-Krise legt den Amateurfußball lahm. Bis mindestens 19. April finden vorerst keine Spiele statt, diese Maßnahme könnte allerdings von Seiten des Bayerischen Fußball-Verbandes verlängert werden.


Beinschuss.de spricht mit den Spielern aus der Region, wie sie mit der derzeitige Situation umgehen, wie sie sich fit halten und was sie am meisten vermissen. Fabian Riepertinger, Spieler des Kreisligisten ASV Großholzhausen, stellte sich nun den Fragen.

Hallo Fabian Riepertinger, die wichtigste Frage vorne weg: Wie geht es Ihnen?


Fabian Riepertinger: "Grias eich. Mir geht es gut, danke. Natürlich ginge es mir besser, wenn ich mir keine Sorgen um meine Familie und deren Gesundheit machen müsste.

Wie gehen Sie mit der aktuellen Lage um?

Riepertinger: "Die Regierung gibt uns eindeutige Vorgaben und an diese halte ich mich. Daher komme ich mit der momentanen Situation gut zurecht."

Wie vertreiben Sie sich die Zeit?

Riepertinger: "Mein Tagesablauf hat sich seit Beginn der Epidemie kaum verändert. Ich kann und darf von morgens bis abends in die Arbeit gehen und meine Baustellen betreuen. Das soll auf keinen Fall abwertend oder lustig klingen. Viele Unternehmen, Selbständige, Angestellte und kleine Betrieb stehen vor finanziellen oder existenziellen Problemen, weil sie nicht arbeiten dürfen."

Fanden Sie die Entscheidung richtig, dass der Spielbetrieb bis zum 19. April eingestellt wurde?

Riepertinger: "Die Entscheidung ist absolut richtig, auch wenn den Verantwortlichen keine andere Wahl blieb."

Auch der Trainingsbetrieb ruht. Wie halten Sie sich derzeit fit?

Riepertinger: "Zum allgemeinen fit halten, gehört für mich eine gesunde Art zu leben. Hier spielen zum Beispiel eine ausgewogene Ernährung und ein geregelter Tagesablauf eine wichtige Rolle, für meine Freundin und für mich. Beim Training variiere ich je nach Tagesform zwischen Laufen, Kraft-Ausdauer-Training und Yoga.

Wie geht der Verein mit der Situation um?

Riepertinger: "Vom Verein gibt es die klare Anweisung, möglichst viel an Kondition abzubauen, damit wir uns dem Gegner durch unsere Langsamkeit nicht weniger als 1,5 Meter nähern. Nein, Spaß beiseite. Wir warten in Ruhe ab und werden sehen, was passiert. Der Sport sowie der Spielbetrieb sind in dieser Situation absolut zweitrangig. Jetzt geht es darum, die Gesellschaft vor Schlimmerem zu bewahren.

Nach Ostern soll es nach aktuellem Stand wieder weitergehen. Wie geht es Ihrer Meinung nach mit der Punktspielrunde weiter?

Riepertinger: "Derzeit kann ich mir keine Fortsetzung des Spielbetriebs vorstellen. Solange wir keinen Impfstoff haben, sollten weitere Übertragungen des Virus vermieden werden. Nicht nur wir Spieler setzen uns durch Körperkontakt einem Risiko aus, sondern auch die Schiedsrichter/innen, Betreuer, Ehrenamtliche, Edelfans, Großeltern…die Liste kann unendlich fortgeführt werden. Das Vereinsleben besteht nicht nur aus einem Spiel am Wochenende und ein paar Trainings dazwischen. Viel wichtiger sind doch die sozialen Komponenten wie Geselligkeit, Solidarität, Freundschaft und auch eine gesunde Rivalität, die nach zwei Bier wieder vergessen ist.

Zum Abschluss: Was vermissen Sie in dieser Zeit am meisten? Und auf was freuen Sie sich, wenn die Krise überstanden ist?

Riepertinger: "Wir Spieler vermissen den Wettkampf-Modus, das Feiern nach gewonnenen Spielen, das zusammen sitzen nach verlorenen Punkten. Wenn die Krise überstanden ist, hoffe ich, dass sich unsere Gesellschaft weiterhin auf die wahren Werte im Leben besinnt und nicht wieder in alte Muster verfällt."

ma




Kommentare