Zudem blickt der Kreisligist voraus in das neue Jahr

Jahresrückblick mit dem TuS Raubling: „Werden sicher einige Abstriche machen müssen“

TuS Raublings Abteilungsleiter Florian Heller.
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TuS Raublings Abteilungsleiter Florian Heller.

Raubling - Die Fußballvereine aus der Region standen 2020 vor großen Herausforderungen. beinschuss.de hat bei den Klubs nachgefragt, wie sie auf das bisherige Jahr zurückblicken, wie sich die Pandemie in ihrem Verein auswirkt und welche Wünsche sie für 2021 haben. Heute mit dem Kreisligisten TuS Raubling.

Ein besonderes Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Die Corona-Pandemie wirkte sich auch die Fußballvereine aus der Region aus und stellt diese vor großen Herausforderungen. Von Mitte März bis Mitte September ruhte der Spielbetrieb in bayerischen Amateurfußball, im Mai konnte zumindest in Kleingruppen der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen werden.

TuS Raubling: „Die finalen Auswirkungen kann man noch nicht ganz abschätzen“

Nachdem am 19. September der Re-Start wieder erfolgte, kehrte die Corona-Pandemie wieder zurück und die Zahlen stiegen beinahe täglich. Die Politik zog Ende Oktober die Reißleine und verhängte erneut ein Sportverbot im Freizeit- und Amateursport. Dadurch waren die Vereine früher als erhofft wieder zum Zuschauen gezwungen. Obendrein findet in diesem Winter keine Hallenturniere statt.

beinschuss.de blickt mit den Vereinen aus der Region auf das vergangene Jahr zurück und fragte nach, wie sich die Auswirkungen im Verein bemerkbar machen und ob es trotzdem schöne Momente gab. Zudem blicken wir auf 2021 und die Klubs verraten, was sie sich für das kommende Jahr wünschen.

Den Anfang macht der TuS Raubling. Florian Heller, Abteilungsleiter des Kreisligisten, beantwortete die Fragen von beinschuss.de.

Hallo Herr Heller, 2020 neigt sich dem Ende entgegen. Wie lautet aus Sicht eures Vereins die Bilanz des doch sehr besonderen Jahres?
Florian Heller: Sportlich sind wir eigentlich sehr zufrieden, da kam die neuerliche Unterbrechung der Saison eigentlich für beide Herrenmannschaften zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Aber natürlich überlagert die Pandemie jegliches sportliches Ergebnis. Fußball ist nicht nur die 90 Minuten am Wochenende, sondern vor allem ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Dieser findet, abgesehen von ein paar Wochen im Sommer, seit vielen Monaten faktisch nicht mehr statt und ist natürlich eine Belastung.
Wie wirkt sich die lange Aussetzung des Trainings- und Spielbetriebs auf euer Vereinsleben auch hinsichtlich möglicher Abmeldungen von Mitgliedern aus?
Heller: Sicher kann man die finalen Auswirkungen noch nicht ganz abschätzen. Da es aber gerade derzeit auch an Alternativen mangelt, ist die Abwanderung sicher noch eher moderat. Wie sehr sich dies dann bei einer Normalisierung der Gesamtsituation niederschlägt, kann derzeit aber nur gemutmaßt werden. Ganz klar ist: Verlieren wollen wir niemanden!
Das Thema „Finanzen“ ist im Profibereich allgegenwärtig. In eurem Verein auch?
Heller: Selbstverständlich ein wichtiges Thema! Gerade für uns und viele andere Amateurvereine auch, sind Veranstaltungen ein wichtiger Bestandteil der Finanzierung. Diese Einnahmen brachen in 2020 nach dem Fasching weg und werden auf absehbare Zeit auch nicht wieder kompensiert werden können. Hier werden wir sicher einige Abstriche machen müssen, um die Ausgaben zu minimieren. Ziel ist es natürlich die Kosten für Vereinsmitglieder im überschaubaren Maße zu halten, um unabhängig der finanziellen Voraussetzungen ein aktives Vereinsleben für jede und jeden bieten zu können.
Gab es für euch als Verein in diesem Jahr schöne/besondere Momente? Wenn ja welche?
Heller: Wir haben uns am Anfang der Pandemie an einem Projekt mit Einkaufsservice, Besorgungen und vieles mehr beteiligt. Dies war sicher für alle eine Bereicherung.
Wie habt ihr im Verein den Re-Start im September erlebt?
Heller: Sportlich war dieser sehr positiv, organisatorisch eine Herausforderung. Die Vorbereitungen und Durchführung von Heimspielen war um ein vielfaches aufwendiger als vor der Pandemie. Der Personaleinsatz entsprechend hoch und auch eine Belastung, wenn es darum ging nichts falsch zu machen. Für die Spieler war es allerdings eine freudige Abwechslung nach langer Vorbereitung und der immer präsenten Ungewissheit endlich wieder um Punkte kämpfen zu dürfen. Das war sicher sehr positiv.
Stehen im kommenden Jahr im Verein besondere Highlights oder Feste an, solange die Corona-Pandemie dies zulässt?
Heller: Für uns in Raubling ist der Fasching sicher das gesellschaftliche Highlight, dieses wird in 2021 erstmals seit vielen Jahren nicht möglich sein. Wenngleich die Planung und Durchführung für viele Ehrenamtliche beim TuS ein großer Kraftakt bedeutet, fehlt damit doch ein Stück liebgewonnene Tradition und, wie eingangs beschrieben, auch die zugehörigen Einnahmen. Inwiefern wir dies durch andere, kleine Veranstaltungen, wie Turniere, Flohmarkt oder ähnliches, zumindest in Teilen versuchen können zu kompensieren wird sich zeigen.
Welche sportliche Ziele habt ihr als Verein im Herren- Frauen und Jugendbereich für das kommenden Jahr?
Heller: Unsere 1. Mannschaft will sicher noch auf die oberen Teams in der Tabelle der Kreisliga aufschließen, hier liegen wir aber bereits ohnehin über unseren eigenen Erwartungen. Auch die Zweite ist auf einem guten Weg in Richtung Klassenerhalt in der A-Klasse. Unsere Großfeldmannschaften in der SG Raubling (mit dem ASV Großholzhausen und dem FC Nicklheim) entwickeln sich positiv. Unsere A-Jugend spielt um die Meisterschaft in der Kreisliga mit, obwohl man eine Liga übersprungen hat. Grundsätzlich ist es bei der Jugend aber auch äußerst wichtig eine „Heimat“ und den Kindern und Jugendlichen eine vernünftige Freizeitbeschäftigung zu bieten, abgesehen von den sportlichen Zielen.
Zum Abschluss: Welche Wünsche habt ihr aus Sicht des Vereins für das Jahr 2021?
Heller: Ich denke die gleichen wie fast jeder andere auch: Eine Normalisierung der aktuellen Pandemie-Situation und eine zeitnahe Rückkehr zur Normalität. Ich denke es gibt nun, trotz der aktuellen Verschärfungen, etwas Licht am Ende des Tunnels und ich hoffe wir können in 2021 Schritt für Schritt wieder Mut und Zuversicht erlangen. Dies wünschen wir uns nicht nur für den TuS Raubling sondern für alle Sportkameradinnen und Kameraden sowie allen unseren Mitmenschen. Selten war der Wunsch „auf ein gesundes Neues“ für das bevorstehende Jahr 2021 treffender!
Herr Heller, vielen Dank für das Interview!

ma

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