Beinschuss.de spricht mit Spielern über die aktuelle Situation

Priens Estermann: "Neben Existenzsorgen geht es auch um Menschenleben"

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Bei Nicolai Estermann vom TuS Prien glüht der Fernseher derzeit.

Prien - Der Spiel- und Trainingsbetrieb im Amateurfußball ruht wegen der Corona-Pandemie in ganz Bayern. Beinschuss.de hat bei Nicolai Estermann vom TuS Prien nachgefragt, wie er sich die Zeit vertreibt und wie er sich fit hält.

Die Corona-Krise legt den Amateurfußball lahm. Bis mindestens 19. April finden vorerst keine Spiele statt, diese Maßnahme könnte allerdings von Seiten des Bayerischen Fußball-Verbandes verlängert werden.


Beinschuss.de spricht mit den Spielern aus der Region, wie sie mit der derzeitige Situation umgehen, wie sie sich fit halten und was sie am meisten vermissen. Nicolai Estermann, Spieler des Kreisligisten TuS Prien, stellte sich nun den Fragen.

Hallo Nicolai Estermann, die wichtigste Frage vorne weg: Wie geht es Ihnen?


Nicolai Estermann: "Bis auf die Langweile geht es mir beziehungsweise uns sehr gut. Beim TuS und in unserem Umfeld sind Gott sei Dank bisher keine Erkrankungen zu vermelden."

Wie gehen Sie mit der aktuellen Lage um?

Estermann: "Wir halten uns an die verordneten Maßnahmen der Ausgangsbeschränkung, sind also alle hauptsächlich daheim oder eben in der Arbeit. Zum Laufen wird das schöne Wetter momentan dann aber schon genutzt, natürlich jeder für sich!"

Wie vertreiben Sie sich die Zeit?

Estermann: "Neben den kleineren Dingen die im Haus so anfallen, vermutlich so wie viele andere auch: Viel Sport treiben, viel kochen und natürlich glüht der Fernseher zurzeit."

Fanden Sie die Entscheidung richtig, dass der Spielbetrieb bis zum 19 April eingestellt wurde?

Estermann: "Die Entscheidung ist absolut richtig! Wenn man sieht, wie dynamisch sich die Lage jeden Tag entwickelt, dann ist die Absage der Fußballspiele im Amateurbereich wohl das kleinste Problem. Neben den Existenzsorgen vieler Geschäfte geht es ja auch hauptsächlich mal um Menschenleben. Je schneller das Ganze wieder unter Kontrolle ist, desto schneller geht es auch für uns wieder weiter, ich denke so muss man das momentan sehen."

Auch der Trainingsbetrieb ruht. Wie halten Sie sich derzeit fit?

Estermann: "Wir haben mit Sports Innovated und Dr. Manfred Düring, welcher uns die ganze Vorbereitung schon betreut hat, einen super Partner. Er und Max Nicu haben uns über eine eigene App mit individuellen Trainingsplänen bis Ende April versorgt. Diese Pläne ziehen wir alle natürlich soweit es geht durch, damit unserer starke Vorbereitung nicht völlig umsonst war. Falls es irgendwann weitergehen sollte, dann wollen wir natürlich fit und voll da sein!"

Wie geht der Verein mit der Situation um?

Estermann: "Wir haben, wie viele andere Vereine auch, unsere Hilfe angeboten. In Prien sind wir mit der AWO und der Caritas allerdings schon sehr gut aufgestellt, was Einkaufsdienste etc. betrifft. Das ist auch außerhalb solcher Krisenzeiten gut organisiert. Da viele unserer Spieler im Moment zuhause sitzen, haben wir genügend „Manpower“, die mit anpacken und die bestehenden Institutionen jetzt unterstützen können. Wenn die fußballfreie Zeit jetzt aber länger als ein paar Wochen dauert, dann brauchen wir für unsere Abteilungsleiterin irgendeine gleichwertige Ersatzbeschäftigung, sonst fällt der zum Schluss noch lauter Blödsinn ein. Selbstgestrickte Socken für die ganze Mannschaft oder ähnliches (lacht)."

Nach Ostern soll es nach aktuellem Stand wieder weitergehen. Wie geht es Ihrer Meinung nach mit der Punktspielrunde weiter?

Estermann: "Ich kann mir momentan nicht vorstellen, wie es weitergehen soll. Das hängt ja auch immer ganz vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Aber ich glaube, dass die Verantwortlichen beim BFV eine faire Lösung finden werden. Ein kompletter Abbruch wäre für uns natürlich sehr bitter."

Zum Abschluss: Was vermissen Sie in dieser Zeit am meisten? Und auf was freuen Sie sich, wenn die Krise überstanden ist?

Estermann: "Natürlich den Ball am Fuß, die Trainingseinheiten, die Jungs die man nur noch per Facetime sieht. Und einfach auch auf das „normale“ Leben und auf ein kühles Bier mit allen Priener Jungs nach dem erstem Training."

ma



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