Keine Saison 2020/21 im bayerischen Amateurfußball

SV Kay: "Völlig unverständlich und macht gesamte Situation nur komplizierter"

Tittmoning - Keine Saison 2020/21 im Herren- und Frauenbereich im bayerischen Amateurfußball. Diese Nachricht sorgte am vergangenen Wochenende für Aufsehen und Diskussionen. Beinschuss.de hat beim Kreisligisten SV 1966 Kay nachgefragt, wie sie zu diesem Beschluss stehen.

Wie der Bayerische Fußball-Verband am Wochenende bekannt gab, wird es keine Saison 2020/21 im Erwachsenenbereich im bayerischen Amateurfußball geben. Die Gründe, die für den BFV für den Ausfall der kommenden Saison gesprochen haben, sind unter anderem, dass noch zu viele Spiele in der Liga und Pokal anstehen und dass aufgrund der unterschiedlichen Wetterbedingungen in den Regionen nur bis Mitte November gespielt werden kann. Beinschuss.de hat bei Michael Schörgnhofer, Abteilungsleiter des Kreisligisten SV 1966 Kay, nachgefragt, wie der Verein zu diesem Beschluss steht.

Hallo Herr Schörgnhofer, danke, dass Sie sich die Zeit für ein Interview genommen haben. Wie steht ihr zu der BFV-Entscheidung?

Schörgnhofer: "Die Entscheidung sehen wir äußerst kritisch und man hätte sich vorher schon klar für einen Abbruch der laufenden Saison aussprechen müssen. Europäische Profiligen sowie nahezu alle anderen Landesverbände brechen die Saison ab und die bayrischen Amateure können das nicht. Für mich völlig unverständlich und macht die gesamte Situation nur komplizierter. Wer sich vor der Abstimmung nur die Übersicht "Pro und Contra" vom BFV ansieht, wurde ganz klar die Meinung "Fortsetzung der Saison" suggeriert. Da es bei 65 bis 70 Prozent der Vereine um nichts mehr geht, war dieses Ergebnis zu erwarten und wurde vom bfv gezielt so gesteuert."

Für Sie ist der Beschluss des BFV also der falsche Weg? Welche Gründe sprechen für Sie dagegen?

Schörgnhofer: "Die Entscheidung ist für mich völlig falsch. Wir im Breitensport leben davon, dass wir im Wettkampfmodus wöchentlich ein Spiel haben. Die Spieler wollen um Punkte für den Tabellenplatz kicken, Fans beider Vereine Spiele anschauen, Freunde treffen sich und alle stehen danach zusammen, um das Spiel bei einem Bier zu diskutieren. Wir haben noch elf Ligaspiele und genau so viele Wochenenden bis Mitte November. Wie soll ich diese geringe Anzahl an Spielen auf einen solch langen Zeitraum verteilen und das inklusive Winterpause."

Sind für euch die versprochenen Zusatzangebote ausreichend bzw. was versprecht ihr euch davon?

Schörgnhofer: "Zusatzangebote konkret und im Detail gibt es noch nicht. Turniere oder ähnliche Wettkämpfe haben keinen Mehrwert und lange nicht den Anreiz einer Saison. Diese ist nie zu ersetzen."

Haben Sie durch den Beschluss die Befürchtung, dass Spieler und Sponsoren abspringen werden?

Schörgnhofer: "Folgen für Sponsoren kann ich schwer abschätzen und auch stark von deren aktueller Lage abhängig, aber da bin ich positiv gestimmt. Unsere Sponsoren unterstützen uns nicht wegen der Anzahl von Spielen, sondern weil sie uns als Verein gut finden. Aber umso höher die Spielklasse, desto kritischer würde ich schätzen. Bei unserem Kader bin ich ebenfalls guter Dinge. Der Großteil der Spieler ist aus unserer Jugend oder seit Jahren bei uns. Da hätte ich als Spieler nicht über einen Wechsel nachgedacht. Kritisch sind die älteren Jährgänge, die Jahr für Jahr planen und entscheiden. Da fehlt uns die Planungssicherheit."

Danke für das Interview

ma

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)



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