Keine Saison 2020/21 im bayerischen Amateurfußball

SC Inzell: "Lasst uns die aktuelle Saison im Frühjahr 2021 zu Ende spielen"

Inzell - Keine Saison 2020/21 im Herren- und Frauenbereich im bayerischen Amateurfußball. Diese Nachricht sorgte am vergangenen Wochenende für Aufsehen und Diskussionen. Beinschuss.de hat beim Kreisligisten SC Inzell nachgefragt, wie sie zu diesem Beschluss stehen.

Wie der Bayerische Fußball-Verband am Wochenende bekannt gab, wird es keine Saison 2020/21 im Erwachsenenbereich im bayerischen Amateurfußball geben. Die Gründe, die für den BFV für den Ausfall der kommenden Saison gesprochen haben, sind unter anderem, dass noch zu viele Spiele in der Liga und Pokal anstehen und dass aufgrund der unterschiedlichen Wetterbedingungen in den Regionen nur bis Mitte November gespielt werden kann. Beinschuss.de hat bei Erika Pohlner, Abteilungsleiterin des Kreisligisten SC Inzell, nachgefragt, wie der Verein zu diesem Beschluss steht.

Hallo Frau Pohlner, danke, dass Sie sich die Zeit für ein Interview genommen haben. Wie stehen Sie zu der BFV-Entscheidung? Sind die Gründe aus eurer Sicht nachvollziehbar?

Pohlner: "Meines Erachtens war das klar, dass die Saison abgesagt werden musste. Wie sollte man die Spielzeit auch spielen wollen? Mir wurde zugesagt, dass, wenn die Witterung in unserer Region nicht mitspielt, die Saison 2019/20 bis eventuell Juni 2021 gespielt werden kann, wann soll man denn dann die 20/21 starten? Der Verband sollte auch an die über 4.000 kleineren Vereine denken und nicht nur über den Bezahl-Fußball diskutieren. Es sollte für die Klubs, die in den unteren Klassen spielen (C- bis Kreisliga) eine eigene Regelung geben. Lasst uns unsere Saison – wenn es denn sein soll – von April bis Juni 2021 zu Ende spielen und gut ist es.

Sind für euch die versprochenen Zusatzangebote ausreichend und was versprecht ihr euch davon?

Pohlner: "Welche Zusatzangebote wurden uns denn versprochen? Das wir Turniere und Freundschaftsspiele machen können? Das können wir selbst organisieren, dazu brauchen wir keinen Verband."

Haben Sie durch den Beschluss die Befürchtung, dass Spieler und Sponsoren abspringen werden?

Pohlner: "Ich habe jetzt nicht die Befürchtung, dass uns Spieler und Sponsoren abspringen, weil es eine ganze Saison nicht gibt. Wir spielen aber auch nur in der Kreisliga, das spielt die Kameradschaft und Freundschaft, die Lust am Fußball spielen, das gesellige Zusammentreffen eine größere Rolle. Die einzige Sorge, die ich habe ist, dass die Jungs jetzt auch feststellen, dass es noch was anderes als Fußball gibt und sie nach dieser Krise lieber in die Berge gehen oder Rad fahren. Aber da kann der Verband nix dafür – das ist Corona geschuldet. Man sollte jetzt mal wirklich die Kirche im Dorf lassen. Man spielt Fußball, weil es Spaß macht und wenn das Drumrum nicht passt, dann verlieren wir eben Spieler. Mit den Sponsoren suche ich schon das persönliche Gespräch – geht allerdings in einem Dorf leichter. Hier kennt jeder jeden und ich gehe davon aus, dass unsere Sponsoren uns nicht hängen lassen."

Danke für das Interview.

ma

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