Der Kreisligist feiert 2021 das 111-jährige Jubiläum

Jahresrückblick mit dem ASV Au: „Unsere Bilanz fällt zwiespältig aus“

Die Abteilungsleitung des ASV Au: Josef Rauscher, Manuel Martin und Stefan Sollinger
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Die Abteilungsleitung des ASV Au sieht mit gemischten Gefühlen auf den Re-Start zurück: Josef Rauscher, Manuel Martin und Stefan Sollinger

Bad Feilnbach - Die Fußballvereine aus der Region standen 2020 vor großen Herausforderungen. beinschuss.de hat beim Kreisligisten ASV Au nachgefragt, wie der Verein auf das bisherige Jahr zurückblickt, wie sich die Corona-Pandemie auswirkt und welche Wünsche der Klub für 2021 hat.

Ein besonderes Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Die Corona-Pandemie wirkte sich auch auf die Fußballvereine aus der Region aus und stellte diese vor große Herausforderungen. beinschuss.de blickt mit den Klubs aus der Region auf das vergangene Jahr zurück und fragte nach, wie sehr sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Verein bemerkbar machen und ob es trotzdem schöne Momente gab. Zudem blicken wir auf 2021 und die Klubs verraten, was sie sich für das kommende Jahr wünschen.

ASV Au: „Die sportlichen Ziele sind derzeit zweitrangig“

Nun beantwortete Josef Rauscher, Abteilungsleiter des Kreisligisten ASV Au, die Fragen von beinschuss.de:

Hallo Herr Rauscher, 2020 neigt sich dem Ende entgegen. Wie lautet aus Sicht eures Vereins die Bilanz des doch sehr besonderen Jahres?
Josef Rauscher: Es war natürlich ein Jahr unter außergewöhnlichen Umständen, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Unsere Bilanz fällt zwiespältig aus: Einerseits war das aktive Vereinsleben und das Miteinander, das bei uns immer im Mittelpunkt steht, durch die Corona-Auflagen stark eingeschränkt. Andererseits haben wir von unseren Mitgliedern großartigen Zuspruch und Unterstützung erfahren, und die Vorfreude darauf, in das Vereinsleben zurückzukehren, wie wir es vor der Pandemie jahrelang erleben durften, ist bei allen ungebrochen groß.
Wie wirkt sich die lange Aussetzung des Trainings- und Spielbetriebs auf euer Vereinsleben, auch hinsichtlich möglicher Abmeldungen von Mitgliedern, aus?
Rauscher: Bisher haben wir hier noch keine nennenswerten Effekte wahrnehmen können. Da aber wohl auch das kommende Jahr von großen Unsicherheiten begleitet werden wird, müssen wir das Thema natürlich im Auge behalten. Derzeit scheint es allerdings so, dass die Vorfreude auf die Rückkehr auf den Rasen über alle Altersklassen hinweg deutlich überwiegt.
Das Thema „Finanzen“ ist im Profibereich allgegenwärtig. In eurem Verein auch?
Rauscher: Ja, das Thema Finanzen war in diesem Jahr natürlich ein zentrales. Als Dorfverein stellen Heimspiele und andere Veranstaltungen unsere Haupteinnahmequelle dar. Dass diese in 2020 - wenn überhaupt - nur unter starken Einschränkungen stattfinden konnten, stellte daher einen massiven Einschnitt dar. Ein großer Dank geht daher an unsere Sponsoren, die uns in diesen für alle schwierigen Zeiten die Treue gehalten haben!
Gab es für euch als Verein in diesem Jahr schöne Momente? Wenn ja welche?
Rauscher: Es war großartig zu erleben, welche Leidenschaft unsere Mitglieder für den Verein und den Sport aufbringen. Sobald es die gesetzlichen Bestimmungen erlaubten standen unsere Teams auf dem Rasen, was angesichts der Auflagen und der Unsicherheiten, ob und wann die Saison weitergeführt werden würde, absolut keine Selbstverständlichkeit war.
Wie habt ihr im Verein den Re-Start im September erlebt?
Rauscher: Mit durchaus gemischten Gefühlen. Einerseits war die Freude selbstverständlich groß, dass es nun wieder um Punkte geht. Andererseits bestand natürlich auch eine gewisse Skepsis und ein Gefühl der Ungewissheit, etwa darüber, welche Konsequenzen ein Corona-Fall innerhalb der eigenen oder gegnerischen Mannschaft für unsere Spieler nach sich zieht. Darüber hinaus geht es uns als Verein nicht alleine um den sportlichen Wettkampf, der soziale Aspekt ist für uns mindestens ebenso bedeutend. Wenn wir unsere Heimspiele teilweise ohne Publikum bestreiten müssen und Spieler und Zuschauer sich nach dem Spiel nicht mehr zusammensetzen dürfen, nimmt uns das einen großen Teil dessen, was unseren Verein ausmacht - auch wenn die Einschränkungen angesichts der Pandemie natürlich absolut sinnvoll und nachvollziehbar sind.
Stehen im kommenden Jahr im Verein besondere Highlights oder Feste an, solange die Corona-Pandemie dies zulässt?
Rauscher: Für 2021 stehen neben unseren alljährlichen Events eigentlich auch die großen Feierlichkeiten anlässlich unseres 111-jährigen Vereinsjubiläums an. Wir planen hierbei aufgrund der Pandemie mittlerweile zweigleisig mit einem Ausweichtermin in 2022, wenngleich wir natürlich darauf hoffen, dass sich die Situation in den kommendem Monaten so entwickelt, dass wir Juni ausgelassen und sorgenfrei feiern können.
Welche sportliche Ziele habt ihr als Verein im Herren- und Jugendbereich für das kommenden Jahr?
Rauscher: Die sportlichen Ziele sind derzeit zweitrangig. Für uns steht im Vordergrund, dass alle Mannschaften in 2021 gesund auf den Platz zurückkehren können.
Zum Abschluss: Welche Wünsche habt ihr aus Sicht des Vereins für das Jahr 2021?
Rauscher: Zuerst wünschen wir unseren Mitgliedern natürlich das, was derzeit mehr noch als sonst das Wichtigste ist: Gesundheit. Und natürlich hoffen wir darauf, dass wir im kommenden Jahr wieder zu der Art von Vereinsleben zurückkehren können, die uns als Verein ausmacht.
Herr Rauscher, vielen Dank für das Interview

ma

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